Gut trainiertes Arbeitsgedächtnis: Ein Garant für weniger Depression und mehr Glücksgefühl

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Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG

Wer sucht nicht nach mehr Glück im Leben? Streben wir nicht alle danach, irgendwann einmal vollkommen glücklich zu sein? Auch wenn es schwierig ist, Glück zu definieren, da jeder von uns etwas anderes darunter versteht, weiß doch jeder, was damit gemeint ist… Leider neigen wir Menschen, und irgendwie auch unser Gehirn dazu, uns die schlechten und unschönen Momente zu merken und die (vielen) schönen Erinnerungen in den Hintergrund rücken zu lassen. In jedem von uns steckt ein kleiner Pessimist. Und je dunkler wir die Welt um uns herum wahrehmen, desto näher rücken wir zu einer Depression. Das ein gut trainiertes Arbeitsgedächtnis Abhilfe schaffen kann und  ein Garant für Glück und weniger Depressionen ist wollen wir genauer begründen.

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Es scheint also nicht verwunderlich, dass sich die Depression zu einer Volkskrankheit entwickelt. Vor einigen Jahrzehnten wurde diese Krankheit wohl noch nicht als solche wahrgenommen. Die Leute sollten einfach aufhören zu „jammern“ und sich mal „zusammenreißen“. So einfach war die damalige Lösung bzw. Behandlung. Zum Glück hat sich die Medizin in den vergangen Jahren in Ultraschallgeschwindigkeit weiterentwickelt. Die Depression ist eine anerkannte Krankheit, jeder hat davon gehört und viele von uns sind irgendwie damit in Berührung gekommen. Und auch die medizinische Forschung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Behandlungsmethoden zu entwickeln. Es gibt Gesprächstherapien, es gibt Antidepressiva. Aber es kann auch andere Lösungen geben. Und eine davon möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Eines der vielfältigen Symptome einer Depression kann die Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit sein. Es scheint ja alles „stillzuliegen“ und sehr verlangsamt zu sein, also wohl auch das Gehirn. Deshalb kam man auf folgende Idee: könnte es dem Gehirn, und somit dem ganzen „Organismus Mensch“ nicht vielleicht gut tun, mit einem aktiven Training wieder in Schwung gebracht zu werden? Es klingt ja zunächst ganz logisch. Ohne das Gehirn funktioniert der Rest des Körpers auch nicht. Warum nicht also genau dort ansetzen?

Um der Untersuchung mehr Aussagekraft zu verleihen, wurden mehrere Ergebnisse aus Langzeitstudien zusammengefasst. So kann man einen guten Überblick erhalten. Natürlich gab es wie immer auch eine Kontrollgruppe, deren Depression ganz herkömmlich behandelt wurde. Die Studienteilnehmer erhielten Gehirntraining. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, inwiefern sich dieses Gehirn-Training auf die kognitiven Funktionen auswirkt. Wie verhielt es sich mit der Aufmerksamkeit? Verbesserte sich die Leistung des Arbeitsgedächtnisses? Und wie wirkte sich dies auf die Alltagskompetenzen der depressiven Menschen aus? Welchen Einfluss hatte dies auf die Stimmung der Teilnehmer? Fühlten sie sich besser?

Ich bin mir sicher, dass Sie sich das Ergebnis bereits denken können. Wären keine spannenden Zusammenhänge sichtbar geworden, würde wohl kaum jemand einen Artikel darüber schreiben. Die oben genannten kognitiven Funktionen und auch die Alltagsfähigkeiten haben sich bei den trainierten Teilnehmern deutlich gebessert!!! Man könnte das Gehirntraining somit als Wundermittel gegen Depression bezeichnen. Ist überall verfügbar, kostet nichts oder nicht viel, macht sogar noch Spaß. Und dauert bei regelmäßigem Training auch nicht viel länger, als das genussvolle Trinken einer Tasse Kaffee ….

Wie könnte das Zauberwort im Sieg gegen die Depression heißen?

Ich würde es OPTIMISMUS nennen. Dazu gibt es auch interessante Studien aus den USA:

• Wie hängen Alter und Optimismus zusammen? Kurz gesagt: JE ÄLTER; DESTO OPTIMISTISCHER! Das liegt wahrscheinlich daran, dass man im Laufe des Lebens einige Hürden zu meistern und einige Krisen zu überwinden hatte. Das Selbstbewusstsein, schwierige Situationen zu überstehen, wächst mit jeder Erfahrung. Somit wird man immer sicherer, dass man auch das nächste Problem (irgendwie) lösen wird.
• Was hat die Lebenseinstellung mit Depression zu tun? SEHR VIEL! Wenn Sie immer nur daran denken, was alles schief gehen kann, wird es auch schief gehen. Man nennt es auch selbsterfüllende Prophezeiung. Je schlechter wir denken, desto schlechter läuft alles. Daher neigen depressive Menschen auch dazu, alles schlecht zureden und die Hoffnung aufzugeben. Von Optimismus leider keine Spur.
• Was hat das Gehirn mit Optimismus zu tun? UNSER GEHIRN STEUERT EINFACH ALLES! Und somit hat ein fittes und gut funktionierendes Oberstübchen auch einen immensen Einfluss auf unsere Art des Denkens. Ist unser Arbeitsgedächtnis leistungsfähig, kann es Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Es kann gute und schlechte Seiten erkennen und konzentriert sich nicht auf die „einfachste“ Möglichkeit. Um die Ecke denken und kreative Lösungsfindungen sind möglich.

Und an genau dieser Stelle schließt sich der Kreis. Depressive Menschen brauchen ein leistungsstarkes Arbeitsgedächtnis, um aus der negativen Gedankenspirale herauszukommen und wieder Optimismus zu entwickeln. Aber auch allen anderen hilft positives Denken im Alltag enorm!

Positiv ausdrücken

Wir Menschen neigen leider dazu, immer nur das Schlechte zu sehen. Wir sagen lieber: „Verdammt, ich habe schon wieder kein Steak im Haus!“ anstatt uns darüber zu freuen, dass wir einen Kühlschrank voller Essen haben. Wir nehmen vieles als selbstverständlich hin und haben uns angewöhnt, uns über Kleinigkeiten zu freuen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Evolution solche Pessimisten aus uns gemacht hat. Aber es scheint schon fast ein Instinkt zu sein, immer nur das Schlechte sehen zu wollen und die positiven Dinge einfach zu ignorieren!

Wir wollen das Ganze noch etwas theoretisch untermauern

…..und zitieren aus dem lesenswerten Artikel «Spring Dich fit und happy»

Dopamin wird auch als “Glückshormon” bezeichnet, da es an der Entstehung von Glücksgefühlen wesentlich beteiligt ist. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff des Nervensystems, der die Nervenzellen erregt oder hemmt. Die absolute Nähe zum sogen. Hippocampus verstärkt diese Beeinflussung; ist doch nachhaltiges Gehirntraining auch das Training des Hippocampus. Und jetzt kommts: Die Bewegung fördert auch die Neubildung von Neuronen im Hippocampus. Diese Neubildung (auch: adulte Neurogenese genannt) von Nervenzellen erhöht die Leistungsfähigkeit im Gehirn und begünstigt dadurch das Belohnungssystem, welches für die Dopaminausschüttung =Glücksempfinden verantwortlich ist( Neurologie-Prof. Kempermann hat dies erstmals um 1998 nachgewiesen!) …

Halten wir fest: auch wir sind in der Lage, den Instinkten zu widerstehen und uns um eine andere Sichtweise zu kümmern. Dies gelingt am allerbesten, wenn wir unsere Denkweise ändern. Hierzu brauchen wir ein fittes und flexibles Arbeitsgedächtnis. Klingt zu einfach, um wahr zu sein, oder?

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Mit adaptivem Gehirntraining nachhaltig gegen resignative und korrosive Energie in Betrieben kämpfen, Teil II

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Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG und Unternehmensberater

Was kann aus den Erkenntnissen aus Teil I nun im Umkehrschluss getan werden, um die so wichtigen produktiven und positiven Energien zu steigern? Hier gibt es im Wesentlichen zwei erfolgsversprechende Maßnahmen. Einerseits ist das ein gutes Energiemanagement. Hierzu zählen die Mobilisierung, die Fokussierung und die Förderung von Energie. Zweitens gezielter Einsatz von adaptivem Arbeitsgedächtnistraining, wovon gerade die 50Plus-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stark profitieren können und erstaunliche Energien und Qualitäten neu gewinnen.

Bei der Mobilisierung der Energie kommt es stark auf die Fähigkeiten der Führungskräfte an. Entsprechend der momentanen Unternehmenssituation müssen sie entscheiden, ob sie entstehende Bedrohungen beseitigen wollen oder sich innovativen Zukunftsvisionen widmen sollen. Durch diese Entscheidung können sie die Energien des Unternehmens und der MitarbeiterInnen steuern. Die Fokussierung der Energie ist quasi ein Überprüfen des Status-Quo. Wo und in welchem Ausmaß sind die Energien vorhanden und wie werden sie genutzt? Dadurch können die vorhandenen Energien umgeleitet werden. Die Förderung der Energie zielt darauf ab, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und am Leben zu erhalten, z Bsp. dadurch, dass Energiefallen vermieden werden. Anderseits kann adaptives Arbeitsgedächtnistraining genutzt werden, um die Energien in eine produktive Richtung zu lenken. Dadurch können die oben genannten Maßnahmen perfekt unterstützt und intensiviert werden, wie die moderne Forschung feststellen konnte.

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Durch adaptives Arbeitsgedächtnistraining können gerade die 50Plus-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stark profitieren und folgende wichtige Qualitäten neu gewinnen:
• Schnellere Auffassungsgabe beim Lernen von Neuem
• Positivere Lebenseinstellung, die definitiv gegen korrosive und resignative Energien wirkt
• Größere persönliche Zufriedenheit

Aussagen eines Managers eines Staatsbetriebes:

– Die Personalzufriedenheit wird regelmäßig gemessen. Sie ist gleichbleibend hoch, allerdings gibt es resignative und korrosive Energien. Diese müssten dringend abgebaut werden. Diese Wichtigkeit sieht das Management leider meistens nicht!
– Es sollten nicht mehr als 25% resignative Energie vorhanden sein, um Unternehmensziele erreichen zu können. In unserem Unternehmen sind es jedoch leider über 30%. Es wird vermutet, dass 50Plus-MitarbeiterInnen sich oft an die guten alten Zeiten zurücksehnen und für ihre Arbeit einfach zu wenig Anerkennung erhalten.
– Durch Gehirntraining könnten diese Mitarbeiter, die oft einfach aufgegeben haben, wieder für den Betrieb mobilisiert werden und sich wieder aktiv im Unternehmen einbringen. Dies wäre ein enormer Gewinn!
– Ca. 30% der älteren MitarbeiterInnen gehen innerhalb der nächsten 5 Jahre bei uns in Rente. Es muss sichergestellt sein, dass sie ihr Wissen nutzbringend weitergeben.

Vor allem die Steigerung der kognitiven Fähigkeiten bzw. der flüssigen Intelligenz, die für das Erlernen neuer Fähigkeiten – basierend auf großer Erfahrung -, ist für Betriebe von immenser Wichtigkeit. Wie die Grafik Abb. 1 im Teil I zeigt, ist durch die Steigerung der fluiden Intelligenz durch adaptives Gehirntraining ein kognitiver Zustand erreichbar, der mit der Fitness vor 10 – 15 Jahren vergleichbar ist. Ist es nicht genau das, was Unternehmen von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünschen?

Die Erhaltung und Aktivierung von älteren MitarbeiterInnen kann für eine Firma bzw. die Volkswirtschaft der Schweiz finanziell locker in den Milliarden-Franken-Bereich gehen. Der Autor ist davon überzeugt, dass genau das der Zukunftstrend in den kommenden Jahren sein wird. Was das für große Unternehmen bedeuten kann, ist selbstredend.

Wie aber sollen nun konkret solche Interventionen in die Firmen eingebracht werden? Das Grob-Konzept von Neuronalfit hat folgende Struktur:

1. Tages-Seminar für die Firmen-Manager: Was ist adaptives Gehirntraining? Wie wirkt es sich im Betrieb aus? Konkrete vorbereitende Maßnahmen für den nächsten Schritt, inklusive einer Ausarbeitung eines Bonus-Systems für erfolgreiche Mitarbeiter des Gehirntrainings.
2. Seminare und Gehirntrainings für 50Plus-MitarbeiterInnen. Trainings in Zehnergruppen, wöchentliche und objektive Messungen des Gehirnfortschritts mittels LIE-KAI-Test, zeitlicher Aufwand von insgesamt 12-14 Halbtagen.
3. Begleitende Interviews, um die subjektiven Verbesserungen durch adaptives Gehirntraining zu „messen“.
4. Planung der permanenten Trainingsphase und deren Überwachung mit einem zeitlichen Aufwand von 15-20 Minuten pro Tag der 50Plus-MitarbeiterIn.
5. Unterstützende Maßnahmen berufsbegleitend, wie Brainwalking, in Gruppen, einmal wöchentlich.
6. Vierteiljährliche ERFA-Treffs.

Um die Erfolge dieses Systems noch einmal deutlich zu machen, sollen an dieser Stelle ein paar Erfolgsgeschichten bereits erfolgten Interventionen vorgestellt werden.

Rundum fit – auch im Kopf:
Ein Programm zur Steigerung der mentalen Fitness, entwickelt von der AOK Bayern. Es wurde entwickelt, weil sich in Befragungen vermehrt herausstellte, dass gerade älteren Menschen die psychische Gesundheit sehr wichtig ist. Die mentale Gesundheit und geistige Fitness kann diesem Bereich zugeordnet werden. Die Zufriedenheit war schon bei der Durchführung des Programms sehr hoch, es kam zu wenigen Abbrüchen. Im Ergebnis steigerte sich die mentale Leistungsfähigkeit signifikant, sowohl objektiv, als auch subjektiv. Gerade der subjektive Erfolg führte zu einer positiveren Lebenseinstellung und „neuem Schwung“ bei älteren Menschen.

Brainfitness auf dem Bellicon-Trampolin:
Auf dem Trampolin schwingen und sowohl Körper als auch Geist trainieren. Ja, das funktioniert, wie in der Trampolinstudie der Firma Bellicon und Neuronalfit herausgefunden wurde. Über mehrere Wochen erhielten die TeilnehmerInnen Aufgaben, welche sie auf dem Trampolin durchführen sollten. Die Leistungssteigerung der flüssigen Intelligenz war besser als erwartet und betrug bis zu 50%. Die subjektive Wahrnehmung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war ebenfalls außerordentlich gut. Für den genauen Versuchsaufbau und die erzielten Resultate folgen Sie bitte einfach folgendem Link: http://www.neuronalfit.ch/studie-trampolin-schwingen-macht-schlau/

Fallstudie in einem Altersheim:
In Rümlang, Schweiz, wurde den BewohnerInnen die Möglichkeit gegeben, täglich für eine Stunde ihr Arbeitsgedächtnis zu trainieren. Viele nahmen das Angebot dankend an und konnten die Leistungsfähigkeit ihrer flüssigen Intelligenz enorm steigern. Für den Erfolg dieser Studie werden drei Faktoren als enorm wichtig angesehen: Die TeilnehmerInnen waren betagt und untrainiert, das Training war sehr intensiv und die Motivation extrem hoch.
Außerdem wirkt Arbeitsgedächtnistraining gegen Demenz, wie Sie hier ausführlicher nachlesen können: http://www.neuronalfit.ch/bewiesen-gehirntraining-gegen-demenz/

Abb 3: Anstieg der flüssigen Intelligenz nach 6 Wochen (Studie Altersheim)

Für Betriebe mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der 50Plus-Generation sind vor allem folgende Beobachtungen sehr aufschlussreich, die neben den bereits genannten Erfolgen deutlich ersichtlich waren.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Altersheimstudie:
• hatten anschliessend eine bessere Grundstimmung
• kommunizierten ausdauernder und ausführlicher
• wollten wieder öfter diskutieren
• zogen sich weniger zurück

Wünschen  sich nicht auch Manager diese Eigenschaften von Ihren Mitarbeitern?

Nach all diesen Erfolgsgeschichten und den deutlichen Vorteilen dürften auch Sie überzeugt sein, oder ? Der Autor ist es jedenfalls. Regelmäßiges und nachhaltiges Arbeitsgedächtnistraining bringt für große Betriebe enorme Vorteile!

Die vieldiskutierte und oft kritisch betrachtete Mitarbeitergruppe der 50Plus könnte für den Betrieb neu gewonnen werden. Und das ohne großen Aufwand! Die Wertschätzung dieser so erfahrenen und wichtigen Mitarbeitergruppe könnte von Seiten des Managements eindrücklich gezeigt werden. Somit würde auch ihr Wert im Interesse aller massiv gesteigert werden. Volkswirtschaftlich und soziologisch könnte ein immenser Nutzen erzeugt werden. Resignative und korrosive Energien wären mit fitten Mitarbeitern, die sich wieder ins Unternehmen einbringen wollen, machbare Gegner, vor denen niemand Angst zu haben bräuchte. Und wer weiß, vielleicht sehnen sich dann nicht alle älteren Mitarbeiter nach dem (vorzeitigen) Ruhestand, sondern sie fühlen sich so wieder wohl und wertgeschätzt, dass die Rente ruhig noch ein paar Jahre warten kann. Das wäre doch eine absolut WIN-WIN-Situation, oder finden Sie nicht?

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Mit adaptivem Gehirntraining nachhaltig gegen resignative und korrosive Energie in Betrieben kämpfen, Teil I

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Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG und Unternehmensberater

Resignative bzw. korrosive Energie ist für viele Großbetriebe ein gravierendes Problem. Man kann es sich kaum vorstellen, aber Schätzungen zufolge sind etwa 25 – 30% der vorhandenen Energien bei langjährigen Mitarbeitern in Gross-Unternehmen oder Staatsbetrieben, wie SBB oder POST, negativ gewichtet. Dass sich solch ein Ausmaß negativ auf die Produktivität und das Arbeitsklima auswirkt, scheint dann wiederum offensichtlich.Vor allem findet man diese Energien bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das 50. Lebensjahr bereits erreicht haben, sogen. 50Plus. Bedenkt man nun, wie viele Ressourcen und Gelder durch Unproduktivität verschwendet werden, scheint es offensichtlich, dass hier eine Lösung gefunden werden muss. Und das ganz dringend! Zum einen für die großen Konzerne wie die POST, SBB, Großbanken, Krankenkassen und Versicherungen, aber auch für die einzelnen MitarbeiterInnen. Denn wer nicht motiviert und produktiv arbeitet, wird früher oder später von Unzufriedenheit eingeholt und schadet dem Betrieb mehr als er nützt.

Marcel Liechti, zertifizierter Gehirntrainer der GfG und Unternehmensberater, zeigt in diesem 2-teiligen Artikel einen erfolgsversprechenden Ansatz auf Gehirntrainingsbasis, der bereits respektable Erfolge vorweisen kann.

Gehirntraining, präziser Arbeitsgedächtnistraining, ist heutzutage in aller Munde. Aber Gehirntraining ist nicht gleich Gehirntraining. Denn Gehirntraining hat rein gar nichts mit Gedächtnistraining zu tun. Für einen nachhaltigen Effekt müssen wissenschaftliche Erkenntnisse einfließen und es muss eine progressive Steigerung der Leistungen zu verzeichnen sein, die sich bestenfalls auch noch auf andere Bereiche des Denkens auswirken. Das Zauberwort heißt Arbeitsgedächtnis. Die Verbesserung bzw. Steigerung des Arbeitsgedächtnis, die sogen. fluide Intelligenz muss messbar sein. Ein bekannter Gehirn-Fortschrittstest ist der LIEKAI-Test. Mit einem gut trainierten und leistungsstarken Arbeitsgedächtnis werden alle anderen Denkleistungen beschleunigt und verbessert. Die Wirksamkeit von adaptiven Arbeitsgedächtnistraining, was hier auch im Folgenden immer gemeint ist, wenn von Gehirntraining die Rede ist, wurde bereits in unzähligen Studien eindeutig nachgewiesen. Folgende Effekte konnten jeweils einzeln oder kombiniert nachgewiesen werden:

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• Steigerung der kognitiven Fitness
• Zunahme der allgemeinen Zufriedenheit
• Wachstum der flüssigen Intelligenz, welche sehr wichtig für das Erlernen neuer Fähigkeiten ist
• Entstehung einer positiveren Lebenseinstellung
• Möglichkeit, Trainingserfolge in andere Bereiche zu transferieren
• Steigerung der körperlichen Fitness (z. B. durch Brainwalking)
• Seit kurzem eindeutig belegt: Gehirntraining kann Alzheimer vorbeugen!

Verlauf Lebensspanne

 

Abb 1: Beeinflusster Intelligenzverlauf über die Lebensspanne durch Gehirntraining

Einige dieser Effekte des nachhaltigen Gehirntrainings wurden auch bereits in großen Firmen wie AOK (Krankenkasse) oder Bosch BRD nachgewiesen.

Daher ist folgende Arbeitshypothese von Marcel Liechti evident:

Durch gezieltes, nachhaltiges Arbeitsgedächtnis-Training bei 50Plus MitarbeiterInnen kann aktiv gegen resignative und korrosive Energien in Betrieben angekämpft und mit zusätzlichen – und den richtigen – körperlichen Aktivitäten die neu gewonnene Energie in produktive Energie umgewandelt werden. Der Gewinn an neu motivierten Mitarbeitern wird so groß und „ansteckend“ sein, dass es nicht vermessen ist, zu behaupten, dass der Gewinn einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erreichen wird!

Die Frage aller Fragen ist nun, wie sich diese Arbeitshypothese in die tägliche Arbeit und die Unternehmensabläufe integrieren lässt. Um diese genauer zu beantworten, sollen an dieser Stelle noch kurz die theoretischen Hintergründe geklärt werden.

Resignative und korrosive Energien verstecken sich hinter dem Begriff der organisationalen Energie. Dieses Konzept wurde im Jahr 2001 an der Universität St. Gallen von Frau Prof. Dr. Bruch erstellt.
Organisationale Energie beschreibt die zielgerichtete Beweglichkeit in Unternehmen. Hierbei wird in zwei Dimensionen(Achsen) unterschieden:
• Qualität der Energie: Wie werden die vorhandenen (emotionalen und verhaltenstechnischen) Ressourcen zur Erreichung der Unternehmensziele genutzt?
• Intensität der Energie: Wie hoch ist der Grad der Aktivierung, ein Unternehmensziel zu verfolgen und es zu erreichen?

Innerhalb der organisationalen Energien gibt es vier Zustände, die wie folgt prägnant beschrieben werden können (sa. Bild):

1. angenehme Energie: Zufriedenheit mit dem momentanen Stand der Dinge, Anspannung ist nicht vorhanden oder sehr gering.
2. produktive Energie: hohe Aktivität, positive Emotionen, Potentiale werden zur Zielerreichung mobilisiert.
3. Resignative Trägheit: Unternehmensziele haben wenig Bedeutung, Aktivität gering, emotionaler Zustand von Gleichgültigkeit
4. Korrosive Energie: Zwar hohes Maß an Aktivität und hohes Maß an Anspannung, die Energien werden jedoch nicht zur Zielerreichung, sondern eher zu internen „Machtkämpfen“ genutzt.

positive negative Energie

 

Abb 2: positive versus negative Energie im Betrieb

Ziel eines jeden Unternehmens muss also sein, die ersten beiden Energie-Zustände zu erreichen. Bekämpfen müssen dringend die negativen Energien. Woher kommen aber diese negativen Energien?

Zum einen durch die sogen.Trägheitsfalle. Diese entsteht oft in Unternehmen, die lange Zeit sehr erfolgreich sind. Alle gewöhnen sich sozusagen an den Erfolg, haben über Jahre eingefahrene Verhaltensweisen und arbeiten weit unter den vorhandenen Möglichkeiten. Zum anderen gibt es die Korrosionsfalle. Hier ist zwar ein hohes Maß an Energie und Handlungsbereitschaft vorhanden, allerdings wird diese Energie nicht dazu genutzt, die Unternehmensziele zu erreichen. Vielmehr geht es darum, innerbetriebliche Diskrepanzen zu „bearbeiten“. Sehr oft tappen Unternehmen in die Korrosionsfalle, wenn Führungskräfte sich nicht integrieren oder es an allgemeiner Unterstützungsbereitschaft fehlt. Zuletzt ist noch die Beschleunigungsfalle zu nennen. Hier muss aufgrund hohen Drucks ständig an der Grenze der Belastbarkeit gearbeitet werden. Dass das nicht gesund ist und die Produktivität auf Dauer eher verringert als gesteigert wird, ist leider logisch und sehr verbreitet.

Wie sich adaptives Gehirntraining zur Verbesserung der resignativen bzw. korrosiven Energie auswirkt erfährt der interessierte Leser in Teil II.

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Interview mit Marcel Liechti anlässlich der Helsana Gesundheitstagung

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Offizielle Ausschreibung des Seminars am Helsana Gesundheitsforum 2017 vom 1.7 im Kursaal Bern

Geistige Fitness als Jungbrunnen: Ausgleich durch Gedächtnistraining und Bewegung
Marcel Liechti, Master of Mathematics, dipl. Gehirntrainer GfG
Genau wie der Körper lässt sich auch das Gehirn trainieren. Wer geistig fit ist, hat ein schnelleres Aufnahmevermögen, erbringt höhere Lernleistungen und kann Wissen und Erfahrungen für längere Zeit im Gedächtnis verankern. Gehirntraining ist auch das beste Mittel gegen Vergesslichkeit. In diesem Praxisreferat verrät Ihnen der Experte für geistige Fitness, wie Gehirntraining funktioniert und wie sich die Gedächtnisleistung gezielt steigern lässt.

Sehr geehrter Herr Liechti, wir freuen uns Ihnen einige weitere Fragen zu Ihrem interessanten Vortrag

„Geistige Fitness als Jungbrunnen: Ausgleich durch Gedächtnistraining und Bewegung”

stellen zu dürfen.

Helsana: Sie haben empfohlen, dass optimales Gehirntraining per Computer oder auf Papier erfolgen kann. Was ist erfolgsversprechender?

Marcel Liechti: Beide Methoden haben ihre Vorteile. Nicht alle Leute wollen Training am Computer absolvieren. Deshalb haben wir auf unserer Seite Gratisübungen zur Verfügung gestellt. Der Link lautet: http://www.neuronalfit.ch/kostenlose-gehirntraining-uebungen/
Training am Computer sind meistens etwas intensiver. Wichtig ist, dass die Übungen adaptiv sind!

Helsana: Was können Menschen durch kognitives Training erreichen und wer sollte sich damit beschäftigen?

Marcel Liechti: Viele Menschen können durch ein gezieltes kognitives Training bestimmte mentale Funktionen verbessern. Besonders gut trainierbar ist die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, Konzentration, Aufmerksamkeit und räumliches Denken. Vor allem Ältere, die schon leichte Einbußen in diesen Funktionen haben, profitieren vom Training.

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Helsana: Welche Übung am Computer halten Sie aus wissenschaftlicher Sicht als besonders wertvoll?

Marcel Liechti: Die Übung muss gezielt wichtige kognitive Funktionen trainieren, und dabei möglichst mehrere zugleich, es muss adaptiv sein, d.h. sich stetig an die Leistung des Probanden anpassen, und es muss Spaß machen. Als besonders positives Beispiel will ich die Übung Blitzblick hervorheben , welches visuelle Suche, Flexibilität, Verarbeitungsgeschwindigkeit und psychomotorische Koordination trainiert. Der Leser kann diese Übung so oft wie er will auf unserer Website trainieren: http://www.neuronalfit.ch/blitzblick/

Helsana: Kennen Sie Leute die das regelmässig tun?

Marcel Liechti: Hie zu kenn ich ein ganz schönes Beispiel. Anlässlich unserer Studie, die wir im Altersheim Rümlang mit beachtlichem Erfolg durchgeführt hatten ( kann hier runtergeladen werden: http://www.neuronalfit.ch/fallstudie1/ ) Gab es eine tüchtige 87-jährige Frau, die die Übung Blitzlicht täglich durchführt

Helsana: Können Sie das noch bitte etwas ausführen.

Marcel Liechti: Gerne. Diese Probandin musste ich zuerst motivieren überhaupt an den Computer zu gehen. Alle Übungen, die wir praktizierten waren auf Papier. Ich zeigte ihr die Übung am Computer sehr behutsam und geduldig. Ich musste ihre Hand zuerst richtig führen. Sie hatte noch nie an einem Computer gearbeitet. Bis sie die Mausbewegung und Cursor im Griff hatte dauerte es recht lang…es gelang schliesslich. Das erste erreichte Score von ihr war 4 Punkte. Sie können es ja selber auf unserer Website durchführen.

Helsana:….wie ging es weiter?

Marcel Liechti: Überraschend gut. Sie erreichte bald mal 6-10 Punkte, was schon beachtlich. war. Dann ging es immer besser. Sie schaltete wirklich den „Turbo“ ein, kein Witz. Es kam dazu, dass ihre Tochter ihr einen Occasions-MAC besorgen konnte. Von Woche zu Woche steigerte sie sich, bis sie mal 25….dann 30 Punkte schaffte. Am Ende der Studie erreichte Sie 43 Punkte. Versuchen sie es selber mal; es ist alles andere als leicht diese Punktzahl zu erreichen. Im direkten Vergleich hatte sie mich ab und zu geschlagen.

Helsana: Gabe es auch einen erkennbaren Effekt?

Marcel Liechti: Natürlich, die Messung mit unserem LIE-KAI-Test ergab klar höhere Punktezahlen. Sie können im oben erwähnten Artikel einiges nachlesen. Die fluide Intelligenz der Frau stieg somit um >45 % . Natürlich waren auch die anderen Übungen dafür verantwortlich. Ihre Tochter sagte zu mir: „ Ihre Mutter sei echt aufgestellt, fast etwas übereifrig geworden, sie sei viel fröhlicher und zufriedener, zeige kaum noch Anzeichen von Depression. Vor allem redet sie wieder mehr mit uns und auch mit anderen Leuten und liest auch wieder viel intensiver. Das ist wirkliche ein Erfolgsgeschichte, in ihrer Tendenz jedoch typisch! Diese Beobachtungen nennt man in der Kognitionspsychologie auch Transfer.

Helsana: Sehr schön. Ist dies ein Einzelfall?

Marcel Liechti: Ganz und gar nicht. Alle Senioren hatten positive Effekte! Lesen Sie die Studie und sie wissen es.

Helsana: Woran forscht die Wissenschaft aktuell bezüglich Gehirntraining?

Marcel Liechti: Es wird zum Beispiel erforscht, welche Funktionen sich insbesondere durch kognitives Training verändern und welche kaum. In Zukunft sollte erforscht werden, welche Trainingskenngrößen, z.B. Art, Intensität und Dauer des Trainings den Erfolg beeinflussen. Speziell von Interesse ist, inwieweit eine Kombination von körperlichem und mentalem Training stärkere Verbesserungen mentaler Funktionen erbringt als nur mentales Training. Das war ja auch Inhalt meines Vortrages und stiess ja auf grosses Interesse.

Helsana: Wo stehen wir in 10 Jahren aus Ihrer Sicht?

Marcel Liechti: Kognitives Training wird weiter verbreitet sein als heute, und v.a. Ältere werden sich mehr PC-basiertem Training zuwenden. Man könnte sich vorstellen, dass Menschen in Seniorenheimen mehr zu vielschichtigem kognitivem Training angeleitet werden, welches über reines Gedächtnistraining hinaus geht. Zugleich würden die Menschen dadurch Erfahrungen mit PCs machen.

Helsana: Was sind die Vorteile für die Gesellschaft?

Marcel Liechti: Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine erwiesenen Methoden, die uns von Anfang an eindeutig sagen können, wie stark ein konkreter Mensch vom Gehirntraining profitieren wird. Die individuellen Unterschiede in der Entwicklung geistiger Fähigkeiten können gewaltig sein und hängen von vielen Variablen ab, sei es die Motivation oder die ursprünglichen kognitiven Fähigkeiten. Obwohl wir wissen, dass Menschen besser in trainierten Aufgaben werden, ist es nicht immer klar, wie viel besser sie dadurch in Aufgaben und Bereichen werden, die sich vom Training unterscheiden.

Helsana: Können Sie das etwas präzisieren?

Marcel Liechti: Es gibt immer noch viele Dinge, die wir über das Gehirntraining nicht wissen, – beispielsweise muss noch untersucht werden, welche Aufgaben zu welchen Transfereffekten führen, wie die ideale Trainingsdauer ist und wie genau die Transfereffekte im realen Leben gemessen werden können. Obwohl immer mehr Studien vielversprechende Ergebnisse liefern, gibt es auch Fälle, die weniger erfolgreich sind. Aus diesem Grund ist es noch schwierig zu sagen, wie die Gesellschaft im Allgemeinen vom Gehirntraining profitieren kann.

Helsana: Wie sehen Sie die Zukunft des Gehirntrainings?

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Marcel Liechti: Hoffentlich interessieren sich immer mehr Wissenschaftler für die grundlegenden Mechanismen und die individuellen Unterschiede, um zu verstehen, welches Training für wen am effektivsten ist, und welche Gründe es hierfür gibt. Im Großen und Ganzen sehe ich Gehirntraining als eine Möglichkeit, die Plastizität unseres Gehirns zu erforschen und den Einfluss, den wir darauf haben, auszubauen und zu vertiefen.

Helsana: Herzlichen Dank für das Interview, Herr Marcel Liechti.

Marcel Liechti: Danke, gerne geschehen

 

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Gehirntraining und Bewegung wirken gegen Alzheimer

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Die FINGER-Studie. Mit gutem Recht werden Sie sich nun fragen, was FINGER nun mit Demenz oder Alzheimer zu tun haben soll. Wie so oft in der Wissenschaft ist es einfach nur eine Abkürzung.

Wofür steht FINGER?

FINGER steht für: Finnisch Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability. Frei übersetzt bedeutet das in etwa so viel bedeutet wie: Finnische geriatrische Interventionsstudie zur Vermeidung von kognitiver Beeinträchtigung und Behinderung. Klingt zunächst kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht.

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Demenzrisiko berechnen mit der CAIDE-Skala

Alle der etwas über 1200 Probandinnen und Probanden wiesen bei Studienbeginn ein etwas erhöhtes Risiko zur Erkrankung an Demenz auf der CAIDE-Skala auf. Mit der CAIDE-Skala kann das Risiko einer Demenzerkrankung in den nächsten 20 Jahren eingestuft werden, indem bestimmte Variablen – wie etwa das Verhältnis der Körpergröße zum Gewicht (der sogenannte Body-Mass-Index, kurz BMI) oder Blutdruck – berücksichtigt werden. Die FINGER-Studie erstreckte sich insgesamt über zwei Jahre. Das Alter der Testpersonen lag zwischen 60 und 77 Jahren.

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, wurden die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt: eine Behandlungsgruppe und eine Kontrollgruppe. Die Behandlungsgruppe erhielt neben gesundheitlichen Beratungen, regelmäßigen Überprüfungen des Herz-Kreislauf-Systems und notwendigen medizinischen Behandlungen eine Reihe von zusätzlichen Angeboten bzw. Aufgaben.

Diese beinhalteten körperliche Trainingseinheiten, eine durchgängige Durchführung von Denkaufgaben, eine umfassende Ernährungsberatung mit speziellen Vorgaben sowie eine sehr häufige Kontrolle des Herz-Kreislauf-Systems. Die Kontrollgruppe erhielt diese Sonderangebote nicht, sondern der Fokus lag hier auf der gesundheitlichen Beratung sowie notwendigen Behandlungen.

Ernährung, Sport und kognitives Training

Wie wirken sich eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige sportliche Betätigung, kognitives Training und eine regelmäßige Kontrolle des Herz-Kreislauf-Systems auf die mentale Leistungsfähigkeit aus?bildschirmfoto-2016-09-28-um-19-41-44

Damit Sie sich ein genaueres Bild von den Angeboten und Aufgaben der Behandlungsgruppe machen können, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten haben, hier noch ein paar inhaltliche Aspekte der Ausgestaltung:

Körperliches Training:

Die Sporteinheiten wurden zu Beginn von einem erfahrenen Physiotherapeuten angeleitet und begleitet. Es bestand aus Übungen zum Muskelaufbau, aerobem Training (mittlere Belastungsintensität mit 60-75% der maximalen Herzfrequenz) und Übungen, die die Körperbalance verbessern sollten. Anfänglich sollte das Trainingsprogramm aus ein bis zwei Besuchen im Fitnessstudio (à 30-45 Minuten) und zwei Einheiten aerobem Training pro Woche bestehen. Für das aerobe Training standen verschiedene Sportarten zur Auswahl, etwa rhythmische Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Jogging, Wassergymnastik oder Nordic Walking. Im Laufe der zweijährigen Studiendauer sollten die Intensität und die Häufigkeit der Sportprogramme langsam aber stetig gesteigert werden.

Denkaufgaben:

Bildschirmfoto 2014-08-03 um 22.25.09Für das mentale Training wurde ein Computerprogramm genutzt. Zu Beginn standen einige gemeinsame Unterrichtseinheiten an, in denen es größtenteils um das Training von kognitiven Fähigkeiten ging, die als Strategien im Alltag nützlich sein können. Danach nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Programm selbstständig und absolvierten zwei bis drei Mal wöchentlich eine Trainingseinheit von etwa 15 Minuten. Inhaltlich war das Programm auf verschiedene Trainingsbereiche aufgebaut: Denkschnelligkeit, Gedächtnisleistung und Verbesserung der exekutiven Funktionen, welche dafür sorgen, dass wir schnell auf unbekannte Situationen reagieren können.

Ernährungsberatung:

Die Probandinnen und Probanden sollten sich an festgelegte Ernährungsvorgaben halten. Sie sollten wenig bis keine Transfettsäuren, raffinierten Zucker und Alkohol zu sich nehmen. Stattdessen lag der Fokus auf Obst und Gemüse, Rapsöl, zwei Mal wöchentlich Fisch und Vollkornprodukten. Vitamin D sollte in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

Obwohl diese Vorgaben einen gewaltigen Einschnitt in das Leben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeuteten, hielt der Großteil von ihnen die zweijährige Versuchszeit bis zum Ende durch. Lediglich 12% brachen ihre Teilnahme an der Studie ab, meist begründet in gesundheitlichen Problemen. Diese Tatsache ist ein Hinweis darauf, dass solch ein Programm realistisch in den Alltag von älteren Menschen integriert werden kann.

Ergebnisse der FINGER-Studie

Aber welche Ergebnisse konnten nun nach den zwei Jahren FINGER-Studie erzielt werden?

  1. Beide Gruppen konnten ihre kognitiven Leistungen verbessern.
  2. Die Behandlungsgruppe steigerte ihre mentale Fitness jedoch um 25% mehr als die Kontrollgruppe.
  3. Die Behandlungsgruppe hatte ein 30% geringeres Risiko, geistige Fähigkeiten abzubauen.

Dass auch die Kontrollgruppe ihre Fähigkeiten verbesserte, obwohl sie kein explizites Trainingsprogramm erhielt, klingt zunächst merkwürdig. Deshalb sei an dieser Stelle gesagt, dass Personen bei der zweiten Durchführung eines Tests meist besser abschneiden, einfach allein deswegen, weil der Test nicht mehr unbekannt ist. Außerdem hatte die Kontrollgruppe auch regelmäßige Termine beim Arzt, sodass hier vielleicht die eine oder andere Verhaltensänderung ganz freiwillig erfolgte.

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Wie sah nun aber die konkrete Leistungssteigerung der Behandlungsgruppe aus?

  • Lösen von komplexen Aufgaben (z. B. Auswendiglernen): 40% höhere Fähigkeiten als die Kontrollgruppe
  • Exekutive Funktionen: 83% besser als die Kontrollgruppe
  • Mentale Verarbeitungsgeschwindigkeit: 150% schneller im Lösen von Aufgaben als die Kontrollgruppe

Diese Ergebnisse zeigen, dass ein gesunder Lebensstil (mit ausgewogener Ernährung, Sport, Gehirntraining und regelmäßigen medizinischen Kontrollen) die mentale Leistungsfähigkeit enorm steigern kann.

Können die Alzheimer-Symptome verrringert werden?

Allerdings bleiben auch bei der FINGER-Studie Fragen offen. Welchen Einfluss haben die einzelnen Aspekte auf das Risiko einer Demenzerkrankung? Also kann das Risiko auch bspw. nur durch Sport oder nur durch gesunde Nahrung gesenkt werden? Und was ist mit denjenigen, die bereits Symptome einer Alzheimer-Erkrankung zeigen? Können die Symptome durch die Kombination der Studieninhalte verringert oder beseitigt werden?

Um diese Fragen zu beantworten, wurde die Studie um weitere sieben Jahre verlängert. Denn Demenz bzw. Alzheimer sind heimtückische Krankheiten, die nicht von heute auf morgen zu starken Symptomen führen. Vielmehr ist es ein schleichender Prozess, der sich übe viele Jahre hinstrecken kann. Im nächsten Forschungsabschnitt sollen neben Hirnscans auch regelmäßige Blutproben analysiert werden, um bspw. herauszufinden, ob durch das Trainingsprogramm auch alzheimertypische organische Prozesse – wie die Verringerung von Nervenzellverbindungen (Synapsen) – aufgehalten oder verändert werden können.

Was lernen wir daraus?

Schon viele Jahre ist die GfG Deutschland genau von den Tatsachen ausgegangen, die nun durch die FINGER-Studie endlich belegt werden konnten. Durch die randomisiert-kontrollierte Studie konnte bewiesen werden, dass ein gesunder Lebensstil, der sowohl Körper und auch Geist des Menschen berücksichtigt und beide immer wieder fordert und fördert, dazu führen kann, dass die kognitive Leistungsfähigkeit auch bis ins hohe Alter erhalten bleiben oder sogar noch verbessert werden kann.geistig-fit-IQ-Senioren1

Sie wissen, dass es im Laufe der Demenz bzw. der Alzheimer-Erkrankung zu Abbauprozessen kommt. Genau diesen müssen wir entgegen wirken. Die Forschung ist schon seit vielen Jahren ergebnislos damit beschäftigt, ein Medikament gegen Alzheimer zu finden. Also musste ein neuer Ansatz her, der nun in der FINGER-Studie seinen Platz gefunden hat. Wenn man schon nicht heilen kann, muss man doch wenigstens präventiv vorbeugen können!

Wir wissen schon lange, dass eine gesunde Ernährung unserem Körper sehr gut tut. Genauso lange wissen wir, dass auch körperliche Aktivität sehr gesund ist. Und explizites Gehirntraining hält – wie der Name schon sagt – unser Köpfchen auf Trab. In der FINGER-Studie konnten die positiven Effekte einer Kombination aus allen Aspekten nun eindeutig belegt werden.

Und nun frage ich Sie: wann beginnen Sie damit, einer eventuellen Demenzerkrankung den Kampf anzusagen? Ich wünsche Ihnen natürlich, dass Sie niemals mit solch einer Erkrankung zu tun haben werden. Aber Sie wissen nun auch, wie einfach es eigentlich ist, sich davor zu schützen. Hierbei ist es auch völlig egal, wie alt Sie sind. Es ist niemals zu früh. Und auch niemals zu spät. Nehmen Sie ihre Gesundheit einfach selber in die Hand!

Endlich bewiesen: Gehirntraining wirkt gegen Demenz

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geistig-fit-IQ-Senioren1marcel liechti, Dipl. Gehirntrainer GfG

Endlich… Wir haben schon oft darüber gesprochen und geschrieben, wie gesund Gehirntraining für unser Oberstübchen ist. Genauso oft haben wir behauptet, dass Gehirntraining das Demenzrisiko senken kann und wir bis ins hohe Alter hinein kognitiv fit bleiben können. Unzählige Indizien und Rückschlüsse aus anderen Studien lagen vor.

Nun ist es endlich soweit, aus Indizien wurden Beweise:

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Arbeitsgedächtnis-Training für’s Gehirn stoppt und verringert – neben einer ausgewogenen Ernährung und aerober körperlicher Betätigung – die geistigen Abbauprozesse, die bei uns Menschen bereits um das 20. Lebensjahr beginnen!

Dies konnte nun in einer wissenschaftlichen Studie belegt werden, an der über 1200 Probandinnen und Probanden teilgenommen haben.

Hintergrundwissen zur Demenz

Die GfG Deutschland, unter Dr. Lehrl und Peter Sturm, postuliert diese Haltung bereits seit über 20 Jahren. Wissenschaftlich haltbar konnten die erzeugten Studienresultate jedoch nicht gehalten werden. Auch die populistisch orientierten Studien von Neuronalfit.ch, wie die Bellicon Trampolin-Studie und die Altersstudie, können durch die nun vorliegende Studie endlich als bestätigt angesehen werden.

Bildschirmfoto 2015-01-18 um 22.36.30Steigende Lebenserwartung

Bevor explizit auf die Studie eingegangen wird, noch kurz ein paar Hintergrundinformationen zur Ausgangslage und zur Demenz an sich. Die Menschen werden immer älter, die Lebenserwartung ist im letzten Jahrhundert enorm gestiegen (von etwa 45 Jahren auf etwa 80 Jahre), was unter anderem der gesunden Lebensweise und der immer bessere werdenden medizinischen Betreuung zu verdanken ist. Das ist zwar schön, denn wer möchte nicht möglichst lange auf diesem Planeten weilen und das möglichst auch mit allen Verwandten, Freunden und Bekannten.

Jedoch hat die hohe Lebenserwartung – wie so ziemlich alles im Leben – auch eine Kehrseite der Medaille. Je älter wir werden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, an (alterstypischen) Beschwerden zu erkranken. Hierzu zählen Herz-Kreislauf-Probleme, aber auch Diabetes und Alzheimer, eine spezielle Form der Demenz.

Alzheimer – Keine Heilung in Sicht

Während man bei Herzproblemen und Diabetes sehr gut mit Medikamenten gegensteuern kann, sieht das bei Demenz bzw. Alzheimer leider ganz anders aus. Zwar laufen viele Studien zur Alzheimererkrankung und etwa 200 Wirkstoffe und Wirkstoffzusammensetzungen wurden in den letzten drei Jahrzehnten auf eine mögliche Heilung oder Verbesserung von Alzheimer untersucht, aber leider ohne einen wirklichen Erfolg. Es lässt sich einfach kein Medikament finden, dass die Hirnerkrankung – die dafür sorgt, dass immer mehr Erinnerungen verschwinden und auch die Persönlichkeit der Betroffenen sich stark verändert – heilen kann. Deshalb musste der Fokus einer Heilung durch Medikamente nun erst einmal verlassen werden, um andere Wege zu finden, Alzheimer aufzuhalten oder zu stoppen.

Fakten: Demenzvorbeugung auf einen Blick

1. Eine Heilung durch Medikamente ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft NICHT möglich! In den letzten drei Jahrzehnten wurden über 200 Wirkstoffe getestet, leider ohne sichtbaren Erfolg.

2. In einer Studie mit mehr als 1200 Probandinnen und Probanden konnte nun nachgewiesen werden, dass dem geistigen Abbauprozess im Alter (der schon im frühen Erwachsenalter – biologisch bedingt – beginnt) entgegengewirkt werden kann, sofern die betroffenen Personen bereit sind, ihre Lebensweise zu ändern.

3. Langfristig gesehen konnten innerhalb von zwei Jahren sogar signifikante Leistungssteigerungen des Gehirnes nachgewiesen werden, wenn der Lebensstil eine ausgewogene Ernährung, ein intensives und regelmäßiges Sportprogramm sowie das regelmäßige Durchführen von Gehirntraining beinhaltet.

Aktuelle Demenz-Statistiken

Um die Wichtigkeit solcher Demenzstudien und der Suche nach einer geeigneten Therapiemethode zu unterstreichen, noch ein paar Fakten zur Demenz. In Deutschland leben etwa 1,6 Millionen Menschen mit der Demenzdiagnose. Da wir immer älter werden und die Bevölkerung kontinuierlich wächst, ist davon auszugehen, dass immer mehr – gerade ältere – Menschen an einer Demenz erkranken werden. Schätzungen zufolge könnte die Zahl der Demenzerkrankten im Jahr 2050 bereits bei etwa drei Millionen liegen. Die Ursachen einer Demenz können unterschiedlicher Natur sein.

Während etwa bei zwei Drittel der Erkrankten eine Alzheimer-Erkrankung zugrunde liegt, ist die sogenannte „vaskuläre Demenz“, bei der die Blutgefäße im Gehirn Beschädigungen aufweisen, die zweithäufigste Ursache. Sehr oft sind jedoch auch Mischformen ursächlich. Die Geschlechterverteilung ist für die Damenwelt leider nicht so berauschend, denn etwa 70% aller Betroffenen sind Frauen. Dies liegt aber daran, dass Frauen generell eine etwas höhere Lebenserwartung haben und somit auch einem höheren Risiko unterliegen, an Demenz zu erkranken.

Korrelationsstudien zur Alzheimer-ForschungBildschirmfoto 2014-12-20 um 18.17.13

Die Idee zur aktuellen Studie entsprang auf Grund bereits durchgeführter Korrelationsstudien zur Alzheimer-Forschung. In Korrelationsstudien werden bestimmte Variablen auf den Zusammenhang mit dem Forschungsgegenstand – in unserem Fall hier der Demenz bzw. der Alzheimer-Erkrankung – untersucht. Solche Variablen können vorhanden Krankheiten (z. B. Bluthochdruck), die Lebensweise (z. B. Nikotinkonsum, sportliche Betätigung, allgemeine Ernährungsweise) oder äußere Lebensumstände (z. B. berufliche Situation und Höhe des Einkommens) sein. Nach einigen Jahren werden die Probandinnen und Probanden dann erneut untersucht. Es wird festgestellt, ob sich bestimmte Krankheiten entwickelt haben und ob Rückschlüsse auf bestimmte Gewohnheiten oder Lebensumstände, die zum Ausbruch der Erkrankung geführt haben können, zogen werden können.

Viele Indizien, aber keine Beweise

In den letzten Jahren ging man durch die Ergebnisse solcher Korrelationsstudien davon aus, dass ein gesunder Lebensstil, ein gut funktionierendes Herz-Kreislauf-System, die aktive Gestaltung des Soziallebens und gute Bildung Variablen dafür sind, das Demenzrisiko möglichst gering zu halten – selbst dann, wenn genetische Veranlagungen für Demenzerkrankungen vorhanden waren. Das Problem an solchen Korrelationsstudien ist jedoch, dass zwar viele Indizien, aber keine Beweise geschaffen werden können.

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Stellen Sie sich vor, Sie treiben regelmäßig Sport und ernähren sich weitestgehend gesund und erkranken NICHT an Alzheimer (was ich Ihnen übrigens von ganzem Herzen wünsche!). Natürlich könnte der Grund Ihre gesunde Lebensweise sein. Aber vielleicht ist er auch ganz wo anders zu finden. Vielleicht lieben Sie ja das Lösen von kniffligen Rätseln am Frühstückstisch und entgegnen somit dem geistigen Abbau? Genau das lässt sich durch Korrelationsstudien nicht eindeutig herausfinden. Rückschlüsse können gezogen werden, häufig auftretende Zusammenhänge können gefunden werden, es können Vermutungen angestellt werden. Aber als Beweis reicht all das noch lange nicht.

Eine Möglichkeit, etwas mehr Beweislast zu erreichen, sind sogenannte randomisiert-kontrollierte Studien. Es gilt dasselbe Prinzip wie bei den Korrelationsstudien und möglichst viele unterschiedliche Variablen sollen beobachtet und berücksichtigt werden. Der Unterschied: ein Teil der Testpersonen verändert sein alltägliches Verhalten, um gezielt Vergleiche anstellen zu können.

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Multitasking ist Gift für das Arbeitsgedächtnis

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multitaskingEs ist eine Fähigkeit, die eher dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben wird: Multitasking. Das heißt sinngemäß übersetzt, dass man mehrere Dinge gleichzeitig erledigt bzw. erledigen will oder erledigen kann. Und wir alle, egal ob Männlein oder Weiblein, „multitasken“ ständig bzw. versuchen es.

Während wir mit Freunden telefonieren, bereiten wir schon mal das Abendessen zu. Während wir duschen, putzen wir uns die Zähne und versuchen dann auch noch den tollen Song mitzusingen, der gerade im Radio läuft. Während wir versuchen, beim Wocheneinkauf an alles zu denken, müssen wir noch den quengelnden Nachwuchs beruhigen, der unbedingt ein Überraschungs-Ei haben möchte.

Ja, wir tun es wirklich ständig und überall. Leider auch oft im Straßenverkehr, wenn wir „nur schnell“ auf eine Nachricht antworten wollen, während wir Autofahren. Hier weiß jeder, dass diese Art des Multitaskings höchst gefährlich ist. Doch wie sieht das für unser Gehirn bzw. unser Arbeitsgedächtnis aus? Natürlich muss es auf Hochtouren arbeiten, wenn wir mehrere Sachen gleichzeitig von ihm verlangen. Aber ist das gut? Oder tun wir unserem Gehirn damit überhaupt keinen Gefallen?

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Multitasking vs. komplexen Aufgaben

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst das Multitasking vom Ausführen von komplexen Aufgaben unterscheiden. Bei komplexen Aufgaben benötigt es mehrere Schritte bzw. Handlungsabläufe, um EIN bestimmtes Ziel zu erreichen. Autofahren zählt zu den komplexen Aufgaben. Sie wollen ein Ziel erreichen und haben unterwegs verschiedene Aufgaben zu „lösen“ (blinken, bremsen, schalten, auf die Umgebung und andere Verkehrsteilnehmer achten etc.). Wenn Sie nun aber während des Fahrens noch ein Telefonat erledigen, handelt es sich um Multitasking. Denn das Telefonat verfolgt ein ganz anderes Ziel, z. B. das nächste Treffen mit Freunden zu planen.

Ich denke, Sie gehen davon aus, dass Sie beides gleichzeitig mit voller Aufmerksamkeit erledigen können, da sowohl Autofahren als auch Telefonieren in Ihrem Alltag Routinetätigkeiten geworden sind, über die Sie kaum noch aktiv nachdenken. Aber ist das wirklich so? Können wir wirklich zwei Dinge gleichzeitig erledigen und beiden Dingen volle Konzentration widmen?

Auch interessant ist Dual Tasking, das gleichzeitige Ausführen von kognitiven und körperlichen Tätigkeiten beschreibt. Mehr dazu hier.

Stress für das Arbeitsgedächtnis

Unser Arbeitsgedächtnis (engl.: „working memory“) ist dafür zuständig, Informationen von außen aufzunehmen und diese zu verarbeiten. Sehen wir z. B. eine rote Ampel, entscheidet das Arbeitsgedächtnis, dass diese Information wichtig ist. Also greift es auf Erfahrungswerte zurück, weiß aus der Vergangenheit, dass wir nun bremsen müssen, und sendet den entsprechenden Brems-Befehl an unser „motorisches Hirn“. Wir bremsen.

Bildschirmfoto 2014-06-22 um 23.21.58Fällt jedoch nur ein Blatt auf unsere Windschutzscheibe, ist die Information nicht von Bedeutung und wird somit von unserem Arbeitsgedächtnis sofort wieder gelöscht. Diese Entscheidungen geschehen in einem Bruchteil einer Sekunde oder maximal in Sekunden. Denn die Aufnahmefähigkeit unseres Arbeitsgedächtnisses ist begrenzt. Die Informationen können nämlich nur wenige Sekunden im Arbeitsgedächtnis zwischengespeichert werden. Vielleicht können Sie sich langsam selber ausmalen, dass Multitasking purer Stress für das Arbeitsgedächtnis ist? Unser Gehirn ist zwar sehr, sehr leistungsfähig, aber es hat auch seine Grenzen.

Kommen wir noch mal zurück in den Straßenverkehr. Vielleicht beschleicht einen ja manchmal doch das leise Gefühl, dass man abgelenkt ist, wenn man unterwegs mal kurz telefoniert. Aber ganz ehrlich, so handlungsweisend kann dieses Gefühl ja nicht sein, denn viele Auto-Telefonierer sind wahre Wiederholungstäter. Jedoch ist das Telefonieren während der Fahrt nicht umsonst verboten und mit hohen Strafen belegt.

Multitasking Umfrageergebnisse

An dieser Stelle möchte ich Ihnen ein paar ganz interessante Umfrageergebnisse nicht vorenthalten:

  • 11% der Befragten geben an, dass durch Handynutzung am Steuer bereits Fahrfehler stattgefunden hätten.
  • 5% seien durch die Handynutzung in eine kritische Situation geraten.
  • 25% geben zu, schon mal eine grüne Ampel zu spät gesehen zu haben.
  • 12% seien schon mal von der Fahrbahn abgekommen.
  • 10% bemerkten Bremsvorgänge des Wagens vor ihnen (zu) spät.
  • 10% hätten Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht wahrgenommen.

Schaut man sich die Prozentzahlen an, scheinen sie zunächst gar nicht so hoch. Bedenkt man nun aber, dass für jeden zehnten Verkehrsunfall ein abgelenkter Fahrer verantwortlich ist, wendet sich das Blatt.

Formen der Ablenkung beim Multitasking

Die Ablenkung wird im Straßenverkehr in drei Formen unterteilt:

  1. Mentale Ablenkung: zwar blickt der Fahrer geradeaus auf die Fahrbahn und bei aufkommenden Gefahren werden diese auch visuell erkannt, jedoch nicht verarbeitet, sodass keine Reaktion auf das Gesehene folgt. Diese Form der Ablenkung tritt bei Telefonaten auf, aber auch bei starken Gefühlen oder wenn sich der Fahrer in seinen Gedanken verliert.
  2. Visuelle Ablenkung: der Fahrer blickt nicht auf die Straße, sondern bspw. ein interessantes Gebäude am Straßenrand oder das Smartphone.
  3. Motorische Ablenkung: zwar sind Blick und Konzentration auf der Fahrbahn, jedoch ist der Fahrer in Gefahrensituationen nicht in der Lage, rechtzeitig zu reagieren, da er motorisch gerade mit etwas anderem beschäftigt ist (z. B. essen).

Bildschirmfoto 2014-03-31 um 09.49.40Diese drei Formen der Ablenkung haben eines gemeinsam: dadurch, dass unser Arbeitsgedächtnis verschiedene Informationen gleichzeitig verarbeiten muss, sind wir nicht mehr voll und ganz bei der Sache. Wir sind halt AB-gelenkt von unserer momentanen Hauptaufgabe, in unserem Fall hier, uns sicher ans Ziel zu bringen. Trotz dass unser Gehirn in solchen Momenten gestresst und überfordert ist, muss es Entscheidungen treffen. Und die erste Entscheidung ist die, welche Informationen es überhaupt aufnimmt, um sie schließlich zu verarbeiten. Wir bekommen davon bewusst nichts mit. Wir denken, wir haben alles unter Kontrolle. Jedoch nur so lange, bis es zu einer höchst kritischen Situation oder sogar einem Unfall kommt.

Das Problem an der Sache mit dem Multitasking ist, dass unser Gehirn nicht in der Lage ist, gleichzeitig mehrere Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Zugegeben, manches Arbeitsgedächtnis ist ziemlich schnell darin, unterschiedliche Tätigkeiten nacheinander auszuführen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Nacheinander, nicht gleichzeitig. Probieren Sie es doch beim nächsten Kochen des Abendessens mal aus: versuchen Sie, Ihr Gericht zu würzen und gleichzeitig den Wetterbericht auf Ihrem Smartphone abzurufen. Wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind und nicht schummeln, werden Sie folgendes feststellen: Ihre volle Aufmerksamkeit können Sie nur einer Sache widmen. Vielleicht landet einiges des Gewürzes neben dem Topf oder Sie benutzen einfach zu viel. Oder aber Sie wissen nun, wie das Wetter in Timbuktu ist, anstatt an Ihrem Wohnort. Dafür schmeckt dann aber wenigstens das Essen.

Wie das Gehirn überfordert wird

Multitasking gibt es also im eigentlichen Sinne überhaupt nicht. Sondern nur etwas sehr ähnliches. Ist unser Arbeitsgedächtnis gut im Training, ist es in der Lage, ziemlich schnell nacheinander verschiedene Dinge zu tun. Es ist quasi sehr flexibel und kann sich schnell auf neue und andere Informationen umstellen. Das Problem an der Sache ist jedoch, dass beim Multitasken eigentlich das genaue Gegenteil von dem eintritt, was wir erreichen wollen. In der schnelllebigen Zeit von heute wollen wir möglichst viele Dinge möglichst schnell erledigen. Damit ist unser Gehirn jedoch überfordert, da das „umdenken“ an ein anderes Ziel ja auch wieder Zeit frisst. Es handelt sich zwar nur um kurze Augenblicke, aber die Zeit, die für das Aufnehmen und Verarbeiten von Informationen benötigt wird, verlängert sich dadurch. Oder aber es geschehen Fehler, die nicht passieren würden, wenn wir uns konzentriert einer Sache widmen.

Warum gönnen wir uns und unserem Gehirn nicht also die Gelassenheit, eins nach dem anderen abzuarbeiten? Um Ihnen auf dem Weg zur inneren Ruhe zu helfen, hier nochmal ein paar Aspekte zum Multitasking, an die Sie denken können, wenn Sie mal zu viel von sich und Ihrem Arbeitsgedächtnis erwarten sollten:

  • das Unfallrisiko wird enorm gesteigert
  • wir machen Fehler oder erbringen schlechtere Leistungen
  • es ist unmöglich, mehrere Entscheidungen gleichzeitig zu treffen
  • Multitasking ist Ablenkung, nicht mehr und nicht weniger
  • wir geraten in Stress
  • wir werden unzufrieden
  • wir erleben seltener Erfolgs-Erlebnisse
  • Multitasking ist nicht effektiv

Und wenn es – wie so oft – eher die anderen Menschen sind, die zu viel von Ihnen erwarten: zeigen Sie ihnen doch einfach mal diesen Artikel.

Geistig fit durch Fasten?

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fastenEinerseits geht es immer wieder um Brainfood, das dem Gehirn wichtige – und vor allem richtige – Nährstoffe bringen soll, um die bestmöglichen Leistungen aus ihm heraus zu kitzeln. Heute wollen wir uns aber mal mit dem genauen Gegenteil beschäftigen: dem Fasten!

Auf den ersten Blick erscheint es ja so, dass unser Gehirn ohne Nahrung nicht funktionieren dürfte. Denn woher sollte der Treibstoff kommen, wenn nicht aus von außen zugeführter Energie, also Nahrung? Natürlich können Menschen nicht auf Dauer fasten. Aber ein vorübergehender Verzicht kann – genau wie eine gesunde Ernährungsweise – einige Vorteile mit sich bringen. Unser Stoffwechsel gerät auf Sparflamme, die eine reinigende Wirkung haben kann. Denn durch die Stoffwechselveränderung werden Regenerierungsprozesse in Gang gesetzt und eine antidepressive Wirkung tritt ein. Vielleicht könnte Fasten sogar eine präventive Wirkung auf den Ausbruch einer Demenzerkrankung haben.

Zumindest in der Tierwelt scheint das Modell des Fastens bereits seit unzähligen Jahren zu funktionieren. Denken Sie z. B. an den Königspinguin. Fast die Hälfte des Jahres verzichtet er lebensweltbedingt komplett auf Nahrung. In dieser Zeit lebt sein Körper von den angefressenen Fettpolstern – und das bei -60° Celsius. So schlecht kann Fasten ja also nicht sein, oder?

Ich möchte Ihnen in diesem Artikel drei zentrale Thesen vorstellen, die die Vorteile einer regelmäßigen Fastenkur unterstreichen.

These 1: Was viele machen, kann nicht so falsch sein!

Unzählige Menschen entscheiden sich in regelmäßigen Abständen für das Fasten. Manche aus religiösen Gründen, manche aus gesundheitlichen. Andere wiederum wollen einfach ihren Körper entgiften. Und unserem Königspinguin schadet die fünfmonatige Fastenzeit ja auch nicht. Auch in der Natur sind Zeiten von Fülle und Mangel eingerichtet. Im Winter wachsen kein Gemüse und kein Getreide und auch keine Kartoffeln. Irgendwas wird sich Mutter Natur schon dabei gedacht haben, oder? Dass Fasten gesund ist, wusste schon Paracelsus (Arzt und Philosoph) vor hunderten von Jahren. Und was dem Körper gut tut, kann für das Gehirn ja nicht schlecht sein. Schließlich ist es auch ein Teil unseres Körpers.

Wie Zucker und Co im Körper wirken

Aber wie sieht es mit einer wissenschaftlichen Erklärung aus? Ich können Ihnen ja schließlich hier auch einen absoluten Bären aufbinden… Fest steht, dass wir in einem absoluten Überschuss leben. Nahrung ist immer vorhanden und wir müssen nicht viel tun, um sie zu erhalten. Wir gehen in den nächsten Supermarkt und kaufen Produkte, denen unnötiger Zucker und unnötiges Fett zugesetzt sind – und das auch noch in rauen Mengen. Viele Volkskrankheiten kommen ja nicht von ungefähr. Diabetes, Übergewicht und zugelagerte Arterien, die zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen. Sehr oft ist dafür eine ungesunde Ernährung – und davon zu viel – verantwortlich. Nach drei Tagen Fasten stellzuckeren sich der Körper und der Stoffwechsel auf den Mangel an Lebensmitteln ein und bei etwa zwei Drittel aller „Faster“ steigt die Stimmung.

Das führt zu Aktivität. Für den Körper und den Geist! Auch das ist biologisch zu erklären. Unsere Leber speichert überschüssigen Zucker (Glykogen) quasi ein, solange wir im Überschuss leben. Dieser wird etwa nach 24 Stunden des Fastens abgebaut. Im Gehirn entsteht dann sozusagen ein Zucker-Entzug und der Körper muss sich anderweitig helfen. Zucker wird dann aus anderen Quellen hergestellt, Energie wird aus den gespeicherten Körperfetten gewonnen. Bei gesunden Menschen ist so ein Nahrungsverzicht für einen Zeitraum von bis zu 30 Tagen durchaus möglich und gesundheitlich unbedenklich. Nach der Umstellung des Gehirnstoffwechsels folgen durch entsprechende Botenstoffe auch der Verdauungstrakt, das Herz-Kreislauf-System sowie die Blutgefäße, sodass alles im Körper darauf ausgerichtet ist, ohne Nahrung zu funktionieren.

These 2: Fasten ist gesund & senkt das Risiko für Depressionen!

Durch den veränderten Stoffwechsel beim Fasten werden schädliche Substanzen im Körper abgebaut, wie z. B. Entzündungsmarker. Nerven hingegen beginnen (wieder) zu wachsen. Durch die Veränderungen im Gehirn kommt es zum Aufbau von euphorischen Glücksgefühlen, was wiederum das Risiko von Depressionen verringert. Klingt doch alles ganz gut, oder? Die Ausschüttung von Glückshormonen beim Fasten ließ sich evolutionstechnisch auch gar nicht anders lösen. Denken Sie mal an die Steinzeitmenschen.

Gehirntraining für Senioren

Dort war das Nahrungsangebot alles andere als regelmäßig. Hätte der Körper nach ein paar Tagen ohne Nahrung einfach kapituliert, wäre die Rasse Mensch wohl schon ausgestorben. Durch die Euphorie beim Hungern konnten die Höhlenmenschen aktiv bleiben, auf Nahrungssuche gehen und somit ihr Überleben sichern. Natürlich gibt es auch hierfür medizinische Erklärungen, die jedoch an dieser Stelle zu weit führen würden.

Was ist aber nun genau so gesund am Fasten?

Und wie genau ist unser Gehirn daran beteiligt? Bei den neuronalen Veränderungen, die beim Fasten schon nach kurzer Zeit eintreten, sind vor allem vier Hirnregionen beteiligt: Hippocampus, Striatum, Hypothalamus und Hirnstamm. Im Hippocampus sitzt unser Gedächtnis, im Striatum werden die Körperbewegungen, im Hypothalamus die Nahrungsaufnahme und die Körpertemperatur kontrolliert. Der Hirnstamm ist zuständig für die Kontrolle des Verdauungs- und Herz-Kreislauf-Systems. Wie bereits beschrieben, folgen dann auch andere Organe mit Veränderungen, damit der gesamte Organismus ohne Nahrung funktionieren kann (Nervensystem, Verdauungssystem, Herz-Kreislauf-System).

Die Leber- und Muskelzelle werden empfindlicher, was Insulin betrifft, welches ein Hormon zur Regulierung des Blutzuckerspiegels ist. Entzündliche Vorgänge im Gehirn werden ebenfalls beseitigt. Und im Gehirn werden durch den Verzicht auf Nahrung noch weitere positive Vorgänge gestartet: Nervenwachstumsfaktoren werden vermehrt produziert, mehr neue Nervenzellen werden gebildet (inklusive neuer Verknüpfungen) und die Resistenz gegen oxidativen Stress wird erhöht. Na wenn das alles nicht gesund ist, was dann?

These 3: Fasten kann Demenz vorbeugen!

Leider ist es bisher nur in Tierversuchen belegt worden: durch den Verzicht auf Nahrung werden die biologischen Abbauprozesse im Gehirn, die bei Menschen etwa mit Erreichen des 20. Lebensjahres beginnen, aufgehalten. Dies deutet darauf hin, dass neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz durch Fasten verhindert oder zumindest gelindert werden könnten.

Erfolge aus den TierversuchenBildschirmfoto 2014-06-19 um 00.07.53

In den Tierversuchen lebten Mäuse zunächst mit einem andauernd überschüssigen Nahrungsangebot. Der Napf war immer gefüllt. Die Mäuse wurden träge und waren immer weniger aktiv. Als ihnen dann Nahrung entzogen wurde, blieben sie gesünder und lebten länger als ihre „überfüllten“ Artgenossen. Die fastenden Tiere hatten einen stabileren Zuckerstoffwechsel und niedrigere Entzündungsmarker. Aus diesen Experimenten leiten die Wissenschaftler zwei zentrale Ergebnisse ab:

  • Schädliche Abläufe, die z. B. durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel resultieren, werden verringert, was sich positiv auf das Nervenzellwachstum auswirkt.
  • Durch den Verzicht auf Nahrung gerät der gesamte Organismus zunächst in Stress. Daraus entsteht dann aber z. B. eine vermehrte Produktion von bestimmten Enzymen, die bspw. in der Lage sind, die DNA zu reparieren.

Doch lassen sich diese Ergebnisse nun auch auf den Menschen übertragen? Nicht ganz, denn wir Menschen unterscheiden und nun doch sehr deutlich von Mäusen. So sind die Abbauprozesse im Gehirn von Mäusen wesentlich stärker ausgeprägt als bei uns Menschen und einige Stoffwechselvorgänge unterscheiden sich auch enorm. Auch wenn die Ergebnisse aus den Tierversuchen vielversprechend sind, was die positiven Auswirkungen des Fastens auf das Gehirn angeht, wird die Welt der Wissenschaft nicht darum herum kommen, diese Effekte auch beim Menschen zu untersuchen. Hier müssen Studien durchgeführt werden, die Hirnvolumen, synaptische Plastizität, Hirnleistung und Hirnflüssigkeit analysieren. Und zwar vor, während und nach einer Fastenkur.

Trotzdem ist es in wissenschaftlichen Kreisen unbestritten, dass das Fasten einen positiven Einfluss auf unseren Körper, also auch unser Gehirn hat. Oder haben Sie schon mal davon gehört, dass ein Königspinguin an Diabetes oder Demenz erkrankt ist? Wohl eher nicht. Auch in einigen Völkern, die im Einklang mit der Natur leben, sind diese Erkrankungen bisher nicht aufgetreten.

Was gehört zum gesunden Fasten?

Geraten wird immer eine Begleitung durch erfahrene Experten (Ärzte oder Ernährungsberater). Außerdem sollte jeder Fastenwillige für sich die passende Form des Fastens herausfinden. Während bei den einen Formen die Ernährung nur aus Gemüsesäften und Tees besteht, setzen andere Formen auf intervallhaftes Verzichten auf Nahrung (z. B. fünf Tage normal essen und zwei Tage fasten). Also, es liegt an Ihnen, Ihren persönlichen Weg zu finden und ihn auch zu gehen.

5 wirksame Tipps für ein besseres Arbeitsgedächtnis

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Bildschirmfoto 2014-06-19 um 00.07.53Es ist schon faszinierend, was unser Gehirn alles leisten kann. Oder andersherum: Was wären wir Menschen ohne unser Gehirn? Irgendwie gar nichts. Weil nicht einmal unsere lebenserhaltenden Funktionen wie Atmung oder Herzschlag präsent wären und wir gar nicht existieren würden.

Aber zum Glück haben wir ihn ja. Unseren Denkapparat. Der zu bewundernswerten Dingen im Stande ist. Wir können Bilder malen (na gut, der eine besser, der andere eher nicht so), wir können lesen und schreiben, wir können uns Dinge merken, mal mehr oder mal weniger logisch denken und für fast jedes Problem eine Lösung finden. Dass diese Aufzählung nicht mal annähernd das vollständige Leistungsspektrum unseres Oberstübchens beschreibt, dürfte jedem von uns klar sein.

Zwei zentralen Fähigkeiten des Gehirns

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Die zwei zentralen Fähigkeiten, die unser Gehirn tagtäglich zu seiner Leistungsfähigkeit bringt, sind unser Gedächtnis (das unzählige Informationen abspeichert und sie uns auf Abruf zur Verfügung stellt) und die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken, die uns ermöglichst, flexibel auf äußere Umstände zu reagieren und Lösungen zu finden. Ohne diese Fertigkeiten könnten wir weder in der Schule, noch später im Beruf erfolgreich sein. Was tun wir aber, wenn unser Gehirn mal nicht so funktioniert, wie wir es von ihm gewohnt sind? Für diesen Fall habe ich hier fünf vielversprechende und hilfreiche Tipps für Sie.

Tipp 1: Gefühle

Sicherlich sind Sie gerade etwas erstaunt und fragen sich, was Gefühle mit dem Gedächtnis oder dem Gehirn zu tun haben. Lassen Sie es mich erklären.

Erinnern Sie sich noch daran, welches Menü es bei Ihrer Hochzeit gegeben hat? Oder welche Ihrer Lieblings-Torten auf ihrem letzten Geburtstag, den Sie mit allen Ihren Freunden gefeiert haben? Wissen Sie noch, welches Wetter am Tag Ihres 18. Geburtstages war? Oder von welchem Flughafen Sie in den letzten, lang ersparten und ersehnten Urlaub gestartet sind, auf den Sie sich so lange gefreut haben? Ich denke, die Chancen, dass Sie das noch wissen, sind relativ hoch. Aber können Sie sich auch noch daran erinnern, was es am Samstag vor sieben Wochen zu Mittag bei Ihnen gab? Oder von welchem Gleis Ihr Zug vor drei Jahren abgefahren ist, als Sie auf Klassenfahrt oder eine langweilige Geschäftsreise aufgebrochen sind? Wahrscheinlich eher nicht.

Emotionen und Glückshormone

Gehirn-AktivierungUnd genau dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung. Denn die Merkfähigkeit unseres Gehirns ist höher, sobald Emotionen im Spiel sind. Fühlen wir, egal ob es sich um positive oder negative Empfindungen handelt, werden unsere körperlichen Funktionen aktiviert. Dies geschieht durch unser Hormonsystem. Das detailliert zu erklären, würde an dieser Stelle zu weit führen, aber Sie haben z. B. bestimmt schon mal von unseren Glückshormonen (Serotonin, Dopamin etc.) gehört. Und Sie kennen mit Sicherheit auch das Schlafhormon Melatonin, das uns jeden Tag mehr oder weniger friedlich einschlafen lässt. Auch unser Gehirn wird durch Hormone gesteuert. Und werden diese – in unserem Fall hier durch Emotionen – aktiviert, aktiviert sich unser gesamter Organismus. Wir sind wacher und leistungsfähiger.

Tipp 1: Versuchen Sie, neue Inhalte aus Schule oder Beruf mit emotionalen, persönlichen Dingen zu verknüpfen. Dies können z. B. auch emotionale Erinnerungen sein. Außerdem sollten Sie lernen, wenn Sie sich wach und aktiv fühlen.


Tipp 2: Achtsamkeit

Im ersten Moment mag man denken, dass man doch immer achtsam mit sich umgeht. Aber erstens tun wir das nicht immer, wir essen z. B. oft sehr viel Ungesundes und schaden damit manchmal sogar nachhaltig unserem Körper. Und zweitens geht es bei unserer Achtsamkeit hier um etwas anderes.

Beobachten Sie mal ein paar Minuten Ihre Gedanken. Versuchen Sie nicht, sie zu beeinflussen, sondern lassen Sie ihnen einfach mal freien Lauf. Woran denken Sie? Höchstwahrscheinlich an sehr viel Vergangenes und sehr viel Zukünftiges. Im Hier und Jetzt befinden wir uns gedanklich nur sehr, sehr selten.

Achtsamkeitstraining

Im Achtsamkeitstraining geht es genau darum. Die Aufmerksamkeit soll auf die Atmung, den eigenen Körper und die eigenen Gedanken gerichtet werden, um im aktuellen Moment zu sein, nicht im Gestern und nicht im Morgen. Wichtig ist jedoch, dass alle Gedanken akzeptiert werden sollen. Keine Verdrängung von „schlechten“ Gedanken, aber auch keine persönliche Bewertung. Jeder Gedanke hat das Recht, da zu sein. Es ist wie es ist. Punkt.

In Studien konnte belegt werden, dass Achtsamkeitstraining zu besserer Konzentrationsfähigkeit führt. Und auch andere kognitive Funktionen können davon profitieren.

Tipp 2: Führen Sie regelmäßig Achtsamkeitstraining durch. Sie werden merken, dass Ihre Gedanken seltener abschweifen und Sie in Schule und Beruf konzentrierter arbeiten können.

Tipp 3: Brainfood

bildschirmfoto-2016-09-28-um-19-41-44Zwar gibt es keine Superfrucht, die Ihr Gehirn in zwei Minuten zu Höchstleistungen verhilft, aber es gibt einige Lebensmittel, die die biologischen Prozesse in Ihrem Oberstübchen positiv beeinflussen können.

Die Datenübertragung zwischen Ihren einzelnen Nervenzellen geschieht durch sogenannte Neurotransmitter. Um diese Neurotransmitter zu bilden, benötigt unser Körper bestimmte Aminosäuren. Diese wiederum entstehen aus Proteinen (Eiweißen), die wir über die Nahrung zuführen können.

Sehr viel Eiweiß steckt bspw. in Fisch und in Milchprodukten. Auch Nüsse und Hülsenfrüchte sind wichtige Lieferanten. Nüsse und Fisch haben außerdem noch einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, die unser Gehirn ebenfalls benötigt, um optimal funktionieren zu können.

Tipp 3: Essen Sie Eiweißhaltiges und Lebensmittel mit einem hohen Omega-3-Fettsäure-Gehalt. Ihr Gehirn wird es Ihnen mit besseren Leistungen danken!


Tipp 4: Arbeitsgedächtnis-Training

Unser Arbeitsgedächtnis ist dafür zuständig, von außen kommende Reize aufzunehmen und sie dann zu verarbeiten. Es entscheidet, was mit den Informationen geschieht. Werden sie als wichtig eingestuft, werden sie ins Gedächtnis weitergeleitet. Erscheinen sie unwichtig, werden sie umgehend wieder gelöscht.

Durch ein gezieltes Training können die eh schon enormen Leistungen des Arbeitsgedächtnisses sogar noch gesteigert werden. Und nicht nur die Menge von Informationen, die das Arbeitsgedächtnis zwischenspeichert, kann durch das Arbeitsgedächtnis-Training gesteigert werden, sondern es zeigen sich auch positive Effekte auf die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denen.

Tipp 4: Führen Sie regelmäßig Arbeitsgedächtnis-Training durch und profitieren Sie von den wissenschaftlich erwiesenen positiven Auswirkungen.

Tipp 5: Aufwärmen ist alles

Gehirntraining auf Laufband

Unser Gehirn funktioniert wie ein Muskel. Und genau wie bei körperlicher bzw. sportlicher Betätigung die Muskeln vorher aufgewärmt werden sollten, sollten wir unseren Denkmuskel ebenfalls aufwärmen, bevor wir Höchstleistungen von ihm erwarten.

Forscher der Yale University haben die Auswirkungen eines fünfminütigen Aufwärm-Programms auf die kognitive Leistungsfähigkeit untersucht. Durch das Aufwärmen konnten die dann gestellten Aufgaben schneller und effektiver gelöst werden.

Außerdem wurden Schüler untersucht, die regelmäßig an Gehirntraining teilnahmen und somit ihre Leistungen in der Schule verbessern konnten. Die Ergebnisse deuten sogar darauf hin, dass regelmäßiges Gehirntraining erfolgsversprechender als die persönliche Betreuung und Nachhilfe durch einen Tutor sein könnte.

Tipp 5: Wärmen Sie Ihr Gehirn mit einem fünfminütigen Gehirntraining auf, bevor Sie die volle Leistungsfähigkeit abverlangen.

Sie sehen nun, dass es auch in Ihrer Hand liegt, zu welchen Leistungen Ihr Gehirn in der Lage ist. Versuchen Sie, die fünf genannten Tipps zu beherzigen:

  1. Verknüpfung mit Emotionen
  2. Achtsamkeit
  3. Brainfood
  4. Arbeitsgedächtnis-Training
  5. Warm-Up

Sie werden überrascht sein, wie leistungsfähig Sie in Schule und Beruf sein können!

Gehirntraining erhöht die Selbstständigkeit und verringert das Demenzrisiko

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Gehirn-AktivierungDass Gehirntraining auf keinen Fall schadet, wissen Sie bestimmt bereits. Außerdem dürfte Ihnen längst bekannt sein, dass es sich bei Ihrem Gehirn um einen „Muskel“ handelt, den Sie genau wie jeden anderen Muskel Ihres Körpers trainieren können.

Denkmuskel Gehirn

Mit jeder Trainingseinheit wachsen Ihre Muskeln, sie werden leistungsfähiger und ausdauernder. Genau dieser Effekt tritt auch bei regelmäßigem Gehirntraining ein. Ihr „Denkmuskel bzw. working memory“ wird leistungsfähiger. Aber was hat ein gut trainiertes Oberstübchen nun mit Ihrer Selbstständigkeit – und zwar bezogen auf alle Lebensbereiche – und mit dem Risiko einer Demenzerkrankung zu tun? Hierauf möchte ich in diesem Artikel eingehen.

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Dazu überqueren wir nun gedanklich mal einen Ozean – wir sind ja schließlich geistig flexibel – und bedienen uns einer Studie aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Diese erschien im Jahr 2014 im renommierten Journal oft he American Geriatric Society. Inhalt war die Kernfrage, ob und in welchem Ausmaß sich Gehirntraining auf die Alltagsselbstständigkeit der Probandinnen und Probanden über einen Zeitraum von zehn Jahren auswirkt. Insgesamt nahmen 2832 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Studie teil. Ihr Durchschnittsalter betrug 74 Jahre und sie alle absolvierten im Zeitraum von 1998 bis 1999 Gehirntraining. Die genaue Durchführung der Studie sah folgendermaßen aus:

  • Zeitraum: 5 – 6 Wochen
  • Intensität: 10 Sitzungen à 60 – 75 min
  • alle Probandinnen und Probanden führten kognitives Training durch

Langzeiteffekte von Gehirntraining

Um detaillierte Ergebnisse der (Langzeit-) Effekte von Gehirntraining auf die Testpersonen zu erhalten, wurden die Studienteilnehmer und –innen in drei Gruppen eingeteilt, die jeweils andere Trainingsschwerpunkte hatten. In der ersten Gruppe ging es um das konkrete Training des Gedächtnisses. Die Personen erlernten sogenannte Mnemotechniken, die das Einprägen von Sachen aller Art erleichtern sollen. Die zweite Gruppe trainierte schlussfolgerndes Denken, wo es bspw. darum ging, bestimmte Muster bzw. Regeln in Zahlenreihen zu bemerken und diese fortzusetzen. Die dritte Gruppe sollte durch computergestütztes Training die Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit (kurz: IVG) erhöhen.

Etwas mehr als ein Drittel aller Probandinnen und Probanden (genau: 39%) erhielten ein erneutes Training innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre.

Mehr Selbstständigkeit im Alltag

Bildschirmfoto 2014-03-31 um 13.35.01Schließlich wollten die Wissenschaftler nach zehn Jahren herausfinden, ob sich bei den Trainierten Langzeit- und Transfereffekte nachwiesen lassen würden. Konkreter ging es um die Frage, ob das Gehirntraining später Effekte auf die Selbstständigkeit im Alltag mit sich bringen würde und wie deutlich die Effekte im Vergleich zu Personen sein würden, die nicht am Gehirntraining teilgenommen hatten. Außerdem war von Interesse, ob sich zwischen den drei Trainingsgruppen, die jeweils andere kognitive Fähigkeiten trainierten, auch unterschiedliche Effekte nachweisen lassen würden.

Merkspanne und Kurzzeitgedächtnis gesteigert

Die Ergebnisse waren sehr deutlich. Bei allen drei Trainingsgruppen (Merkspanne bzw. Kurzzeitgedächtnis, schlussfolgerndes Denken und Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit) konnten deutliche und positive Effekte auf die Alltagsselbstständigkeit nachgewiesen werden. Als klarer „Sieger“ ging dabei jene Gruppe hervor, die die Merkspanne bzw. das Kurzzeitgedächtnis trainiert hatte.

So weit, so gut. Wir wissen nun also, dass sich fundiertes Gehirntraining auch auf andere Lebensbereiche überträgt, wie im Fall dieser Studie auf die Alltagsselbstständigkeit. Wie aber hängt nun Gehirntraining mit dem Demenzrisiko zusammen?

Zusammenhang zwischen Gehirntraining und Demenzrisiko

Als Grundlage gilt eben vorgestellte Studie, die nun auch auf das demenzielle Risiko hin untersucht wurde. Auch die Unterteilung in die drei Trainingsgruppen und die Kontrollgruppe ohne Training wurde dabei berücksichtigt. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf einem Kongress dessen Veranstalter die International Alzheimer’s Association war.

Zwar gelten sie noch als vorläufig, da sie noch nicht von unabhängigen Gutachtern anerkannt und bestätigt wurden, aber sie sind trotzdem sehr vielversprechend. Bei den StudienteilnehmerInnen, die das Gedächtnis und das schlussfolgernde Denken trainiert hatten, konnte in Bezug auf das Demenzrisiko im Vergleich zu den untrainierten Personen kein Unterscheid festgestellt werden. Die große Überraschung hieß in diesem Fall „Training der Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit“. Die Gruppe die die IVG vor zehn Jahren trainiert hatte, wies ein 33% niedrigeres Risiko auf, an Demenz zu erkranken. Das klingt doch super, oder? Anstatt bitterer Pillen spaßbringendes Gehirntraining. Ein fairer Deal. Drücken wir also mal ganz fest die Daumen, dass die unabhängigen Gutachter diese Studienergebnisse unterstreichen. Hierdurch würden sich ganz neue Wege in der Alzheimer- bzw. Demenz-Prävention auftun.

Weitere Hoffnung gibt in diesem Fall ein Forscherteam aus Venezuela. Dieses untersuchte die Ergebnisse aus 17 bereits durchgeführten Studien, die den Effekt von computerbasierten Gehirntrainings auf Demenzpatienten und Patienten mit kognitiven Einschränkungen (zwar überdurchschnittlich, aber noch nicht krankhaft und die Selbstständigkeit im Alltag betreffend) untersuchten. Das zentrale Ergebnis dieser Studie war folgendes:

Computerbasierte Gehirntraining

Bildschirmfoto 2014-02-21 um 08.49.38Computergestütztes Gehirntraining kann den Ausbruch von Demenz stark verlangsamen und in einigen Fällen sogar verhindern.

Bewegen wir uns nun mal weg vom Altern und Demenzerkrankungen, weiß man in der Wissenschaft mittlerweile ziemlich genau, dass die biologischen Abbau-Prozesse in unserem Oberstübchen bereits etwa ab dem 20. Lebensjahr in Gang gesetzt werden. Unsere mentalen Fähigkeiten nehmen also fast ab dem Moment langsam und stetig ab in dem wir gerade mal erwachsen geworden sind. Das klingt im ersten Moment vielleicht erst einmal dramatischer, als es ist, da wir ja nicht auf einen Schlag all unsere kognitiven Ressourcen verlieren. Trotzdem hat sich die Wissenschaft in den letzten Jahren vermehrt mit dieser Thematik auseinandergesetzt, um Möglichkeiten zu finden diese kognitiven Abbau-Prozesse zu verlangsamen oder zu stoppen.

Vorteile und Effekte von Arbeitsgedächtnis-Training

Auch hier kommt wieder das computerbasierte Gehirntraining zum Zuge, denn in einigen Studien konnten positive Effekte auf die von der Natur vorgegebenen Abbau-Prozesse nachgewiesen werden. Um Ihnen ein paar Einblicke in die unzähligen Studien zu geben, hier ein paar beispielhafte Studienergebnisse:

  • Beim Trainieren von bestimmten Aufgaben im Bereich des Arbeitsgedächtnis-Trainings sind deutliche Verbesserungen in den Leistungen zu beobachten. Diese Verbesserungen beziehen sich zwar nur auf eben diese trainierten Aufgaben, jedoch waren sie auch nach 18 Monaten noch nachweisbar, was die Langzeiteffekte dieses Arbeitsgedächtnis-Trainings deutlich macht. (Forscherteam aus Schweden)
  • Arbeitsgedächtnis-Training bringt auch Transfereffekte mit sich. So führte ein über zwei Wochen dauerndes Arbeitsgedächtnis-Training nicht nur zu einer Leistungsverbesserung in den direkt trainierten Aufgaben, sondern auch in untrainierten Bereichen. Auch hier konnten Langzeiteffekte nach acht Monaten nachgewiesen werden. (Forscherteam aus Italien)
  • Nach frei bis sechs Wochen Arbeitsgedächtnis-Training konnten ältere Menschen ähnliche mentale Leistungen bringen wie untrainierte junge Personen. (Forscherteam aus Deutschland)

Bitte wundern Sie sich nicht über die leicht abweichenden Ergebnisse. Bei Studien kommt es immer auf die zentrale Untersuchungsfrage und die Untersuchungsmethoden an, sodass Ergebnisse (zeitliche Angaben o.ä.) voneinander abweichen können.

Gehirntraining im Alter

Jedoch zeigen diese und viele andere Ergebnisse, dass es mit regelmäßigem Gehirntraining auch im höheren Alter noch möglich ist, geistig fit und beweglich zu sein. Wissenschaftler erklären dies mit der sogenannten „Puffer-Theorie“. Man geht davon aus, dass das Gehirn wie ein Muskel bei regelmäßiger Beanspruchung wachsen kann. Das Gehirn bildet neue Synapsen die Muskeln neue Fasern. Klingt doch logisch, oder?

Um den Denkmuskel bzw. working memory zu trainieren und aufzubauen, eignen sich die Arbeitsgedächtnis-Übungen von Neuronalfit, NeuroNation oder der GfG (diese Aufzählung ist keinesfalls vollständig).

Die positiven Effekte dieser verschiedenen Arbeitsgedächtnis-Trainings wurden von NeuroNation in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin bereits nachgewiesen. Worauf warten Sie also noch?

 

Übungen

Mit diesen Aufgaben können Sie Ihre Ausdauer und Ihr Kombinationsvermögen verbessern.

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Transfereffekte von Gehirnjogging und Gedächtnistraining

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Die unterschiedlicBildschirmfoto 2014-06-19 um 00.07.53hen Ergebnisse in Bezug auf Transfereffekte von den unzähligen Gehirnjogging-Anbietern wie z.B. Neuronation.de zeigen, dass es wohl auf die genaue Art der Übungen und Aufgabenstellungen ankommt wenn auch nahe oder ferne Transfereffekte entstehen sollen.

Im Jahr 2010 führte Florian Schmiedek mit einigen Kollegen eine Studie durch, um die Transfereffekte von Gedächtnistraining genauer zu untersuchen. Hierzu nahmen 204 Teilnehmer und Teilnehmerinnen drei Mal wöchentlich für eine Stunde an einem Übungsprogramm teil. Eine der Aufgaben ähnelte dem bereits erwähnten Merken einer Ziffernfolge. Doch nicht nur die Ziffernfolge sollte eingeprägt und wiedergegeben werden, sondern es sollten stets Additions- und Subtraktionsaufgaben gelöst werden, die die Ziffernfolge selbstredend veränderten.

Benchmark Tests zum Nachweis von Transfereffekten

Hierdurch sollte das Arbeitsgedächtnis aktiviert werden, um nicht nur Informationen abzuspeichern, sondern diese auch zu verarbeiten. Um im Anschluss an die Trainingseinheit fundierte Ergebnisse zu den Transfereffekten aufweisen zu können, wurden vor und nach dem Training Benchmark Tests durchgeführt. Diese sahen folgendermaßen aus: Den Probandinnen und Probanden wurden auf einem Bildschirm nacheinander Ziffern gezeigt. Diese sollten entscheiden, ob diese Ziffer identisch mit jeder Ziffer war, die drei „Runden“ zuvor gezeigt wurde. Allerdings können die Ergebnisse irreführend sein, da die Übung dem Benchmark Test natürlich bei jeder Wiederholung besser ausgeführt werden kann.

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Von daher könnte so nicht eindeutig nachgewiesen werden, ob eine Leistungsverbesserung im Benchmark Test nach der Trainingseinheit auf den Übungseffekt der Wiederholung oder auf das Gedächtnistraining zurückzuführen ist. Aus diesem Grund wurde eine zufällige Kontrollgruppe eingerichtet, die zwar an den Benchmark Tests teilnahm, aber kein Training erhielt. Nach der Auswertung stellte das Forscherteam fest, dass die TrainingsgruppBildschirmfoto 2014-06-10 um 15.30.31e ihre Leistungen im abschließenden Benchmark Test wesentlich deutlicher verbessern konnte als die Kontrollgruppe ohne Gehirntraining. Das Alter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielte bei diesem Ergebnis übrigens keine Rolle, die Verbesserungen betrafen alle Altersgruppen.

Ergebnis: Das Arbeitsgedächtnis kann trainiert werden

Außerdem wurde herausgefunden, dass gerade bei Jüngeren aus der Trainingsgruppe auch verbesserte Leistungen im Vergleich zur Kontrollgruppe in Bereichen, die mit dem Arbeitsgedächtnis in Verbindung stehen, zu beobachten waren.

Als Hauptergebnis dieser Studie ging hervor, dass unabhängig vom Alter mit effektiven Aufgaben das Arbeitsgedächtnis trainiert werden kann und Hinweise auf Transfereffekte auf „benachbarte“ geistige Fähigkeiten vorliegen.

 

Funktionen des Arbeitsgedächtnisses und deren Training

In einer weiteren Studie wurde nun von Forschern der Universität Zürich untersucht, welche Funktionen des Arbeitsgedächtnisses trainiert werden müssen, um positive Effekte auf das Arbeitsgedächtnis herbeizuführen. Die Funktionen des Arbeitsgedächtnisses wurden auf Grundlage eines Modells eines beteiligten Forschers in drei Kategorien unterteilt:

  • Paralleles Speichern und verarbeiten (etwas merken, während gerade eine andere Aufgabe durchgeführt wird)
  • Verbindende Vervollständigung (einzelne Gedächtnisinhalte miteinander verknüpfen)
  • Überwachungsfunktion (auf Wichtiges konzentrieren, Unwichtiges ausblenden)

Alle Studienteilnehmerinnen und –teilnehmer wurden nun in vier Gruppen eingeteilt, drei dieser Gruppen trainierten vier Wochen lang eine der eben genannten Funktionsbereiche des Arbeitsgedächtnisses, während die vierte Kontrollgruppe Aufgaben zu visuellen Vergleichen trainierte, die nicht auf das Training vom (Arbeits-) Gedächtnis abzielte. Dass die Kontrollgruppe aktiv an der Studie teilnahm, also auch trainierte und nicht nur passiv als Vergleich diente, ist positiv zu bewerten, da Erwartungen und das soziale Miteinander in solchen Studie zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit führen können.Bildschirmfoto 2014-06-09 um 23.19.12

Bei allen Gruppen konnte die Leistungsfähigkeit in den trainierten Bereichen gesteigert werden. Bezogen auf die Transfereffekte konnten jedoch nur zwei Gruppen – nämlich die Überwachungsfunktion sowie Speichern & Verarbeiten) eine Leistungssteigerung bei neuen, untrainierten Aufgaben zeigen. Aber es kam noch ein weiterer Effekt zum Vorschein: Je höher der Trainingserfolg in diesen beiden Gruppen, desto höher war der Zuwachs an Intelligenz! Und diese Intelligenz konnte auch noch – zwar in geringerem Maße – ein halbes Jahr nach dem Studienende nachgewiesen werden. Mehr zur Wirkung von Gehirntraining auch hier.

Die Art der Übung ist wichtig

Wir wissen nun, dass es auf die Art der Übungen ankommt, um unser Gehirn bzw. unser Arbeitsgedächtnis zu trainieren. Jedoch ist auch die Dauer des Trainings zu berücksichtigen. Das erscheint auch mehr als logisch, den auch beim körperlichen Muskeltraining steigen die Erfolge, wenn wir lange am Ball bleiben und das Training kontinuierlich durchführen.

Um Ihnen die Unterschiede zwischen Strategietrainings und Prozesstrainings noch einmal zu veranschaulichen, möchte ich Ihnen abschließend noch ein kleines Beispiel nennen. Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, Sie liegen an einem schönen Sommertag an einem See. Der See ist ruhig, ziemlich in der Mitte befindet sich eine kleine Insel. Genau zu dieser Insel möchte Sie. Sie haben die Wahl: Sie können dort hin schwimmen, der Weg ist nicht weit, oder Sie leihen sich das motorisierte Schlauchboot, dass am Ufer liegt.

Das Schlauchboot steht im übertragenen Sinne für die Strategietrainings, denn in beiden Fällen haben Sie ein Hilfsmittel zur Hand, das Ihnen das Erreichen Ihres Ziels einfacher erscheinen lässt. Allerdings fehlt bei der Benutzung von Hilfsmitteln der persönliche Entwicklungsprozess. Schwimmen Sie, tun Sie etwas für Ihre Gesundheit und Kondition, und zwar nachhaltig. Das Schwimmen steht hierbei für die Prozesstrainings, die für eine nachhaltige Weiterentwicklung sorgen.

Also, Sie haben immer die Wahl. Den bequemen Weg können Sie immer wählen. Aber bringt er Sie persönlich auch weiter? In den meisten Fällen leider nicht. Bezogen auf ein effektives Training heißt das: Achten Sie darauf, dass es nicht um reines Abspeichern von Informationen geht (auch wenn es vielleicht Spaß macht). Von zentraler Bedeutung ist das Zusammenspiel von Speicherung und Verarbeitung!

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Vergesslichkeit, Gedächtnis und Arbeitgedächtnistraining

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Wäre es nicht schön, wenn wir nicht oder nicht mehr so viel vergessen würden? Wenn wir im Supermarkt immer wüssten, was dringend in den Kühlschrank oder in unsere Vorratskammer müsste? Wenn wir wichtige Termine nicht mehr in den Kalender eintragen müssten, sondern sie einfach im Kopf hätten? Wenn wir auf Anhieb wüssten, wo sich der Kassenzettel unserer Kaffeemaschine befindet, damit wir sie als Garantie- oder Gewährleistungsfall zur Reparatur bringen könnten? Ja, das wäre mit Sicherheit mehr als schön. Aber in der Realität dürfte es bei fast allen von uns anders aussehen. Wie oft „kratzen“ wir uns am Kopf, um tief verborgene Informationen abzurufen? Und in wie vielen Fällen ist dieses Unterfangen erfolgreich?

Leistungsrückgang mit Gedächtnistraining aufhalten

Die Angelegenheit mit der Vergesslichkeit liegt an unserem Arbeitsgedächtnis. Seine Arbeitsleistung ist leider begrenzt. Und Mutter Natur hat – warum und wieso auch immer – sozusagen einen Mechanismus eingebaut, der die Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses bereits zwischen dem 18. und 22. Lebensjahr zurückgehen lässt. Können wir hiergegen etwas tun? Können wir den Leistungsrückgang unseres Arbeitsgedächtnisses mit einem effektiBildschirmfoto 2014-06-19 um 00.07.53ven Gedächtnistraining aufhalten oder ihm sogar entgegenwirken? Einige Ergebnisse von Studien aus der psychologischen Forschung geben hier Grund zur Hoffnung!

Das Gehirn wie einen Muskel trainieren?

Fast jeden Monat erscheinen auf dem Markt neue „Sportarten“, die es ermöglichen sollen, den Körper fit zu halten. Auf einmal wird es „trendy“, anstatt spazieren oder laufen zu gehen, nordic walking (das mit den zwei Stöcken, man könnte es auch als Gehhilfen ansehen! ) zu betreiben. Gymnastikkurse im Fitnessstudio werden durch Trampolinkurse ersetzt. Das selbe Phänomen besteht seit einiger Zeit im Bereich des Gedächtnistrainings. Hier heißt der neueste Trend „Gehirnjogging“. Aber kann das funktionieren? Das Gehirn wie eine Art Muskel anzusehen und es zu trainieren, damit es leistungsfähiger wird? Mit einzelnen Gedächtnisübungen dafür sorgen, dass das gesamte Gehirn besser und effektiver arbeitet?

Welche Aufgabe hat das Arbeitsgedächtnis?

Damit keine Missverständnisse entstehen: Mit Gedächtnis ist hier nicht das Kurz- oder Langzeitgedächtnis gemeint, sondern das Arbeitsgedächtnis. Das Arbeitsgedächtnis ist kein reiner Speicherort (seine Speicherkapazität ist nämlich auf wenige Sekunden begrenzt), sondern es hat eine bzw. mehrere andere Aufgaben. Es nimmt die Reize bzw. Informationen aus der Umwelt auf und verarbeitet sie weiter. Während des Verarbeitungsvorgangs sind die Informationen zwischengespeichert. Um es Ihnen zu veranschaulichen: Sie sehen hier eine Abfolge von fünf Ziffern

3 – 5 – 1 – 9 – 4

Werden Sie nun aufgefordert, sich diese Zahlenabfolge einzuprägen, werden Sie sie in Ihrem Kurzzeitgedächtnis abspeichern. Wenn sich die Aufgabenstellung nun aber ändert und Sie zu der letzten Ziffer die Zahl 2 addieren sollen und dieses Ergebnis in die Ziffernfolge integrieren sollen, wird Ihr Arbeitsgedächtnis aktiv, denn Sie müssen nun nicht einfach abspeichern, sondern zusätzliche Informationen aufnehmen und verarbeiten.

Bildschirmfoto 2014-06-09 um 23.19.12

Ein effektives Training für unser Arbeitsgedächtnis wäre von daher mehr als wünschenswert. Denn nicht nur die Merkfähigkeit hängt von der Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses zusammen, sondern auch andere Faktoren spielen eine Rolle. So wurde bspw. innerhalb der psychologischen Forschung herausgefunden, dass die persönliche Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses mit anderen psychologischen Fertigkeiten in Verbindung steht. Personen, deren Arbeitsgedächtnis effektiv und „erfolgreich“ arbeitet, weisen die Tendenz auf, intelligenter zu sein, erfolgreicher in der Schule zu sein und ein besseres Sprach- und Leseverständnis zu haben. Im Umkehrschluss müsste das heißen, dass sich ein fundiertes Arbeitsgedächtnis-Training auch auf diese Faktoren auswirken müsste.

Anbieter für Gedächtnistraining

Die Auswahl von Gedächtnistrainings auf dem Markt erscheint heutzutage fast unendlich. Die einzelnen Anbieter legen den Fokus auf andere Schwerpunkte und unterscheiden sich in der Art der Durchführung. Während die einen bspw. auf computerbasierte Programme setzen, zählen die anderen auf die altbewährte Papier – und – Stift – Methode. Trotzdem lässt sich die Vielzahl der angebotenen Kurse und Programme in zwei zentrale Trainingsweisen unterscheiden: die Strategietrainings und die Prozesstrainings.

Strategietrainings zielen darauf ab, mit Hilfe von Methoden oder Techniken, die zu Beginn erlernt werden, die Merkfähigkeit zu erhöhen. Die erlernten Techniken werden also dann angewendet, wenn man sich gerade etwas merken möchte oder soll. Strategietrainings benutzen auch die sogenannten Mnemotechniken, von denen Sie mit Sicherheit schon einmal gehört haben. Damit das alles nicht ganz so theoretisch bleibt möchte ich Ihnen in diesem Artikel einige Beispiele liefern.

Eselsbrücken: Gedächtnis-Strategien und Techniken

In den Strategietrainings sollen Assoziationen zwischen Gedächtnisinhalten gebildet werden, um sich Dinge besser einzuprägen. Sicherlich kennen Sie einige Eselsbrücken. Ein Beispiel hierfür sind die Himmelsrichtungen. Um sie nicht zu vertauschen oder nicht in eine falsche Reihenfolge zu bringen, eignet sich folgende Eselsbrücke: Nie Ohne Seife Waschen! Die Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter stehen hierbei für die Himmelsrichtungen Norden – Osten – Süden – Westen, im Uhrzeigersinn. Auch die Planeten unseres Sonnensystems können wir uns mit Hilfe einer Eselsbrücke besser merken. Bitte wundern Sie sich nicht, dass Pluto fehlt. Diesem wurde der Planetenstatus mittlerweile aberkannt. Der wohl bekannteste Merksatz zu unseren Planeten: Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unseren Nachthimmel! Auch hier stehen die Anfangsbuchstaben für die einzelnen Planeten: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Aber Sie können sich natürlich auch eigene Eselsbrücken ausdenken, um Ihre grauen Zellen auf Trab zu halten. Wie wäre es zum Beispiel mit: Morgens Verspeißt Erika Meistens Jochens Salamibrötchen und Naturquark? Werden Sie ruhig mal ein wenig kreativ…

Solche Strategien können sehr erfolgreich eingesetzt werden. Haben Sie schon einmal von Simon Reinhard gehört? Er konnte sich mit Hilfe von verschiedenen Methoden und Techniken alle 52 Blatt eines gut gemischten Kartenstapels merken – und das in nur 21,9 Sekunden! Fast unglaublich, oder? Eine der Methoden, die er dafür anwendete, war die sogenannte Delphi-Methode. Hierbei wird zunächst eine feste Abfolge von Orten erlernt. Dies könnten bspw. die einzelnen Zimmer des eigenen Hauses sein, oder prägnante Orte auf dem Weg zur Arbeit (eine Bushaltestelle, ein einzelner Baum am Straßenrand etc.). Im zweiten Schritt werden dann die zu merkenden Inhalte mit einem dieser Orte – am besten durch eine lebhafte kleine Geschichte – verknüpft.

Mnemotechniken

Um beim Kartenstapel-Beispiel zu bleiben, könnte das folgendermaßen aussehen: kommen wir gedanklich an „unsere“ Bushaltestelle, haben wir dort ein Werbeplakat aufgehangen. Es zeigt die Spielkarte „Herz Dame“ und darunter steht der Werbeslogan „Sonderausstellung der Herzdamen des letzten Jahrhunderts“. Dann geht die imaginäre Reise weiter, wir kommen an dem einsamen Baum entlang, an dem ein Kreuz hängt, dass neun fleißige Heinzelmännchen dort in einer Nacht- und Nebelaktion aufgehangen haben (Karte: Kreuz 9). Diese Technik kann dann endlos ausgebaut werden. Allerdings haben diese Mnemotechniken auch ihre Grenzen. Schon vor rund 35 Jahren konnte festgestellt werden, dass Menschen ihre Merkfähigkeit von Zahlen durch diese Techniken zwar von sieben auf bis zu 80 Zahlen ausweiten konnten, aber wenn sie sich dann Wörter merken sollten, auch nur durchschnittliche Ergebnisse erreichten. Das zeigt, dass durch diese Mnemotechniken kaum Transfereffekte auf andere Bereiche des Gehirns sichtbar werden.

Top Gehirnjogging Anbieter 2017

Die anderen Ansätze, also prozessbasierte Trainings oder Arbeitsgedächtnistrainings, zielen darauf, die Prozesse im Gehirn durch viele Wiederholungen von Übungen so zu trainieren, dass sie in relevanten Situationen besser und quasi automatisch funktionieren. Hier gibt es eine Vielzahl von Angeboten für Spielekonsolen und auf Internetseiten, die vielversprechende Namen wie „Superhirn“ oder „Memory refresher“ tragen. Die seriösen Angebote, die auf wissenschaftlich fundierten Methoden beruhen, finden sie aber eher bei Anbietern wie Neuronation, Lumosity oder Neuronalfit.

Wissenschaftlich bewiesen: Gehirnjogging bringt etwas

Ein Forscherteam aus Cambridge (Großbritannien) hat mit Hilfe einer Fernsehsendung auf BBC die Effekte von kommerziellen Gehirnjogging-Angeboten getestet. Die Aufgaben ähnelten bekannten „Gehirntrainings“, wie z. B. „Dr. Kawashimas Gehirnjogging“ von Nintendo. Über 11.000 Probandinnen und Probanden trainierten mindestens drei Mal pro Woche für 10 Minuten, über einen Zeitraum von sechs Wochen. Zwar konnten Verbesserungen der Leistungen in den trainierten Aufgaben nachgewiesen werden, aber die Effizienz dieses Trainings war nicht besonders überzeugend.

Bildschirmfoto 2014-12-20 um 18.17.13

Vor und nach der sechswöchigen Trainingsphase wurden den Teilnehmern und Teilnehmerinnen sogenannten Benchmark Tests durchgeführt. Innerhalb dieser Tests wurden Aufgaben verwendet, die für die Probanden und Probandinnen neu waren, aber den trainierten Aufgaben sehr ähnlich waren. Bei der Auswertung der Benchmark Tests wurde deutlich, dass das durchgeführte „Gehirnjogging“ nahe Transfereffekte mit sich brachte. Ferne Transfereffekte (wie bspw. die Abnahme von Vergesslichkeit) konnten allerdings nicht nachgewiesen werden.

In anderen Studien zu prozessbasierten Trainings kam man wiederrum zu dem Ergebnis, dass durchaus markante, nahe Transfereffekte durch das Trainieren von solchen Aufgaben auf das Gedächtnis und zusammenhängende mentale Fähigkeiten zu beobachten sind. Mehr dazu auch in diesem Artikel. Woher aber kommt die Diskrepanz zwischen nahen und fernen Transfereffekten zwischen den Studien? Eine mögliche Erklärung ist die Art der trainierten Aufgaben, die beim englischen Forscherteam eher auf das Abspeichern von Informationen im Kurzzeitgedächtnis zielten, als auf ein Training des Arbeitsgedächtnisses.

Flüssige Intelligenz erhöhen – Neun Tipps

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Ein Beitrag von: Marcel Liechti. Dipl. Gehirntrainer GfG, Master of mathematics

fluessige-intelligenz
Bevor ich Ihnen hier die besten Möglichkeiten nenne, Ihre flüssige Intelligenz und somit Ihre Gedächtnisleistung zu erhöhen, das allerwichtigste vorweg: Sorgen Sie bitte für ausreichend Schlaf und Entspannung für Ihren Kopf. Im Schlaf werden im menschlichen Gehirn unzählige Vorgänge gestartet und nur im ausgeschlafenen Zustand sind wir in der Lage, uns aufmerksam auf Dinge zu konzentrieren. Und ohne Konzentration gelangt so gut wie gar nichts in unser Gedächtnis.

Tipp 1: Training für das Gehirn durch Bewegung

Wären unsere Vorfahren vor vielen tausend Jahren genauso bequem gewesen wie wir heute, würde es uns hoch entwickelten Lebewesen heute wohl nicht geben… Zwar haben wir heute viele Annehmlichkeiten, die es uns erlauben, ‚faul’ zu sein, aber förderlich für unsere Gesundheit und unsere Fitness, sowohl geistig als auch körperlich, sind sie nicht. Das beste Beispiel ist wohl das Auto. Ich denke, Sie verstehen, was ich meine. Nur durch körperliche Bewegung wird die adulte Neurogenese in unserem Gehirn aktiviert, nur durch Aktivität können wir unser Gehirn anregen, neue Nervenzellen und Verbindungen zu schaffen und sich neu zu strukturieren. Außerdem liegt es auf der Hand, dass Sport gut für unseren Blutkreislauf ist und nur unser Blut kann das Gehirn mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. Die flüssige Intelligenz wird durch regelmäßige Bewegung in jedem Fall stimuliert und gesteigert.

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Tipp 2: Das Denken aktivieren

Man sollte meinen, dass wir das eh schon den ganzen Tag machen. Aber nein, leider weit gefehlt. Wenn wir träge vor dem Fernseher hängen und uns einfach nur berieseln lassen, hat unser Gehirn nicht viel zu tun. Wenn wir ständig über Dinge nachdenken, die in der Vergangenheit liegen und nicht mehr geändert werden können, hat unser Gehirn zwar denktechnisch etwas zu tun, aber leider nichts, was uns weiter bringt. Es geht also vor allem darum, das Gehirn und das Denken zu aktivieren. Dies geschieht, wenn Sie lesenkonzentration-intelligenz, wenn Sie auf Reisen gehen und neues entdecken, wenn Sie Kurse besuchen und etwas Neues lernen, wenn Sie Diskussionen und Gespräche mit anderen führen und offen gegenüber anderen Ansichten sind oder wenn Sie mal tanzen gehen (am besten gleich einen Kurs mit Ihrem Partner besuchen – so haben Sie Bewegung und das Lernen von neuen Dingen gleich gemeinsam erledigt).

Tipp 3: Konzentration und Aufmerksamkeit

Genau. Konzentrieren Sie sich! Auf was auch immer… Egal, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit lenken, nur wenn Sie aufmerksam sind, können Sie neue Dinge wirklich aufnehmen und Ihr (Langzeit-) Gedächtnis weiterleiten. Dinge, die wir nur so ‚nebenbei’ wahrnehmen, werden es niemals in unser Gedächtnis schaffen. Oder können Sie sich etwa noch an die Inhalte des Gespräches erinnern, das Ihre beiden Sitznachbarn im Zug vor zwei Wochen geführt haben? Wenn Sie kein Supergedächtnis haben oder das Gespräch Sie nicht interessiert hat, wahrscheinlich nicht…

Tipp 4: Gut organisiert sein und bleiben

Zugegeben, das hört sich gerade ein wenig konfus an. Aber das ist es nicht. Wenn unser Leben im Chaos versinkt, wenn wir nichts planen und einfach versuchen, in den Tag hinein zu leben, sieht es in unserem Gehirn genauso chaotisch aus. Unsere Gedanken sind dann quasi genauso unter Stress wie unser gesamter Körper. Daher ist es wichtig, ein wenig Ordnung zu schaffen und organisiert zu sein. Das heißt natürlich nicht, dass Sie sich jeden Tag einen strammen Zeitplan aufstellen sollen und diesen rigoros befolgen sollen. Aber: Ordnung ist das halbe Leben – auch in unserem Kopf!

Tipp 5: Paare bilden, Verknüpfungen erstellen, assoziieren

Wenn wir Erinnerungen inpuzzle unserem Gehirn abspeichern wollen, müssen verschiedene Bereiche unserer grauen Masse zusammen arbeiten. Wir brauchen am besten visuelle und auditive Informationen, wenn möglich in Verbindung mit einer Emotion oder einem ‚Feeling’. Wenn Sie sich also etwas einprägen wollen, versuchen Sie, möglichst viele Informationen zu erlangen. Als kleines Beispiel: Sie möchten Stoff kaufen, um neue Kissen für Ihr Sofa zu nähen. Sie gehen in unzählige Geschäfte, sehen tausend Muster und Stoffarten. Wenn Sie nun aber nicht nur die Informationen nehmen, die Ihre Augen sehen (Farbe, Muster), sondern auch noch mit Ihrer Hand darüber streichen, werden Sie hinterher besser wissen, in welches Geschäft Sie am Ende Ihrer Shopping-Tour zurückkehren müssen, um den Stoff zu kaufen, der Ihnen am besten gefallen hat. Das Resultat ist, dass durch diese Verknüpfungen eine höhere flüssige Intelligenz erreicht werden kann. Auch das Arbeitsgedächtnis profitiert hiervon langfristig.

Tipp 6: Die richtige Einstellung

Um sich Dinge einzuprägen, brauchen Sie die richtige Grundhaltung! Stellen Sie sich mal vor, Sie müssen ein Backrezept auswendig lernen, obwohl Sie weder backen können, noch gerne Kuchen essen. Meinen Sie, es fällt Ihnen leicht, alle Zutaten mit Mengenangabe und alle Arbeitsschritte auswendig zu lernen? Mit ziemlicher Sicherheit: eher nicht! Wenn wir aber mit Ehrgeiz, Neugier und Optimismus an eine neue Sache herangehen, werden wir mehr Erfolg haben! Wollen wir in den Urlaub nach Spanien fliegen und offen auf die dort lebenden Menschen zugehen, wird es uns relativ leicht fallen, ein paar spanische Vokabeln zu lernen und diese zu behalten…

Tipp 7: Gesunde Ernährung

Was hat nun die Ernährung mit dem Gedächtnis zu tun? Im Grunde sehr viel! Denn ohne den richtigen Treibstoff stellt unser Gehirn die Denkleistung einfach ein (siehe auch Brainfood). Oder funktioniert Ihr Rasenmäher ohne Benzin oder Strom? Mit drei ausgewogenen Mahlzeiten am Tag helfen wir unserem Gehirn, alle Prozesse ordnungsgemäß ablaufen zu lassen. Wir benötigen Vitamine und Mineralstoffe, sollten also bei jeder Mahlzeit (komplexe) Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Obst oder Gemüse und Eiweiße zu uns nehmen. Nur bei einer ausgewogenen Ernährung werden unserem Gehirn die wichtigen Aminosäuren zur Verfügung gestellt, die es braucht. Es konnte nachgewiesen werden, dass durch gesunde Ernährung auch das Arbeitsgedächtnis optimiert wird.

Sollten Sie nun überlegen, eine gesunde Ernährung durch Nahrungsergänzungsmittel zu ersetzen, seien Sie bitte vorsichtig. Ab und zu können die kleinen Mittelchen ganz hilfreich sein (vor allem bzw. ausschließlich Vitamin C, E und B-12, Kalzium, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren), aber auf Dauer können solche Präparate eine ausgewogene Ernährungsweise einfach nicht ersetzen!

Tipp 8: Gedächtnishilfen

Es gibt einige Techniken, um sich Dinge leichter zu merken. Drei davon möchte ich Ihnen hier vorstellen:

Zahl-Symbol-Systeme: Hier werden Zahlen mit Buchstaben verknüpft! Stellen Sie sich vor, Sie sollen für einen Online-Account ein Passwort erstellen. Es dürfen nur Zahlen benutzt werden. Da Sie sich Zahlenfolgen aber noch nie merken konnten, greifen Sie auf folgenden Trick zurück… Nummerieren Sie das Alphabet durch. Die 1 steht für das A, die 2 für das B, die 3 für das C und so weiter. Als Passwort möchten Sie gerne Ihren Namen benutzen. Angenommen, sie heißen Tom, ersetzen Sie die Buchstaben einfach durch die entsprechenden Zahlen: 20 – 15 – 13. Jedes Mal, wenn Ihnen einfällt, dass Ihr Passwort ‚Tom’ sein müsste, wissen Sie wieder, dass Sie 201513 zur Anmeldung eingeben müssen.

Loci-Technik: Verbinden Sie das, was Sie sich merken müssen, mit einem bestimmten Ort! Als Beispiel: Sie sollen auf der nächsten Teambesprechung in Ihrer Firma einen kleinen Vortrag halten. Diesen haben Sie erarbeitet, aber Sie können sich die Inhalte einfach nicht alle merken, um sie frei vortragen zu können. Setzen Sie sich nun geistig in den Besprechungsraum.

Geschichten-Technik: Ähnlich wie bei der Loci-Technik geht es hierbei darum, Inhalte mit anderen Reizen zu verbinden. Erfinden Sie eine kleine Geschichte, denn Geschichten können sich teilweise so gut in das Gedächtnis ‚brennen’ wie ein böser Traum. Müssen Sie zum Beispiel morgen Abend noch unbedingt die Fenster putzen, weil übermorgen Ihre Schwiegermutter zu Besuch kommt, könnte die Geschichte vom kleinen Troll hilfreich sein, der in seiner Waldhütte Besuch erwartete.

Tipp 9: Flüssige Intelligenz erhöhen und hoch halten

Ihre flüssige Intelligenz können Sie erhöhen! Durch Arbeitsspeichertraining, wie es in diesem Buch beschrieben wird! Und anhaltendes, regelmäßiges Training sorgt dafür, dass die flüssige Intelligenz nicht wieder weniger wird!

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Mit Arbeitsgedächtnistraining ADHS reduzieren?

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Ein Beitrag von: Marcel Liechti. Dipl. Gehirntrainer GfG, Master of mathematics

Unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung oder kurz ADHS leiden fünf bis sechs Prozent aller Kinder und rund vier Prozent aller Erwachsenen in der Bevölkerung unserer Breitengrade. Viele Geschwister, Väter oder Mütter von ADHS betroffenen Kindern leiden ebenfalls unter dieser Problematik. Dies bestätigt, dass es sich bei der ADHS im Kern um eine genetisch bedingte, neurobiologische Störung handelt. Dass ausgerechnet Arbeitsgedächtnistraining ADHS ohne Medikamente lindern kann ist sehr erfreulich. Unter MAT-Gehirntrainern ist diese Tatsache schon seit mindestens 10 Jahren beobachtet worden.

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 Das Arbeitsgedächtnis besitzt eine Schlüsselfunktion

Das Arbeitsgedächtnis besitzt eine Schlüsselfunktion und ist für das Lösen von vielen kognitiven Aufgaben von grosser Bedeutung. Es hängt stark mit dem präfrontalen Kortex(Stirnlappen) des Gehirns zusammen. Defizite des Arbeitsgedächtnisses treten bei einigen Störungen auf, bei denen auch der präfrontale Kortex beeinträchtigt ist. Dazu gehören Schlaganfälle, traumatische Gehirnverletzungen und vor allem ADHS. ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung. Div. Forschungsarbeiten konnten einwandfrei zeigen, dass ein systematisches Gehirn-Training das Arbeitsgedächtnis bzw. Arbeitsspeicher(ASP) signifikant verbessern kann. Anhand des ASP-Trainings können die Merkspanne, die Informationsverararbeitungsgeschwindigkeit IVG sowie das komplexe Schlussfolgern verbessert werden. Genau genommen sind Merkspanne und IVG Komponenten des Arbeitsspeichers. Studien vom bekannten Prof. Torkel Klingberg vom Karolinska Institut of Stockholm mittels bildgebenden Verfahren konnten zeigen, dass das ASP-Training die Gehirntätigkeiten im präfrontalen Kortex erhöhen.

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Arbeitsgedächtnistraining

Arbeitsgedächtnis im Zusammenhang mit ADHS

Die Rolle des Arbeitsgedächtnis im Zusammenhang mit ADHS Das Arbeitsgedächtnis besitzt eine Schlüsselfunktion, welche für viele kognitive Tätigkeiten von grosser Bedeutung ist. Das Arbeitsgedächtnis besitzt die Fähigkeit Informationen, während eines kurzen Zeitabschnitts, einige Sekunden, im Gedächtnis zu behalten. Die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses wird in Testsituationen gemessen, indem zB. mit dem bekannten LIE-KAI-Test  von Dr. Lehrl, GfG, die Merkspanne und die IVG gemessen werden. Im Alltag benötigen wir das Arbeitsgedächtnis, um uns an Pläne oder Anweisungen zu erinnern, beim Lösen von Problemen sowie beim kontrollieren der Aufmerksamkeit (z.B., sich erinnern, was man beachten muss).

Arbeitsgedächtnis verbessern

Kann durch Training das Arbeitsgedächtnis verbessert werden und damit eventuell auch die Merkspanne und die Informationsverararbeitungsgeschwindigkeit? Die Antwort ist entschieden ja. Die Aussage: Arbeitsdedächtnistraining anstelle von Ritalin, ist im Ansatz richtig! Torkel Klingberg erforscht seit etlichen Jahren am Karolinska Institut und an der Stanford Universität die neuronalen Grundlagen des Arbeitsgedächtnisses und deren Defizite bei Kindern und jungen Erwachsenen. Seit jeher wurde angenommen, dass die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses eine fixe Eigenschaft des Individuums ist. Viele Entwickler um bekannte Neurologen begannen Arbeitspeicherprogramme zu entwickeln. Während des Trainings wird die Leistung adaptiv dem Probanden angepasst, seine Daten gespeichert und für laufende und spätere Analysen verwendet. Eines der flexibelsten Programm heisst PrimusFlex und wurde von der Firma Neuronation in Berlin entwickelt. Diese bereits mehrfach ausgezeichnete junge Berliner Firma wird tatkräftig vom Dortmunder Prof. Falkenstein in wissenschaftlichen Aspekten beraten. Das Resultat sind bereits renommierte Auszeichnungen.

Studie belegt die Richtigkeit der Arbeitsgedächtnistraining

In der doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie über die klinischen Effekte des Trainings, wurden Kinder im Alter von 7-13 Jahre mit ADHS untersucht.

Die Resultate wurden bereits im September 2002 von Klingberg . Verglichen wurden zwei Gruppen: eine Behandlungsgruppe und eine Kontrollgruppe. Beide Gruppen wurden vor und nach dem Training neuropsychologisch getestet. Als die Resultate der beiden Gruppen verglichen wurden, konnte aufzeigt werden, dass sich die Behandlungsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe in den Aufgaben signifikant stärker verbessern konnten, ein erfreuliches Resultat, welches die ADHS-Betroffenen neue Hoffnungen nährt . Etwas unerwartet ist nebenbei das Ergebnis, dass sich die Kinder der Behandlungsgruppe auch bei der Aufgabe zum „logischen Schlussfolgern/Denken“ verbessert haben, was ja gerade in mathematisch orientierten Fächern sehr wichtig ist. Diese Aufgaben korrelieren stark mit dem flüssig-IQ. Es gibt keinen Grund diese positiven Resultate nicht eins zu eins auf Erwachsene zu übertragen, ist doch ADHS, wie wir wissen, vor allem genetisch bedingt!

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Weitere Trainingsstudien mit ADHS

Gibt es auch Transfereffekte des Arbeitsgedächtnistrainings? Eine Zweite Studie bestätigt diese Vermutung. Mehr kann der interessierte Leser  hier erfahren. Eine weitere Trainingsstudie mit ADHS, ebenfalls von Klingberg, welche mehr Probanden einschloss ergab im wesentlichen folgende Resultate: Es zeigte sich ein signifikanter Behandlungseffekt für die nicht trainierten Aufgaben, welche das visuell-räumliche und das verbale Arbeitsgedächtnis, und das logische Denken messen. Drei Monate nach der Intervention, konnte durchschnittlich immer noch mehr als 90% des Trainingeffektes in den Aufgaben zum Arbeitsgedächtnis festgestellt werden.

Die Elterneinschätzungen zeigten eine signifikante Reduktion bei den Symptomen der Unaufmerksamkeit und der Hyperaktivität/ Impulsivität. Dies sowohl direkt nach dem Training sowie bei der Nachbefragung. Kombinierte Einschätzungen von Lehrpersonen und Eltern zeigten eine signifikante Reduktion der Symptome bezüglich der Unaufmerksamkeit direkt nach der Intervention. Nur 40% der Probanden, die vor der Intervention die Kriterien für ADHS (Typ Unaufmerksamkeit) erfüllten, taten dies noch nach dem Training. Diese Resultate bestätigten somit die Ergebnisse der ersten Studie eindrücklich. Zudem zeigten die Autoren, dass sehr bedeutsame Symptome des ADHS reduziert werden konnten.

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Arbeitsgedächtnistraining anstelle von Ritalin

Dass ein Transfereffekt bei über 60% der teilnehmenden Kinder festgestellt wurde, auch noch nach 3 Monaten, ist sehr ermutigend. Die Aussage: Arbeitsgedächtnistraining anstelle von Ritalin ist für ADHS also nicht so abwegig. Jedoch gerade Prof. Russel Barkley sagt hingegen klar, dass vorläufig auf Ritalin nicht verzichtet werden kann! Eine gute Mischung könnte das Rezept sein.

Messung des Arbeitsspeichers sind essentiell

Messung der laufend verbesserten Arbeitsspeicherkapazität ist unerlässlich. Die GfG, Gesellschaft für Gehirntraining in Deutschland, unter dem Forscher Dr. Lehrl, hat ein objektives Messprogramm LIE-KAI-Test  für die Arbeitsspeicher-Kapazität entwickelt. Interessenten können dieses Programm dort einsehen. Die Firma neuronalfit hat genau dieses Messprogramm bei ihrer Fallstudie im Altersheim Rümlang eingesetzt. Resultate solcher Messungen ersehen Sie im folgenden link. Für Jugendliche und computerorientierte Erwachsene, die vorallem am Computer mit diesem vorgeschlagene Arbeitsgedächtnis-Training PrimusFlex trainieren wollen empfehlen wir für die Überwachung des Fortschrittes der Arbeitsgedächtniskapazität die computerisierte Form des LIE-KAI-Test es auf der Website von Neuronalfit anzuwenden. Es ist aber dringend abzuraten, die Interpretation ohne eines Fachmannes zu machen! Einführung in die die Programme macht neuronalfit gerne auf Anfrage.

Ratschlag: Was ist zu tun! Nur ein Spezialisierter Neurologie kann urteilend einer ADHS leidenden Person vollumfänglich helfen. Was aber in diesem Aufsatz klar geworden ist, ist ein professionelles Arbeitsgedächtnistraining zum Bsp. Mit dem PrimusFlex-Programm von Neuronation und der Fortschrittsüberwachung mittels LIE-KAI-Tests von neuronalfit eine nutz- und gewinnbringende Unterstützung für ADHS-leidende Kinder und Erwachsene. Der Effekt wird nach wenigen Wochen messbar und erkennbar sein. Nebeneffekte wie Vorteile im logischen Denken, Kopfrechnen, Schnellere Verarbeitung von Informationen und eine bessere Fokussierung auf Aufgaben sind in jedem Fall erkennbar. So gesehen sollten eigentlich viele Jugendliche und Erwachsene Arbeitsgedächtnistraining machen. Auf was warten Sie noch?

Tipp:  

Durch eine Gehirnpotential-Analyse lassen sich bereits sichere Aufschlüsse über mögliche Verbesserungen der Gehirnleistungen machen.  Hier können Sie dies für Ihr Kind oder für sich selber kostengünstig durchführen!

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Verstecktes Arbeitsgedächtnistraining durch Spielen

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Ein Beitrag von Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG

  „Los Kinder, geht doch mal ein bisschen in eurem Zimmer spielen und beschäftigt euch eine Weile für euch selber…“. Die Eltern unter Ihnen werden sich nun wahrscheinlich etwas ertappt fühlen, auch wenn der Wunsch nach ein bisschen Ruhe vor dem eigenen Nachwuchs und dessen Freunden wohl für Jeden verständlich ist. Schließlich haben wir auch Dinge zu tun, die ohne die lieben Kinder einfach viel schneller erledigt sind.

Dass Sie durch dieses angeordnetes Spielen direkt etwas für das Gehirn ihrer Liebsten tun und somit auch die Intelligenz fördern ist den meisten kaum bewusst. Und ich möchte Sie beruhigen: Sie brauchen an dieser Stelle kein schlechtes Gewissen zu haben. Denn im Grunde tun Sie Ihren Kindern damit etwas sehr gutes. Und zwar nicht nur den Kleinen, sondern auch den größeren im Teenager-Alter.

Förderung der geistigen und sozialen Intelligenz

Mit Sicherheit denken viele, dass einfach nur „verspielte“ Zeit den Kindern nichts bringt. Schließlich beschäftigen wir uns in diesen Momenten nicht mit ihnen, wir schenken ihnen keine Aufmerksamkeit und wir fördern sie nicht. Wenn die Kinder toben, können sie vielleicht ein bisschen Energie loswerden, damit sie abends ins Bett fallen und friedlich schlafen. Aber ob spielen hilfreich für die Entwicklung ist? Ja, ist es! Die Forscherwelt hat nämlich herausgefunden, dass insbesondere das freie Spielen (das heißt ohne Ideen oder konkrete Anweisung von Anderen) förderlich für die geistige und soziale Entwicklung des Nachwuchses ist. Sogar die flüssige Intelligenz profitiert vom freien Spiel.

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Wo wir gerade schon bei der Intelligenz sind. Intelligenz stellt eigentlich das Nonplusultra da. Ohne Intelligenz kein Erfolg in der Schule, im Studium oder später in der Berufswelt. Ohne soziale Intelligenz würden wir ziemlich alleine dastehen in unserem Leben. Die Intelligenz kann man heutzutage sogar schon bei kleinen Kindern messen. Bei den IQ-Tests kommen trotz aller Schwankungen (z. B. weil man mal einen schlechten Tag erwischt hat) auch wahrheitsgemäße Werte heraus, die eine deutliche Richtung weisen. Die liebenden Eltern möchten die Intelligenz ihrer Kinder und Heranwachsenden natürlich fördern, damit sie auf einem soliden Fundament ihre Zukunft aufbauen können. Und es funktioniert. Die Frage ist nur: Wie?

Ist ein höherer IQ möglich?

gehirntraining-schueler-415x280Bevor wir auf die Einflüsse von freiem Spiel auf die Intelligenz eingehen, möchte ich Ihnen noch ein paar generelle Forschungsergebnisse zur Intelligenzförderung in Zusammenhang mit Arbeitsgedächtnistraining mitgeben. Es fängt schon bei der Ernährung an. Vor allem die gesunden Omega-3-Fettsäuren sind essentiell für die Intelligenz. Zwar nicht direkt, aber diese wichtigen Fettsäuren bilden sozusagen die Grundlage für die Intelligenz, da das menschliche Gehirn ohne sie gar nicht richtig funktionieren könnte. Außerdem wurde herausgefunden, dass Kindergärten und Kindertagesstätten sehr hilfreich bei der Förderung der Intelligenz sind. Zumindest haben Kinder, die in solchen Einrichtungen einen Teil ihrer Zeit verbringen, einen höheren Intelligenzquotienten als solche, die zu Hause aufwachsen. Auch, wenn Eltern ihren Kindern regelmäßig Geschichten vorlesen, haben diese einen höheren IQ. IQ-Tests eignen sich für die Messung der Steigerung der Intelligenz sehr gut und sind auch im Internet vielfach zu finden, teilweise auch kostenlos.

Gezieltes Gehirntraining & Arbeitsgedächtnistraining

Schließlich gibt es seit einiger Zeit auch gezieltes Gehirntraining, das auch Arbeitsgedächtnistraining beinhaltet. Dieses kann in ziemlich jeder Altersstufe absolviert werden, da viele Übungen zur Steigerung der Gehirnleistung auch auf spielerische Art und Weise gelöst werden können. Die Welt der Wissenschaftler ist sich einig, dass ein gezieltes Gehirntraining deutliche Entwicklungsvorteile in Bezug auf das Gehirn und die Intelligenz bringt. NeuroNation bietet ein solches Trainingsprogramm, das individuell auf die Teilnehmer angepasst wird und somit spielerisch die Intelligenz fördern kann.

Allerdings müssen Sie als Eltern aufpassen. Der Wunsch nach einem intelligenten Kind, das bis zum Abitur mit guten Noten glänzt, ist mehr als verständlich. Aber wie bei fast allem, kann ein Zuviel auch einfach zu viel des Guten sein. Jedes Kind ist individuell, jedes Kind lernt Dinge in einer anderen Geschwindigkeit, jedes Kind ist in einem anderen Maße motiviert und jedes Kind interessiert sich für andere Dinge. Auch die organische Entwicklung des Gehirns läuft nicht bei jedem gleich ab. Und wenn bestimmte Bereiche des Gehirns einfach noch nicht so weit sind, hilft Förderung gar nichts. Wir sollten den Nachwuchs also auf keinen Fall überfordern. In Überforderungssituationen – das kennen wir von uns selbst wohl auch sehr gut – wird schnell resigniert und die Enttäuschung ist groß. So kann Gehirntraining einfach keinen Spaß machen. Und ohne Spaß oder Motivation dürften die Fortschritte sehr gering ausfallen.

Einfluss des Spielens auf kognitive Fähigkeiten

Nun aber zurück zum Spielen… Spielen ist pures Arbeitsgedächtnistraining! Kindern und Jugendlichen, die das nicht ausüben können, entgeht sehr viel. In welche Bereiche das (freie) Spielen einen Einfluss hat, zeigt die folgende Aufzählung:

  • Sprache: Es wurde wissenschaftlich belegt, dass bei Kleinkindern durch das Spielen mit Bauklötzen der Spracherwerb gefördert wird.
  • Teamfähigkeit: Die soziale Kompetenz der Hilfsbereitschaft wird durch Spielen gefördert. Spielen Kinder nur sehr wenig, werden sie im späteren Leben oft sozial ‚auffällig’. Für ein gemeinsames Spiel sind ein hohes Maß an Kooperation, aber auch konkrete Absprachen, nötig, was die Kinder so auf spielerische Art lernen.
  • Kontrafaktisches Denken: Hierunter versteht man die Fähigkeit, über Dinge in der Zukunft und deren Folgen nachzudenken. Eine typische Formulierung bei Kindern hierfür wäre: „Wenn ich mal groß bin, möchte ich Feuerwehrmann werden.“ Vor allem bei Rollenspielen können Kinder die Fähigkeit des kontrafaktischen Denkens ausbauen.
  • Problemlösen: Beim Spielen kommt es immer wieder zu Situationen, in denen Probleme auftauchen oder Lösungen gefunden werden müssen. Vor allem bei kreativen Spielzeugen (wie Bauklötzen oder Legosteinen) wird diese Fähigkeit besonders trainiert.bild1
  • Mathematisches Denken: Unabhängig vom Intelligenzquotienten wurde beobachtet, dass Kinder, die im Alter von vier Jahren komplexe Gebäude oder ähnliches aus Bauklötzen entwerfen, später in der Schule bessere Leistungen in Mathematik erbringen.
  • Ausdrucksweise: Wenn Kinder miteinander spielen, benutzen sie eine verfeinertere Sprache, als wenn sie mit Erwachsenen sprechen. So wird die Fähigkeit zum Ausdruck (Wortschatz, Satzstellung) trainiert.
  • Aufmerksamkeit: Wenn Kinder für ein paar Minuten (etwa zehn bis zwanzig) als „Unterrichtspause“ frei spielen dürfen, können sie dem Unterricht aufmerksamer folgen. Sportunterricht erfüllt übrigens nicht denselben Effekt, da hier konkrete Anleitungen und Handlungsaufforderungen gestellt werden.
  • Ausgeglichenheit: Leider bisher nur in Tierstudien belegt ist die Tatsache, dass Menschen im Erwachsenalter ausgeglichener und entspannter sind, wenn sie in ihrer Kindheit und Jugend ausgelassen spielen konnten.
  • Verminderung von Angst: Wer beim Heranwachsen auf eine riskante Art und Weise spielt, lernt, Stress und Angst abzubauen und ein Gefühl für den eigenen Körper und die eigenen Emotionen zu bekommen.
  • Konfliktfähigkeit: Die Erwachsenen, die Konflikte ohne jegliche Form von Gewalt lösen können, haben in ihrer Kindheit wahrscheinlich sehr oft mit Gleichaltrigen gerauft.
  • Soziale Kompetenz: Vor allem in Rollenspielen können Kinder und Jugendliche lernen, sozial angemessen mit ihren Mitmenschen umzugehen. Hier können die unterschiedlichsten Verhaltensmuster ausprobiert und auf ihre Wirksamkeit untersucht werden.
  • Impulskontrolle: Im Spiel mit Anderen können die Heranwachsenden lernen, Ihre Impulse wahrzunehmen und diese auch zu kontrollieren. Das gleiche gilt für den Umgang mit den eigenen Emotionen. Auch im Spiel kommt es zu Freude, Aggression oder Enttäuschung. Mit diesen Emotionen sozial angemessen umzugehen, bedeutet einen großen Lernerfolg für das spätere Leben.
  • Neuronenwachstum: Genau so, wie körperliche Bewegung die Nervenzellen wachsen lässt, geschieht dies auch im freien Spiel, da hier unterschiedlichste Hirnregionen zusammen „arbeiten“ müssen. Vor allem in der Großhirnrinde, im Hippocampus und in der Amygdala wird beim Spielen das Nervenzellwachstum angeregt.

Fazit: Sie sehen also: Sie können Ihre Kinder, egal in welchem Alter sie sind, ruhig mal „wegschicken“ und „sich selbst überlassen“. Ein schlechtes Gewissen wäre hier absolut fehl am Platz. Denn sie haben ja alle etwas davon. Ihr Nachwuchs kann lernen, ohne dass es als nerviges Lernen wahrgenommen wird, und Sie haben mal Zeit, Dinge für sich alleine oder mit Ihrem Partner/ Ihrer Partnerin zu machen, bei denen Ihre Kinder nicht unbedingt dabei sein müssen. Das freie Spiel bedeutet also auch ganz viel Freiheit: Für Sie, und für die geistige Entwicklung Ihrer Sprösslinge, insbesondere des Arbeitsgedächtnisses in Rahmen von Arbeitsgedächtnistraining.

 
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Mit Arbeitsgedächtnistraining zum Schulerfolg?

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Ein Beitrag von Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG

Mit Arbeitsgedächtnistraining zum Schulerfolg? Klingt ja zunächst einmal sehr logisch. Wenn unsere Kinder und Enkel ein fittes Oberstübchen haben, dürfte Ihnen das Lernen in der Schule bestimmt leichter fallen. Wie aber genau können Arbeitsgedächtnistraining und Schulerfolg miteinander in Verbindung gebracht werden? Und macht Gehirntraining in solch jungen Lebensjahren überhaupt schon Sinn?

(Beachten den zweiteiligen Artikel: Dank Arbeitsgedächtnistraining fit für die Schule)

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Bildung ist entscheidend

In unserer Gesellschaft kommen wir nicht darum herum, die Schulbank zu drücken. Nur sehr wenige Kinder gehen wahrscheinlich gerne zur Schule und haben Spaß daran, etwas Neues zu lernen. Gerade wenn es um Mathe, oder aber auch Kunst geht, ist es für viele doch eher der Zwang anstatt die pure Freude. Gute Noten sind aber unerlässlich, um später mal einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen.

Und auf unserer Bildung baut sich sozusagen unser gesamtes Leben auf. Die Bildung entscheidet (sehr oft), mit welchen Personen wir verkehren und in welchen sozioökonomischen Verhältnissen wir leben. Von daher muss es von enormer Wichtigkeit sein, die heutigen Kinder zu fördern, damit Sie das bestmögliche in ihrem Leben erreichen können. Eine dieser Maßnahmen sind sogenannte kognitive Trainings. Hierbei sollen gezielt die Wahrnehmung, das Denken und das Gedächtnis trainiert werden, damit das Lernen leichter fällt. Kurzum: das Arbeitsgedächtnis wird trainiert!

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Arbeitsgedächtnis: “Schaltzentrale unseres Körpers”

Unser Arbeitsgedächtnis… Quasi die Schaltzentrale unseres gesamten Körpers. Hier gehen alle (ja, wirklich alle!) Informationen ein, die wir irgendwie wahrnehmen. Das können Worte von anderen Personen sein, oder aber auch visuelle Reize, wie eine rote Ampel oder Reize, die unser Körper mit anderen Sinnesorganen aufnimmt. Egal was es ist, der Eingang zu unserem Gehirn ist der Arbeitsspeicher. Wollen wir ein Gespräch führen, muss das Gesagte in unser Gehirn gelangen. Unser Arbeitsspeicher verarbeitet die Informationen und entscheidet dann, ob er diese Dinge abspeichert, eine Handlung folgen lässt oder einfach alles wieder löscht. Sagt unser Gegenüber bspw. einfach nur „Tschüss“ am Ende einer netten Unterhaltung, muss dieses Wort nicht ins Gedächtnis weitergeleitet werden.

Wir müssen uns später nicht mehr daran erinnern, diese Information ist also mehr oder weniger unwichtig. Aber unsere Höflichkeitsformen haben uns beigebracht, dass wir uns ebenfalls verabschieden müssen, sodass unser Arbeitsspeicher dem Sprachzentrum den Befehl gibt, zu antworten. Sehen wir eine rote Ampel, weiß unser Arbeitsgedächtnis, dass wir stehen bleiben sollten, weil es sich mit dem Gedächtnis kurzschließt. Dieses hat die Erfahrung gemacht, dass eine rote Ampel Stillstand bedeutet. Also befielt unser Arbeitsgedächtnis unserem motorischen Zentrum, stehen zu bleiben. Sie sehen also: ohne unser Arbeitsgedächtnis wären wir kaum lebensfähig.

Arbeitsgedächtnis verbessern durch gezieltes Gehirntraining

Die Kapazität und Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses ist bei jedem Menschen individuell. Das heißt aber nicht, dass diese Leistung einmal angeboren und nicht mehr veränderlich ist. Durch gezieltes Training können wir Leistung und Kapazität enorm steigern. Die Gehirnareale, in denen unser Arbeitsgedächtnis verortet ist, sind entwicklungstechnisch übrigens absolute Spätzünder. Ist ja auch nicht weiter verwunderlich, jetzt wo wir wissen, welch wichtige Aufgabe das Arbeitsgedächtnis zu erfüllen hat. Frontal- und Parietallappen entwickeln sich langsam und über die gesamte Kindheit und Jugend hinweg. Und bei dieser Entwicklung können wir einwirken, bzw. sie unterstützen.

 

Was hat unser Arbeitsgedächtnis mit dem Schulerfolg zu tun?

Im Grunde ist es ja ganz einfach. Wenn der Pauker vorne an der Tafel steht und versucht, uns das kleine Einmaleins zu erklären, brauchen wir ein funktionierendes Arbeitsgedächtnis. Schließlich muss das, was der Lehrer uns erzählt, erst einmal in unseren Ohren und dann in unserem Gehirn ankommen. Vielleicht kennen Sie es von sich selber, dass man sich manchmal so gar nicht konzentriert und lieber vor sich hin träumt? Mit einem gut trainierten Arbeitsgedächtnis können wir uns besser konzentrieren.

Außerdem ist das Arbeitsgedächtnis dann auch besser in der Lage, die zufließenden Informationen (hier das kleine Einmaleins) einzuordnen und es zu verarbeiten. Wenn die Information also eingeht, hält das Arbeitgedächtnis kurz Rücksprache mit dem Gedächtnis. Es wird überprüft, ob Anfänge dieses Wissens bereits vorhanden sind und ob es sich lohnt, diese Informationen abzuspeichern. Das Gedächtnis eines Kindes in der Schule wird hierauf wahrscheinlich antworten, dass alles, was in der Schule erzählt wird, abgespeichert werden sollte. Und genau das befolgt das Arbeitsgedächtnis dann. Sie sehen also: ohne Arbeitsgedächtnis kein Lernerfolg!

Einfluss auf Lernfähigkeit und Intelligenz

Neuste Studien haben sogar belegt, dass die Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses zum Lernen mindestens genauso wichtig ist, wie die angeborene Intelligenz!bild1

In der Forschung wurde vor allem der Zusammenhang zwischen dem Arbeitsgedächtnis und der sprachlichen sowie der mathematischen Leistungsfähigkeit untersucht. Je besser das Arbeitsgedächtnis, desto besser die Leistungen in Mathematik, Lesen und Schreiben. Bei Untersuchungen mit Grundschülern fand man heraus, dass der Zusammenhang sich je nach Klasse und Lernstand veränderte und andere Bereiche des Arbeitsgedächtnisses benutzt wurden. Während Schüler der ersten Klasse Matheaufgaben z. B. durch einfaches Zählen lösen (räumliches Arbeitsgedächtnis), benutzen Schüler der dritten Klasse bereits ihr verbales Arbeitsgedächtnis und rufen Faktenwissen, wie bspw. das kleine Einmaleins, ab. Mehr dazu auch hier.

Lernstörungen bei Schülern

Und im Umkehrschluss heißt dieser Zusammenhang auch, dass viele Lernstörungen (z. B. Lese- und Rechtschreibschwäche, Probleme mit Kopfrechnen) mit einer verminderten Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses zu erklären sind. Das diese Defizite eine nicht wirklich positive Auswirkung auf den Schulerfolg haben, dürfte wohl jedem klar sein…

Ohne ein funktionierendes Arbeitsgedächtnis hätten wir in Sachen Schule also mehr als schlechte Karten. Aber heißt das nun gleichzeitig, dass die schulischen Leistungen verbessert werden können, wenn ein gezieltes Arbeitsgedächtnistraining stattfindet?

Arbeitsgedächtnis und der Transfereffekt

Die Wissenschaft ist sich zu dieser Frage ausnahmsweise mal ziemlich einig und bejaht dies eindeutig! Werden regelmäßig Aufgaben zur Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses durchgeführt, können ebendiese Aufgaben innerhalb kürzester Zeit immer sicherer gelöst werden. Auch computerbasiertes Training zeigt klare Erfolge. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der sogenannte Transfereffekt. Hierunter versteht man eine Übertragung von einem Lernbereich auf den anderen. Bei Übungen, die darauf abzielen, sich für einen kurzen Zeitraum Informationen abzurufen, können sich auch die Fähigkeiten zum logischen Schlussfolgern und zur Impulskontrolle (Unterdrückung von unangebrachten Handlungen) sowie die Aufmerksamkeit verbessern.

Solche Transfereffekte konnten mittlerweile auch bei Kindern mit ADHS-Symptomatik nachgewiesen werden. Allerdings scheint es so, dass der Transfer nicht automatisch und von ganz alleine geschieht, sondern dass gewisse Einflüsse ihn mit steuern. Hierzu zählt bspw. die Intensität des Arbeitsgedächtnistrainings, aber auch die Leistungsfähigkeit vor Beginn des Trainings und die persönliche Motivation. Außerdem wurden je nach wissenschaftlicher Untersuchungsmethode leicht abgeänderte Ergebnisse erreicht. Von daher sind Aussagen zum Transfer (noch) mit ein wenig Vorsicht zu genießen…

Fest steht jedoch mittlerweile, dass ganzheitliche Trainings mehr Erfolg bringen wie Übungen, die sich nur auf einzelne Bereiche des menschlichen Gehirns beziehen.

Fazit: Nachhaltiges Arbeitsgedächtnistraining lohnt sich also in jedem Falle. Und zwar ganz egal, wie alt Sie sind!

 

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Mit Gehirntraining das Demenz-Risiko senken

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bild4In unserem letzten Artikel haben wir eine Studie betrachtet, die die Langzeiteffekte des Arbeitsgedächtnistrainings betrachtet. Diese Studie von Herrn Rebok wurde auch zum Anlass genommen, um zu überprüfen, ob durch ein nachhaltiges Gehirntraining das Demenz-Risiko gesenkt werden kann. Bevor hier auf die Ergebnisse dieser Auswertung eingegangen wird, zunächst noch ein paar Worte zur Demenz:

Was ist Demenz?

Demenz – ein Begriff aus dem Lateinischen, der grob in etwa als „Verlust des Verstandes“ oder „ohne Geist“ übersetzt werden kann. Über die Ursachen sagt dieser Begriff jedoch nichts aus. Bis vor etwa 100 Jahren wurden unter der Demenz verschiedenste Krankheiten eingeordnet, die mit einem Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergingen, inklusive einiger psychischer Erkrankungen.

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Im Laufe der Jahre und als Ergebnis der stattgefundenen Forschung traten emotionale Symptome (wie sie bspw. bei Depressionen vorkommen) immer mehr in den Hintergrund und die Demenz wurde vor allem dann diagnostiziert, wenn die Leistungsfähigkeit der kognitiven Funktionen, also das Aufnehmen von Informationen, deren Weiterverarbeitung und deren Speicherung, beeinträchtigt oder (fast) nicht mehr vorhanden war.

Vielleicht haben Sie auch eher ältere Menschen im Kopf, wenn Sie an das Thema Demenz denken. Zwar muss ein hohes Lebensalter nicht zwangsweise mit einer Demenz zusammenhängen, jedoch gilt die hohe Lebenserwartung, die wir aufgrund des medizinischen Fortschritts mittlerweile haben, als einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung der Demenz.

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Was passiert im Gehirn bei einer Demenz?

Wir können viel für die Gesunderhaltung unseres Gehirns tun, aber der Eingriff in biochemische Abläufe unseres Körpers und somit unseres Gehirns ist nur beschränkt möglich. Sie wissen ja, dass sich das menschliche Gehirn ein Leben lang verändern und neu strukturieren kann.

Trotzdem steigen im Alter die negativen Einflüsse (wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) und nicht immer können wir ihnen durch positive Unterstützungsmaßnahmen entgegenwirken. Unser Gehirn ist halt ein ziemlich komplexes und kompliziertes Organ, in dem kleinste Störungen von außen Spuren bzw. Schädigungen hinterlassen können. Führen diese Schädigungen zu einer Beeinträchtigung des Gehirns, können diese sich als Demenz bemerkbar machen.

Die Demenz und alle ihre Unterformen gelten als chronische Erkrankung des Gehirns, bei der es zu einem Abfall der Anzahl der Nervenzellen und dem Verlust von funktionierendem Hirngewebe kommt.

Demenz = Alzheimer?

Oft wird die Demenz mit Alzheimer gleichgestellt. Dies ist jedoch aus medizinischer Sicht nicht richtig. Herr Alois Alzheimer benannte diese Erkrankung vor etwa 100 Jahren zum ersten Mal. Heute zählt sie zu den Unterformen der Demenz. Auch hier sind meist Menschen im höheren Lebensalter betroffen. Aber nicht nur. Alzheimer kommt auch bei jüngeren Personen (etwa ab der Lebensmitte) vor.

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Mit Gehirntraining Demenz vorbeugen?

Auf einer Veranstaltung der International Alzheimer’s Association wurde nun die Studie des Herrn Rebok neu analysiert. Hierbei zeigten sich Ergebnisse, die mit dem Risiko einer Demenz-Erkrankung zusammenhängen:

  • Die Trainingsgruppe, die sich mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit beschäftigte, hatte ein geringeres Risiko, später an Demenz zu erkranken. Das Risiko sank erstaunlich um 33%!
  • Bei den beiden anderen Gruppen, die das schlussfolgernde Denken und das Gedächtnis trainiert hatten, konnte ein solcher Effekt nicht nachgewiesen werden.

Allerdings ist an dieser Stelle anzumerken, dass es sich hierbei um vorläufige Ergebnisse handelt, die noch durch unabhängige Gutachter bestätigt werden müssen. Aber auf den ersten Blick erscheinen die Ergebnisse doch sehr vielversprechend. Vielleicht ist es in einigen Jahren ja möglich, das Vorkommen der Volkskrankheit Demenz durch gezielte Maßnahmen wie Gehirntraining zu reduzieren oder den Beginn der Erkrankung um Jahre aufzuschieben? Sobald es hierzu neue Studien gibt, werde ich Sie auf dem Laufenden halten!

Neuronalfit.ch steht Ihnen beim Gehirntraining zur Seite, mit fundierten Trainingskursen und Gehirntrainingübungen für die geistige Fitness, die auch in anderen Bereichen des Lebens positive Effekte nach sich ziehen!

Erfahrungen Sie auch mehr über Deutschlands Gehirnjogging Community Nr. 1, Neuronation. In Kooperation mit Neuronation bieten wir ein Superangebot.

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Gehirntraining Wirkung – Wie und wie lange profitieren wir?

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gehirntraining-wirkungGehirntraining ist sehr beliebt geworden, insbesondere bei älteren Menschen. Was bringt Gehirntraining? Was ist die Wirkung und wie lange hält diese an?

Wir wissen, dass Arbeitsgedächtnistraining – sofern es mit wissenschaftlich fundierten Methoden durchgeführt wird – nur Vorteile bringt. Aber wie lange können wir bzw. unser Gehirn von einem effektiven Training profitieren?

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Hierzu wurde im Jahr 2014 eine Studie im Journal of the American Geriatric Society veröffentlicht. Der Wissenschaftler George Rebok untersuchte insgesamt 2832 Studienteilnehmer, die ein Durchschnittsalter von 74 Jahren hatten.

Gehirntraining Probanden im Test

Um die Wirkung des Gehirntrainings zu analysieren schauen wir uns folgenden Versuch an. Die Probandinnen und Probanden nahmen an einem kognitiven Training teil, das aus zehn Sitzungen bestand. Das gesamte Training dauerte fünf bis sechs Wochen. Inhaltlich waren die Sitzungen folgendermaßen aufgebaut, wobei eine Gruppe jeweils nur einen der drei Bereiche trainierte:

  • Verarbeitungsgeschwindigkeit: Das Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit erfolgte durch die Aufgabe, nach bestimmten Reizen zu suchen und diese schnellstmöglich aufzuzeigen bzw. zu benennen. Die Präsentationsdauer der gesuchten Stimuli wurde hierfür stetig verkürzt.
  • Gedächtnis: Zum Training des Gedächtnisses wurden den Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern Techniken zum besseren Einprägen von Informationen vermittelt. Diese Techniken nennen sich Mnemotechniken.
  • Schlussfolgerndes Denken: Das Schlussfolgernde Denken wurde dadurch trainiert, dass die Probandinnen und Probanden Muster in Zahlenreihen erkennen sollten.

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Höhere Leistung durch Gehirntraining

Zehn Jahre später wurde von Rebok untersucht, ob sich Effekte des vor Jahren stattgefundenen Trainings auch noch in der Gegenwart zeigten. Hierzu wurde eine Vergleichsgruppe zur Hilfe genommen, welche kein Gehirntraining absolviert hatte, aber derselben Altersklasse angehörten. Die Ergebnisse verblüfften selbst den Wissenschaftler. Denn es kamen erstaunliche Langzeiteffekte zum Vorschein, die die Wirkung von Gehirntraining und Gehirnjogging deutlich bestätigen. Diese zeigten sich vor allem in folgenden Bereichen:

  • Die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei den Probandinnen und Probanden, die am Gehirntraining teilgenommen hatten, war auch nach zehn Jahren noch höher als bei den Personen ohne Gehirntraining!
  • Die vor zehn Jahren trainierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten von deutlich weniger Alltagseinschränkungen im Vergleich zu der untrainierten Vergleichsgruppe!
  • Die Fähigkeiten zum schlussfolgernden Denken waren bei den Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern mit Gehirntraining deutlich höher als bei den untrainierten Personen!

Sie möchten Ihren Fortschritt ebenfalls messen? Neuronalfit.ch bietet als erste Institution einen kostenlosen Gehirntest an. Der LIE-KAI-Test ist ein Test, der zuverlässig Ihre momentane flüssige Intelligenz misst.

Wissenschaftlich fundiertes Gehirntraining

Wenn man bedenkt, dass die Probandinnen und Probanden zum Ende der Studie im Durchschnitt bereits 84 Jahre alt waren, ist vor Allem die Wirkung bzw. Transferwirkung auf den Alltag ein höchst positiver Effekt. Wir kennen es vielleicht von uns selber, aber wahrscheinlich von unseren Eltern und Großeltern. Je älter die Menschen werden, desto mehr Einschränkungen treten im Alltag auf.

Man wird vergesslich, man braucht länger, ums ich an gewisse Dinge zu erinnern oder um alltägliche Aufgaben wie den Haushalt zu erledigen. Deshalb erscheint es doch höchst erfreulich, dass sich ein wissenschaftlich fundiertes Gehirntraining nicht nur auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt, sondern dass sich auch noch positive Effekte auf die Alltagsbewältigung und das gesamte Wohlbefinden zeigen. Gehirntraining ist somit sozusagen das „Rundum-sorglos-Paket“ für eine fitte Rente!

Und wieder einmal wird hier gezeigt, dass wir uns, unser Leben und unsere Gesundheit selbst in der Hand haben. Natürlich können wir es uns auf der Couch gemütlich machen und die Einschränkungen im Alter als natürlich hinnehmen. Ist ja auch bequem, denn dann muss man sein Leben nicht verändern und kaum Verantwortung übernehmen. Aber ist dies der richtige Weg? Möchten wir nicht viel lieber bis ins hohe Alter geistig – und natürlich auch körperlich – fit sein? Möchten wir uns nicht an die schönsten Erlebnisse in unserer Vergangenheit auch bis ins höchste Alter hinein erinnern können, so als ob es gestern geschehen wäre? Möchten wir nicht so lange es geht unsere Selbstständigkeit behalten und ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen, ohne auf Andere angewiesen zu sein?

Genau das können wir erreichen! Neuronalfit.ch steht uns hierbei zur Seite, mit fundierten Trainingskursen und Gehirntrainingübungen für die geistige Fitness, die auch in anderen Bereichen des Lebens positive Effekte nach sich ziehen!

Erfahrungen Sie auch mehr über Deutschlands Gehirnjogging Community Nr. 1, Neuronation. In Kooperation mit Neuronation bieten wir ein Superangebot.

 
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Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG

 

Eine schöne Vorstellung, oder? Anstatt irgendwelche Medikamente mit unzähligen Nebenwirkungen in uns rein zu stopfen, sorgen wir uns einfach für mehr Laufen und Bewegung, damit es unserem Gehirn gut geht – oder wieder besser? Was sich wie eine reine Illusion anhört, ist jedoch ganz nahe an der Realität. Wer nicht mehr laufen kann (zB. Gelenkprobleme) soll alternativ einen Crosswalker oder Hometrainer benutzen.

Es ist bestimmt nichts Neues für Sie, dass ein aktiver Alltag mit möglichst viel Bewegung und regelmäßigen Sporteinheiten äußerst gut für den menschlichen Körper ist. Durch Bewegung bauen wir Muskeln auf, wir verbessern unsere Kondition, wir sorgen dafür, dass unsere Gefäße lange intakt bleiben und dass unser Stoffwechsel ordnungsgemäß stoffwechselt. Außerdem werden beim Sport Glückshormone(Dopamin) ausgeschüttet, die uns gute Laune verschaffen. Zugegeben, dieser Effekt tritt nicht immer ein – zumindest nicht bei mir, denn wenn ich nach einer intensiven Runde Jogging wieder nach Hause komme, bin ich eher durchgeschwitzt und völlig fertig als überglücklich; aber vielleicht ist das auch nur mein momentan persönliches Empfinden oder ich ignoriere meine positiven Gefühle in diesen Momenten einfach. Durch die Glückshormone können sogar depressive Zustände verringert werden und unser Schmerzempfinden sinkt. All diese Dinge reduzieren wiederum das Risiko, an Diabetes oder sogar Krebs zu erkranken. Und an Demenz! Durch die bessere Durchblutung während der Sporteinheit und das Durchlüften des Oberstübchens kann das Gehirn einfach viel effektiver arbeiten. Und die adulte Neurogenese im Hippocampus, also die Neubildung von Nervenzellen im Erwachsenenalter, kann allein durch körperliche Aktivität angekurbelt werden. Soweit so gut. Sport ist gesund. Für den Körper und den Geist.

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bildschirmfoto-2016-11-08-um-22-54-11Aber wie sieht es dann aus, wenn bereits Schäden an den Nerven oder generell im Gehirn vorliegen? Können wir dann durch körperliche Bewegung, hier explizit Laufen bzw. Jogging, diese Schäden wieder „reparieren“? Dieser Frage ging Matias Alvarez-Saavedra aus Ottawa mit seinen Kollegen nach. Hierzu nutzte das Forscherteam Mäuse mit einem genetisch bedingten Defekt im Kleinhirn. Eine Gruppe der Mäuse konnte sich regelmäßig in einem Laufrad bewegen, der anderen Gruppe war diese Möglichkeit verwährt. Die Forscher wollten herausfinden, ob sich die Bewegung auf den Kleinhirndefekt in irgendeiner Art und Weise auswirkt. Der genetische Defekt der Mäuse zeigte sich vor allem in einem taumelnden Gang und einer stark verkürzten Lebenszeit, da die Region des Kleinhirns vor allem für die Koordination der Bewegung zuständig ist. Zuständig für diese Symptome war die fehlende Myelinhülle, die normalerweise die Nervenverbindungen umhüllt und vor Schäden schützt. Ich weiß, die armen Mäuse. Aber bitte entschuldigen Sie mich. Ich habe den Versuch nicht durchgeführt, ich schildere Ihnen hier lediglich die Untersuchung und die Ergebnisse, da sie sich gemäss Wissenschaft auf den Menschen übertragen lassen.

Folgende Beobachtungen konnten die Forscher machen:

  • Trotz der motorischen Einschränkungen nutzten die Mäuse, die die Möglichkeit hatten, oft und      ausdauernd die Laufräder.
  • Die motorischen Schwierigkeiten der Mäuse verbesserten sich zusehends, der Gang wurde sicherer.
  • Die verkürzte Lebensdauer normalisierte sich und die „laufenden Mäuse“ erreichten wie gesunde Artgenossen ein Alter von mehr als einem Jahr.

Da jede Beobachtung bestenfalls einen wissenschaftlichen Beleg mit sich bringen sollte, sezierten die Forscher die Gehirne der bewegungsfreudigen Mäuse. Hierbei kam erstaunliches zu Tage: die Myelinhüllen um die Nervenverbindungen hatten sich teilweise regeneriert! Dadurch war das Gesamtsystem Gehirn wieder mehr im Einklang und konnte wieder besser funktionieren. Leider wurde jedoch auch festgestellt, dass die Regeneration nur so lange anhielt, wie die Mäuse sich regelmäßig im Laufrad bewegten. Bei fehlender Bewegung kehrten die Symptome des genetischen Defekts schnell wieder zurück!

Wie aber lässt sich dieser Regenerationsvorgang erklären? Hierzu wurde die Genaktivität beider Mäusegruppen analysiert und miteinander verglichen. Bei den Mäusen, die stets in Bewegung waren, wurde eine hohe Anzahl des Wachstumsfaktors VEGF in den Gehirnen gefunden. Dieser Wachstumsfaktor ist vor allem für die psychische Stimmung sowie den Hirnstoffwechsel zuständig( VGEF heisst vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor) Und es wird nur ausgeschüttet, wenn der Körper in Bewegung ist. Die Forscher gingen aber noch einen Schritt weiter. In der Hoffnung, dass der Wachstumsfaktor VGEF in einigen Jahren eventuell auch bei den Menschen Heilung verschaffen kann, verabreichten sie diesen den Mäusen, die sich nicht großartig bewegten. Das Ergebnis: Die Symptome des Kleinhirndefekts verbesserten sich im selben Maße wie bei den Mäusen im Laufrad. Aus diesem Grund geht das Forscherteam davon aus, dass bei der „Heilung“ von Hirnschäden der Wachstumsfaktor VGEF eine – nein, die! – zentrale Rolle spielt. Bei vielen neuronalen Erkrankungen, wie der Multiplen Sklerose, ist ebenfalls die Myelinhülle der Nervenzellen beschädigt, sodass man davon ausgehen kann, dass der VGEF auch bei Menschen eine heilende Wirkung haben könnte. Dies gilt es aber in neuen Studien herauszufinden und zu belegen, damit vielleicht in einigen Jahren ein völlig neuer Therapieansatz den therapeutischen Markt erweitern könnte.

Auch ein Team aus Wissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule in Köln ist der Frage nachgegangen, wie körperliche Bewegung sich auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt. Sie kamen zu folgendem Ergebnis: Sport macht schlau!

Und wie kamen sie darauf? Die Untersuchung erfolgte über mehrere Jahre mit insgesamt 120 Probanden. Die meisten von ihnen waren Sportstudenten, denen man von Natur aus eine gute körperliche Verfassung nachsagen kann. Zunächst wurden mit den Probanden unterschiedliche kognitive Tests durchgeführt. Haben Sie z. B. schon einmal vom Turm-von-London-Test gehört? Hier soll die Planungsfähigkeit auf die Probe gestellt werden, in dem die Teilnehmer bunte Kugeln auf entsprechend unterschiedlich lange Stäbe setzen sollen. Natürlich ist die Reihenfolge vorgegeben, es sollen möglichst wenig Züge gemacht werden und das alles in einer möglichst kurzen Zeit. Dieser Test wurde am Laptop durchgeführt.

Nach den kognitiven Tests wurden die Teilnehmer auf den Fahrrad-Ergometer gebeten. Hier sollten sie so lange strampeln, bis sie nicht mehr konnten. Natürlich wurde der Widerstand im Laufe der Zeit immer größer. Völlig aus der Puste mussten die Probanden einen weiteren Kognitionstest absolvieren, welcher ähnliche Aufgaben wie der erste bereithielt. Und auch, wenn man es nicht glauben mag: nach der Bewegungseinheit schnitten die Teilnehmer deutlich besser ab!

Es scheint zunächst seltsam, denn nach einer Sporteinheit müssten wir müde und schlapp sein. Man würde meinen, dass auch die Konzentration „müde“ werden würde und wir nach einer körperlichen Erschöpfung nicht mehr so gut denken können. Deshalb gehen die meisten von uns auch eher nach der Arbeit zum Sport, oder? Um abzuschalten, um sich auszupowern, um gut schlafen können. Eigentlich also, um unser Gehirn herunter zu fahren. Aber weit gefehlt. Allerdings ist der Effekt der Leistungssteigerung noch nicht genau erklärbar. Diesen Effekt ist für Jugendliche, Schüler und Studenten wegweisend!

Die Forscher aus Köln haben jedoch bereits einen Verdächtigen, den es nun weiter zu erforschen gilt: Laktat. Laktat ist eine Milchsäure-Form, die unser Körper dann produziert, wenn wir uns in Bewegung befinden. Die Laktatproduktion steigt mit dem Ausmaß der körperlichen Aktivität. Gehen wir also spazieren, ist die Laktatproduktion eher gering. Spielen wir dagegen zwei Stunden lang Squash und verausgaben uns richtig, läuft die Laktatproduktion auf Hochtouren.

Und warum ist Laktat nun so wichtig? Weil unser Gehirn es braucht, um richtig zu funktionieren. Ob Laktat aber nun wirklich der Hauptverantwortliche für eine gesteigerte Hirnleistung ist, müssen die Wissenschaftler noch herausfinden. Außerdem wäre noch die Frage zu beantworten, wie viel Laktat unser Körper herstellen müsste, damit ein positiver Einfluss auf unser Gehirn erreicht werden kann.

Aber egal, wie Sie es drehen und wenden: Die Ergebnisse der Wissenschaftler aus Ottawa und Köln sind aussagekräftig und viel versprechend! Und da körperliche Bewegung einen gesunden und heilenden Einfluss auf Ihren Körper und Ihren Geist hat, sollten Sie nun Ihre Trainingsschuhe überstreifen und sich auf die Socken machen: Jogging und Bewegung für Ihre Gesundheit!

Nachsatz: Wenn wir uns nach solchen Bewegungseinheiten einer Gehirntrainings-Einheit unterwerfen wirkt das Ganze als Gehirnturbo für geistige Fitness.

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