Wie kann man aktiv Alzheimer Demenz vorbeugen? (Teil II)

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Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG, Master of mathematics

Ich freue mich wirklich sehr, dass Sie sich noch etwas genauer mit dem Thema Alzheimer & Demenz auseinandersetzen wollen, Ihr ganz persönliches Alzheimer Demenz-Risiko zu senken! Damit tun Sie sich definitiv etwas Gutes!

Wie bereits angekündigt, wollen wir uns zweiten Teil der Artikelreihe die Wichtigkeit von geistiger Beschäftigung und der körperlicher Betätigung anschauen. Hierzu möchte ich Ihnen eine Studie vorstellen: Die FINGER-Studie! Mit gutem Recht werden Sie sich nun fragen, was FINGER mit Demenz oder Alzheimer zu tun haben soll.

Wie so oft in der Wissenschaft ist es einfach nur eine Abkürzung. FINGER steht für: Finnisch Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability, was frei übersetzt in etwa so viel bedeutet wie: Finnische geriatrische Interventionsstudie zur Vermeidung von kognitiver Beeinträchtigung und Behinderung.

Die wichtigsten Eckpunkte der Studie im Überblick:

  • Es nahmen 1200 Proband*innen teil. Alle wiesen ein erhöhtes Risiko für eine spätere Alzheimer-Erkrankung auf. Alle waren zwischen 60 und 77 Jahren alt.
  • Die Studie dauerte insgesamt zwei Jahre.
  • Es gab zur besseren Ergebnisauswertung zwei Gruppen: Erstens die Behandlungsgruppe (mit gesundheitlichen Beratungen, Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems, notwendigen medizinischen Behandlungen, körperlichen Trainingseinheiten, kontinuierlichen Denkaufgaben und Ernährungsberatung), zweitens die Kontrollgruppe (gesundheitliche Beratung und notwendige Behandlungen).
  • Die Kernfrage lautete: Wie wirken sich eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige sportliche Betätigung, kognitives Training und eine regelmäßige Kontrolle des Herz-Kreislauf-Systems auf die mentale Leistungsfähigkeit aus?

Sie können sich Sicher vorstellen, dass vor allem die Behandlungsgruppe sehr viel zu tun hatte. Aber obwohl die oben genannten Vorgaben einen gewaltigen Einschnitt in das Leben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeuteten, hielt der Großteil von ihnen die zweijährige Versuchszeit bis zum Ende durch. Lediglich 12% brachen ihre Teilnahme an der Studie ab, meist begründet in gesundheitlichen Problemen. Diese Tatsache ist ein Hinweis darauf, dass solch ein Programm realistisch in den Alltag von älteren Menschen integriert werden könnte.

Aber welche Ergebnisse konnten nun nach den zwei Jahren FINGER-Studie erzielt werden?

  1. Beide Gruppen konnten ihre kognitiven Leistungen verbessern.
  2. Die Behandlungsgruppe steigerte ihre mentale Fitness jedoch um 25% mehr als die Kontrollgruppe.
  3. Die Behandlungsgruppe hatte ein 30% geringeres Risiko, geistige Fähigkeiten abzubauen.

Dass auch die Kontrollgruppe ihre Fähigkeiten verbesserte, obwohl sie kein explizites Trainingsprogramm erhielt, klingt zunächst merkwürdig. Deshalb sei an dieser Stelle gesagt, dass Personen bei der zweiten Durchführung eines Tests meist besser abschneiden, einfach deswegen, weil der Test nicht mehr unbekannt ist. Außerdem hatte die Kontrollgruppe auch regelmäßige Termine beim Arzt, sodass hier vielleicht die eine oder andere Verhaltensänderung ganz freiwillig erfolgte.

Alzheimer & Demenz: Wie sah nun aber die konkrete Leistungssteigerung der Behandlungsgruppe aus?

  • Lösen von komplexen Aufgaben (z. B. Auswendiglernen): 40% höhere Fähigkeiten als die Kontrollgruppe
  • Exekutive Funktionen: 83% besser als die Kontrollgruppe
  • Mentale Verarbeitungsgeschwindigkeit: 150% schneller im Lösen von Aufgaben als die Kontrollgruppe

Diese Ergebnisse zeigen, dass ein gesunder Lebensstil (mit ausgewogener Ernährung, Sport, Gehirntraining und regelmäßigen medizinischen Kontrollen) die mentale Leistungsfähigkeit enorm steigern kann.

Welchen Einfluss haben die Aspekte auf das Risiko einer Demenzerkrankung?

Also kann das Risiko auch bspw. nur durch Sport oder nur durch gesunde Nahrung gesenkt werden? Und was ist mit denjenigen, die bereits Symptome einer Alzheimer & Demenz-Erkrankung zeigen? Können die Symptome durch die Kombination der Studieninhalte verringert oder beseitigt werden?

Alzheimer & Demenz sind heimtückische Krankheiten

Um diese Fragen zu beantworten, wurde die Studie um weitere sieben Jahre verlängert. Denn Alzheimer & Demenz sind heimtückische Krankheiten, die nicht von heute auf morgen zu starken Symptomen führen. Vielmehr ist es ein schleichender Prozess, der sich über viele Jahre hinstrecken kann. Im nächsten Forschungsabschnitt sollen neben Hirnscans auch regelmäßige Blutproben analysiert werden, um bspw. herauszufinden, ob durch das Trainingsprogramm auch alzheimertypische organische Prozesse – wie die Verringerung von Nervenzellverbindungen (Synapsen) – aufgehalten oder verändert werden können.

Wir wissen schon lange, dass eine gesunde Ernährung unserem Körper sehr gut tut. Genauso lange wissen wir, dass auch körperliche Aktivität sehr gesund ist. Und explizites Gehirntraining hält – wie der Name schon sagt – unser Köpfchen auf Trab. In der FINGER-Studie konnten die positiven Effekte einer Kombination aus allen Aspekten nun eindeutig belegt werden.

Wann beginnen Sie damit,  einer evtl. Alzheimer & Demenzerkrankung den Kampf anzusagen?

Ich wünsche Ihnen natürlich, dass Sie niemals mit solch einer Erkrankung zu tun haben werden. Aber Sie wissen nun auch, wie einfach es eigentlich ist, sich davor zu schützen. Hierbei ist es auch völlig egal, wie alt Sie sind. Es ist niemals zu früh. Und auch niemals zu spät. Nehmen Sie ihre Gesundheit einfach selber in die Hand!

Und vergessen Sie nicht, auch den dritten Teil dieser Artikelreihe zur Demenz-Vorbeugung anzuschauen. Dort beschäftigen wir uns mit der Ernährung, mit der wir unser Gehirn ebenfalls unterstützen können.

Denn es gibt es wirklich: Brain-Food, also quasi Gehirn-Futter!