Fallstudie: Gehirntraining bei Senioren wirkt!

Fallstudie Altersheim Rümlang (Zusammenfassung und kleiner Erfahrungsbericht)

Gehirntraining bei Senioren…macht das noch Sinn? Wir wollten es genau wissen. 14 Betagte nahmen während 7 Wochen die Herausforderung an, täglich Gehirntraining  zu absolvieren. Bildschirmfoto 2014-06-01 um 18.05.00Nach anfänglich eher reserviertem Verhalten legten sie Woche für Woche zu….und wie! Die Resultate übertrafen die kühnsten Erwartungen. „Mir gab das Training wieder mehr Lebensfreude ich möchte es nicht mehr missen“,  ist nur eine der vielen positiven Rückmeldungen, die ein Absolvent von sich gab. Mehr erfahren Sie im folgenden Erfahrungsbericht.  

Die ganze Fallstudie Rümlang kann direkt hier ab dem 25. September kostenlos runtergeladen werden!

 

Im Altersheim Rümlang wurde soeben durch neuronalfit unter der Leitung von Marcel Liechti,

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Abfall der flüssigen Intelligenz im Verlauf der Lebensspanne. Effekt von Arbeitsspeichertraining(rot)

Dipl. Gehirntrainer GfG, eine 7 wöchige Gehirntrainingsstudie durchgeführt. Es wurden 14 Bewohner oder zum Altersheim assozierte Personen ausgewählt. Während 7 Wochen hatten die Probanden die Möglichkeit täglich, von Montag bis Freitag , von 9-10 Uhr mittels nachhaltigen Gehirnübungen ihr Gehirn zu trainieren. Die Gehirnübungen wurden grösstenteils aus dem grossen Fundus von MAT-Übungen der GfG Deutschland ausgewählt(siehe Anhang). Zum gleichen Zeitpunkt, jeweils am Dienstag wurde mittels S-KAI-Test von Dr. Lehrl GfG, der aktuell erzeilte Fortschritt der flüssigen Intelligenz der Probanden gemessen. Nebst dem Versuchsleiter M. Liechti standen zum einwandfreien Gelingen 4 motivierte Pflegerinnen/Beraterinnen des Altersheims zur Unterstützung zur Verfügung. 

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Gemessener Fortschritt der ganzen Gruppe in 7 Wochen

Vorweg: Die erzielten Resultate haben alle unsere Erwartungen übertroffen. Die mittels 7 gültigen Messungen festgehaltene Steigerung der flüssigen Intelligenz war überdurchschnittlich gut. Wieso das Resultat so gut ausfallen ist dazu glauben wir gibt es plausible Erklärungen, die wir weiter unten detaillierter erklären werden. Die nebenstehende Schlussgrafik zeigt die relative Steigerung der 14 Probanden in % (die erste Messung wurde auf 100% normiert). Es schien uns wichtig, die absoluten Werte nicht zu veröffentlichen, weil dies sehr grossen Erklärungsbedarf erfordern würde.

Voraussetzungen. Der Auftrag der Heimleitung war, 6-7 Probanden aus dem Altersheim zu rekrutieren und ebenso 6-7 Personen von auswärts oder dem näheren Umfeld des Altersheim. 5-Mal pro Woche (mo-fr) erhielten die Probanden Gehirnübungen von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Die Betreuerinnen hatten den Auftrag, organisch und unauffällig die Übungen zu erklären und den Verlauf zu überwachen. Die Gehirnübungen wurden fast alle aus dem grossen Fundus der GfG gespeist. Es wurde auch darauf geachtet, dass der Schwierigkeitgrad adaptiv, den einzelnen Probanden angepasst wurden. Es war strikte Anweisung, die Probanden nicht zu überfordern. Die Teilnehmer konnte aufhören wenn sie „genug“ hatten. Viele nahmen freiwillig die übungen mit aufs Zimmer. Gegenüber anderen Versuchen war die Intervention relativ intensiv. Durchschnittlich trainierten die Probanden nicht selten 45-60 Minuten! Einmal pro Woche wurde unter der Leitung von Marcel Liechti mit jedem der Teilnehmer der S-KAI-Test durchgeführt. Die Betreuerinnen wurden darauf geschult. Da verschiedene Betreuerinnen verschiedene Probanden gemessen haben konnten gewisse systemische Fehler der Messung reduziert werden.
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Durchführung des Trainings, Nebenerscheinungen
Der Ablauf war ziemlich strukturiert. Die Probanden waren immer überpünktlich 9:00 Uhr im Trainings-Saal anwesend. Die Anordnung der Tische waren so, dass sich Zweier- und Vierergruppen bilden konnten. Die Kommunikation während dem Gehirntraining wurde aufs Minimum beschränkt. Die Gehirnübungen wurden ausgeteilt und zum Lösen frei gegeben. Die Erklärungen fanden meistens individuell und diskret durch die Beraterinnen statt. Die Bearbeitungsgeschwindigkeit wurden den Teilnehmern überlassen. Wenn jemand zu lange an einer Aufgabe sich verweilte griffen wir mit neuen Aufgaben ein, meistens in Begleitung einer motivierenden Bemerkung. Zu ca 80% lösten die meisten Probanden die gleichen Aufgaben. Steigerungen einzelner Personen liessen wir ausdrücklich zu. Die Gehirnübungen unterteilten wir in 3 Schwierigkeitsklassen. Wir starteten immer mit Übungen der Schwierigkeit 1. Es war wichtig, dass die Probanden in keiner Wiese überfordert wurden. Bemerkungen, wie: Rechnen war noch nie meine Stärke oder im Deutsch war ich schon in der Schule schlecht… mussten wir elegant entgegenwirken. Vor allem in den ersten zwei Wochen war der Widersatnd teilweise erkennbar. Einige Teilnehmer sagten, dass sie die Anstrengungen spürten und schon lange nicht mehr soviel studieren mussten. Drei Teilnehmer stiegen im Laufe der ersten drei Wochen aus. Dazu kamen aber auch wieder zwei Neue! Es hat sich im Altersheim herumgesprochen und viele wollten noch mitmachen.

 

Durchführung des S-KAI-Testes
Die Messung des erzielten Fortschrittes mittels des S-KAI-Testes war der Kernpunkt des Vorhabens. M. Liechti teilte die Wichtigkeit der Messung mit. Nur so könne man objektiv einen Fortschritts des Gehirntrainings machen. Wohlwissend, dass die wöchentliche Messung ein Knackpunkt des Experimentes wird, wurde die Testung sehr schonend und fast spielerisch als weitere Gehirnübung deklariert. Aber die Probanden waren zu schlau. Sie merkten, dass es hier um die „Wurst“ ging. Die ersten beiden Testungen waren problemlos. Im Laufe der Zeit, wurden Leute immer unwilliger, diesen Test zu machen. Auch wurden sie immer ehrgeiziger, möglichst gut abzuschneiden.

Zusammenfassung, Schlüsse
Die Fallstudie hat eindrücklich die vorausgesagten Resultate bestätigt. Die von der GfG und anderen Institutionen gemachten Studien haben ja diese Erwartungen geschürt. (Bei gleichartigen Studien hat ein durchschnittlicher Zuwachs von 20-30 % resultiert). Unsere Studie bestätigte dies ausgesprochen klar. Die sehr positiven Resultate sind sicher ua. aus folgenden Gründen enstanden:

  • Die Teilnehmer waren relativ alt und seit längerer Zeit untrainiert
  • Sie befanden sich im Lebensspannenzyklus weit unten
  • Mit täglich fast 45-60 Minuten Training war die Intervention ziemlich intensiv
  • Die Probanden waren recht motiviert
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Senior beim Gehirntraining

Wie die Cogito-Studie zeigt, könnten die Resultate durch Weiterführung zB auf 100 Tage im gleichen Rahmen noch verbessert und den sogenannten Transfer in den Alltag intensiviert werden.

Was unsere Fallstudie im Altersheim Rümlang aufgezeigt hat sind folgende Tatsachen:

  • Gehirntraining im Altersheim ist eine sehr sinnvolle Aufgabe und wertvoll zugleich
  • Der erzielete Effekt an positiven Erscheinungen und Effekte sind viel grösser als man erwarten konnte
  • Gehirntraining macht einfach Spass und ergänzt viele andere Aktivitäten
  • Die soziale Komponente ist beachtlich. Bestimmte Personen konnte neue Aufgaben innerhalb der Gruppe wahrnehmen (zB Sudoku-Spezialist, den man alles fragen kann)
  • Der Ehrgeiz bei dieser Altersgruppe ist noch voll intakt!

Diese Beobachtungen genügen wohl kaum wissenschaftlichen Kriterien, es sind aber Beobachtungen, die erkennbare Differenzen einzelner Probanden zu ihrem Anfangs-Zustand vor 7 Wochen zeigen. Einige dieser Beobachtungen sind:

  • Über 80 % der Teilnehmer sind markant aufgestellter und positiver
  • Viele sind viel kommunikativer, während den Übungen und auch im Tagesablauf
  • Viele lesen wieder mehr, auch Bücher
  • Mehrere suchen in Tageszeitungen speziell Kreuzwortätsel, allg. Rätsel, Sudokus oder Wettbewerbe
  • Haben mehr Lust zu diskutieren, wollen sich weniger zurück ziehen
  • Viele habe einfach einen positiveren Gesichtsausdruck und wirken offener als zu Beginn(als Versuchs-Leiter war diese Beobachtung am Eindrücklichsten)
  • Viele einzelne Bemerkungen, die ich erfahren durfte und auf Transferwirkungen hinweisen.

 

Alleine diese gemachten Erfahrungen fordern deutlich, dass jedes Altersheim, zum Wohle der Bewohner, zwingend systematisch Gehirntraining anbieten müssten. Vielleich ist gerade diese Fallstudie ein motivierender Anstoss! Die Senioren würden es sehr begrüssen und hätten es auch verdient.

Fazit: Gehirntraining wirkt bei Senioren ausgesprochen gut und erhöht die Lebensqualität!

Die ganze Fallstudie Rümlang kann direkt hier ab dem 25. August kostenlos runtergeladen werden!

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