5 wirksame Tipps für ein besseres Arbeitsgedächtnis

Bildschirmfoto 2014-06-19 um 00.07.53Es ist schon faszinierend, was unser Gehirn alles leisten kann. Oder andersherum: Was wären wir Menschen ohne unser Gehirn? Irgendwie gar nichts. Weil nicht einmal unsere lebenserhaltenden Funktionen wie Atmung oder Herzschlag präsent wären und wir gar nicht existieren würden.

Aber zum Glück haben wir ihn ja. Unseren Denkapparat. Der zu bewundernswerten Dingen im Stande ist. Wir können Bilder malen (na gut, der eine besser, der andere eher nicht so), wir können lesen und schreiben, wir können uns Dinge merken, mal mehr oder mal weniger logisch denken und für fast jedes Problem eine Lösung finden. Dass diese Aufzählung nicht mal annähernd das vollständige Leistungsspektrum unseres Oberstübchens beschreibt, dürfte jedem von uns klar sein.

Zwei zentralen Fähigkeiten des Gehirns

Die zwei zentralen Fähigkeiten, die unser Gehirn tagtäglich zu seiner Leistungsfähigkeit bringt, sind unser Gedächtnis (das unzählige Informationen abspeichert und sie uns auf Abruf zur Verfügung stellt) und die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken, die uns ermöglichst, flexibel auf äußere Umstände zu reagieren und Lösungen zu finden. Ohne diese Fertigkeiten könnten wir weder in der Schule, noch später im Beruf erfolgreich sein. Was tun wir aber, wenn unser Gehirn mal nicht so funktioniert, wie wir es von ihm gewohnt sind? Für diesen Fall habe ich hier fünf vielversprechende und hilfreiche Tipps für Sie.

Tipp 1: Gefühle

Sicherlich sind Sie gerade etwas erstaunt und fragen sich, was Gefühle mit dem Gedächtnis oder dem Gehirn zu tun haben. Lassen Sie es mich erklären.

Erinnern Sie sich noch daran, welches Menü es bei Ihrer Hochzeit gegeben hat? Oder welche Ihrer Lieblings-Torten auf ihrem letzten Geburtstag, den Sie mit allen Ihren Freunden gefeiert haben? Wissen Sie noch, welches Wetter am Tag Ihres 18. Geburtstages war? Oder von welchem Flughafen Sie in den letzten, lang ersparten und ersehnten Urlaub gestartet sind, auf den Sie sich so lange gefreut haben? Ich denke, die Chancen, dass Sie das noch wissen, sind relativ hoch. Aber können Sie sich auch noch daran erinnern, was es am Samstag vor sieben Wochen zu Mittag bei Ihnen gab? Oder von welchem Gleis Ihr Zug vor drei Jahren abgefahren ist, als Sie auf Klassenfahrt oder eine langweilige Geschäftsreise aufgebrochen sind? Wahrscheinlich eher nicht.

Emotionen und Glückshormone

Gehirn-AktivierungUnd genau dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung. Denn die Merkfähigkeit unseres Gehirns ist höher, sobald Emotionen im Spiel sind. Fühlen wir, egal ob es sich um positive oder negative Empfindungen handelt, werden unsere körperlichen Funktionen aktiviert. Dies geschieht durch unser Hormonsystem. Das detailliert zu erklären, würde an dieser Stelle zu weit führen, aber Sie haben z. B. bestimmt schon mal von unseren Glückshormonen (Serotonin, Dopamin etc.) gehört. Und Sie kennen mit Sicherheit auch das Schlafhormon Melatonin, das uns jeden Tag mehr oder weniger friedlich einschlafen lässt. Auch unser Gehirn wird durch Hormone gesteuert. Und werden diese – in unserem Fall hier durch Emotionen – aktiviert, aktiviert sich unser gesamter Organismus. Wir sind wacher und leistungsfähiger.

Tipp 1: Versuchen Sie, neue Inhalte aus Schule oder Beruf mit emotionalen, persönlichen Dingen zu verknüpfen. Dies können z. B. auch emotionale Erinnerungen sein. Außerdem sollten Sie lernen, wenn Sie sich wach und aktiv fühlen.


Tipp 2: Achtsamkeit

Im ersten Moment mag man denken, dass man doch immer achtsam mit sich umgeht. Aber erstens tun wir das nicht immer, wir essen z. B. oft sehr viel Ungesundes und schaden damit manchmal sogar nachhaltig unserem Körper. Und zweitens geht es bei unserer Achtsamkeit hier um etwas anderes.

Beobachten Sie mal ein paar Minuten Ihre Gedanken. Versuchen Sie nicht, sie zu beeinflussen, sondern lassen Sie ihnen einfach mal freien Lauf. Woran denken Sie? Höchstwahrscheinlich an sehr viel Vergangenes und sehr viel Zukünftiges. Im Hier und Jetzt befinden wir uns gedanklich nur sehr, sehr selten.

Achtsamkeitstraining

Im Achtsamkeitstraining geht es genau darum. Die Aufmerksamkeit soll auf die Atmung, den eigenen Körper und die eigenen Gedanken gerichtet werden, um im aktuellen Moment zu sein, nicht im Gestern und nicht im Morgen. Wichtig ist jedoch, dass alle Gedanken akzeptiert werden sollen. Keine Verdrängung von „schlechten“ Gedanken, aber auch keine persönliche Bewertung. Jeder Gedanke hat das Recht, da zu sein. Es ist wie es ist. Punkt.

In Studien konnte belegt werden, dass Achtsamkeitstraining zu besserer Konzentrationsfähigkeit führt. Und auch andere kognitive Funktionen können davon profitieren.

Tipp 2: Führen Sie regelmäßig Achtsamkeitstraining durch. Sie werden merken, dass Ihre Gedanken seltener abschweifen und Sie in Schule und Beruf konzentrierter arbeiten können.

Tipp 3: Brainfood

bildschirmfoto-2016-09-28-um-19-41-44Zwar gibt es keine Superfrucht, die Ihr Gehirn in zwei Minuten zu Höchstleistungen verhilft, aber es gibt einige Lebensmittel, die die biologischen Prozesse in Ihrem Oberstübchen positiv beeinflussen können.

Die Datenübertragung zwischen Ihren einzelnen Nervenzellen geschieht durch sogenannte Neurotransmitter. Um diese Neurotransmitter zu bilden, benötigt unser Körper bestimmte Aminosäuren. Diese wiederum entstehen aus Proteinen (Eiweißen), die wir über die Nahrung zuführen können.

Sehr viel Eiweiß steckt bspw. in Fisch und in Milchprodukten. Auch Nüsse und Hülsenfrüchte sind wichtige Lieferanten. Nüsse und Fisch haben außerdem noch einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, die unser Gehirn ebenfalls benötigt, um optimal funktionieren zu können.

Tipp 3: Essen Sie Eiweißhaltiges und Lebensmittel mit einem hohen Omega-3-Fettsäure-Gehalt. Ihr Gehirn wird es Ihnen mit besseren Leistungen danken!


Tipp 4: Arbeitsgedächtnis-Training

Unser Arbeitsgedächtnis ist dafür zuständig, von außen kommende Reize aufzunehmen und sie dann zu verarbeiten. Es entscheidet, was mit den Informationen geschieht. Werden sie als wichtig eingestuft, werden sie ins Gedächtnis weitergeleitet. Erscheinen sie unwichtig, werden sie umgehend wieder gelöscht.

Durch ein gezieltes Training können die eh schon enormen Leistungen des Arbeitsgedächtnisses sogar noch gesteigert werden. Und nicht nur die Menge von Informationen, die das Arbeitsgedächtnis zwischenspeichert, kann durch das Arbeitsgedächtnis-Training gesteigert werden, sondern es zeigen sich auch positive Effekte auf die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denen.

Tipp 4: Führen Sie regelmäßig Arbeitsgedächtnis-Training durch und profitieren Sie von den wissenschaftlich erwiesenen positiven Auswirkungen.

Tipp 5: Aufwärmen ist alles

Gehirntraining auf Laufband

Unser Gehirn funktioniert wie ein Muskel. Und genau wie bei körperlicher bzw. sportlicher Betätigung die Muskeln vorher aufgewärmt werden sollten, sollten wir unseren Denkmuskel ebenfalls aufwärmen, bevor wir Höchstleistungen von ihm erwarten.

Forscher der Yale University haben die Auswirkungen eines fünfminütigen Aufwärm-Programms auf die kognitive Leistungsfähigkeit untersucht. Durch das Aufwärmen konnten die dann gestellten Aufgaben schneller und effektiver gelöst werden.

Außerdem wurden Schüler untersucht, die regelmäßig an Gehirntraining teilnahmen und somit ihre Leistungen in der Schule verbessern konnten. Die Ergebnisse deuten sogar darauf hin, dass regelmäßiges Gehirntraining erfolgsversprechender als die persönliche Betreuung und Nachhilfe durch einen Tutor sein könnte.

Tipp 5: Wärmen Sie Ihr Gehirn mit einem fünfminütigen Gehirntraining auf, bevor Sie die volle Leistungsfähigkeit abverlangen.

Sie sehen nun, dass es auch in Ihrer Hand liegt, zu welchen Leistungen Ihr Gehirn in der Lage ist. Versuchen Sie, die fünf genannten Tipps zu beherzigen:

  1. Verknüpfung mit Emotionen
  2. Achtsamkeit
  3. Brainfood
  4. Arbeitsgedächtnis-Training
  5. Warm-Up

Sie werden überrascht sein, wie leistungsfähig Sie in Schule und Beruf sein können!