Gehirntraining erhöht die Selbstständigkeit und verringert das Demenzrisiko

Gehirn-AktivierungDass Gehirntraining auf keinen Fall schadet, wissen Sie bestimmt bereits. Außerdem dürfte Ihnen längst bekannt sein, dass es sich bei Ihrem Gehirn um einen „Muskel“ handelt, den Sie genau wie jeden anderen Muskel Ihres Körpers trainieren können.

Denkmuskel Gehirn

Mit jeder Trainingseinheit wachsen Ihre Muskeln, sie werden leistungsfähiger und ausdauernder. Genau dieser Effekt tritt auch bei regelmäßigem Gehirntraining ein. Ihr „Denkmuskel bzw. working memory“ wird leistungsfähiger. Aber was hat ein gut trainiertes Oberstübchen nun mit Ihrer Selbstständigkeit – und zwar bezogen auf alle Lebensbereiche – und mit dem Risiko einer Demenzerkrankung zu tun? Hierauf möchte ich in diesem Artikel eingehen.

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Dazu überqueren wir nun gedanklich mal einen Ozean – wir sind ja schließlich geistig flexibel – und bedienen uns einer Studie aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Diese erschien im Jahr 2014 im renommierten Journal oft he American Geriatric Society. Inhalt war die Kernfrage, ob und in welchem Ausmaß sich Gehirntraining auf die Alltagsselbstständigkeit der Probandinnen und Probanden über einen Zeitraum von zehn Jahren auswirkt. Insgesamt nahmen 2832 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Studie teil. Ihr Durchschnittsalter betrug 74 Jahre und sie alle absolvierten im Zeitraum von 1998 bis 1999 Gehirntraining. Die genaue Durchführung der Studie sah folgendermaßen aus:

  • Zeitraum: 5 – 6 Wochen
  • Intensität: 10 Sitzungen à 60 – 75 min
  • alle Probandinnen und Probanden führten kognitives Training durch

Langzeiteffekte von Gehirntraining

Um detaillierte Ergebnisse der (Langzeit-) Effekte von Gehirntraining auf die Testpersonen zu erhalten, wurden die Studienteilnehmer und –innen in drei Gruppen eingeteilt, die jeweils andere Trainingsschwerpunkte hatten. In der ersten Gruppe ging es um das konkrete Training des Gedächtnisses. Die Personen erlernten sogenannte Mnemotechniken, die das Einprägen von Sachen aller Art erleichtern sollen. Die zweite Gruppe trainierte schlussfolgerndes Denken, wo es bspw. darum ging, bestimmte Muster bzw. Regeln in Zahlenreihen zu bemerken und diese fortzusetzen. Die dritte Gruppe sollte durch computergestütztes Training die Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit (kurz: IVG) erhöhen.

Etwas mehr als ein Drittel aller Probandinnen und Probanden (genau: 39%) erhielten ein erneutes Training innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre.

Mehr Selbstständigkeit im Alltag

Bildschirmfoto 2014-03-31 um 13.35.01Schließlich wollten die Wissenschaftler nach zehn Jahren herausfinden, ob sich bei den Trainierten Langzeit- und Transfereffekte nachwiesen lassen würden. Konkreter ging es um die Frage, ob das Gehirntraining später Effekte auf die Selbstständigkeit im Alltag mit sich bringen würde und wie deutlich die Effekte im Vergleich zu Personen sein würden, die nicht am Gehirntraining teilgenommen hatten. Außerdem war von Interesse, ob sich zwischen den drei Trainingsgruppen, die jeweils andere kognitive Fähigkeiten trainierten, auch unterschiedliche Effekte nachweisen lassen würden.

Merkspanne und Kurzzeitgedächtnis gesteigert

Die Ergebnisse waren sehr deutlich. Bei allen drei Trainingsgruppen (Merkspanne bzw. Kurzzeitgedächtnis, schlussfolgerndes Denken und Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit) konnten deutliche und positive Effekte auf die Alltagsselbstständigkeit nachgewiesen werden. Als klarer „Sieger“ ging dabei jene Gruppe hervor, die die Merkspanne bzw. das Kurzzeitgedächtnis trainiert hatte.

So weit, so gut. Wir wissen nun also, dass sich fundiertes Gehirntraining auch auf andere Lebensbereiche überträgt, wie im Fall dieser Studie auf die Alltagsselbstständigkeit. Wie aber hängt nun Gehirntraining mit dem Demenzrisiko zusammen?

Zusammenhang zwischen Gehirntraining und Demenzrisiko

Als Grundlage gilt eben vorgestellte Studie, die nun auch auf das demenzielle Risiko hin untersucht wurde. Auch die Unterteilung in die drei Trainingsgruppen und die Kontrollgruppe ohne Training wurde dabei berücksichtigt. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf einem Kongress dessen Veranstalter die International Alzheimer’s Association war.

Zwar gelten sie noch als vorläufig, da sie noch nicht von unabhängigen Gutachtern anerkannt und bestätigt wurden, aber sie sind trotzdem sehr vielversprechend. Bei den StudienteilnehmerInnen, die das Gedächtnis und das schlussfolgernde Denken trainiert hatten, konnte in Bezug auf das Demenzrisiko im Vergleich zu den untrainierten Personen kein Unterscheid festgestellt werden. Die große Überraschung hieß in diesem Fall „Training der Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit“. Die Gruppe die die IVG vor zehn Jahren trainiert hatte, wies ein 33% niedrigeres Risiko auf, an Demenz zu erkranken. Das klingt doch super, oder? Anstatt bitterer Pillen spaßbringendes Gehirntraining. Ein fairer Deal. Drücken wir also mal ganz fest die Daumen, dass die unabhängigen Gutachter diese Studienergebnisse unterstreichen. Hierdurch würden sich ganz neue Wege in der Alzheimer- bzw. Demenz-Prävention auftun.

Weitere Hoffnung gibt in diesem Fall ein Forscherteam aus Venezuela. Dieses untersuchte die Ergebnisse aus 17 bereits durchgeführten Studien, die den Effekt von computerbasierten Gehirntrainings auf Demenzpatienten und Patienten mit kognitiven Einschränkungen (zwar überdurchschnittlich, aber noch nicht krankhaft und die Selbstständigkeit im Alltag betreffend) untersuchten. Das zentrale Ergebnis dieser Studie war folgendes:

Computerbasierte Gehirntraining

Bildschirmfoto 2014-02-21 um 08.49.38Computergestütztes Gehirntraining kann den Ausbruch von Demenz stark verlangsamen und in einigen Fällen sogar verhindern.

Bewegen wir uns nun mal weg vom Altern und Demenzerkrankungen, weiß man in der Wissenschaft mittlerweile ziemlich genau, dass die biologischen Abbau-Prozesse in unserem Oberstübchen bereits etwa ab dem 20. Lebensjahr in Gang gesetzt werden. Unsere mentalen Fähigkeiten nehmen also fast ab dem Moment langsam und stetig ab in dem wir gerade mal erwachsen geworden sind. Das klingt im ersten Moment vielleicht erst einmal dramatischer, als es ist, da wir ja nicht auf einen Schlag all unsere kognitiven Ressourcen verlieren. Trotzdem hat sich die Wissenschaft in den letzten Jahren vermehrt mit dieser Thematik auseinandergesetzt, um Möglichkeiten zu finden diese kognitiven Abbau-Prozesse zu verlangsamen oder zu stoppen.

Vorteile und Effekte von Arbeitsgedächtnis-Training

Auch hier kommt wieder das computerbasierte Gehirntraining zum Zuge, denn in einigen Studien konnten positive Effekte auf die von der Natur vorgegebenen Abbau-Prozesse nachgewiesen werden. Um Ihnen ein paar Einblicke in die unzähligen Studien zu geben, hier ein paar beispielhafte Studienergebnisse:

  • Beim Trainieren von bestimmten Aufgaben im Bereich des Arbeitsgedächtnis-Trainings sind deutliche Verbesserungen in den Leistungen zu beobachten. Diese Verbesserungen beziehen sich zwar nur auf eben diese trainierten Aufgaben, jedoch waren sie auch nach 18 Monaten noch nachweisbar, was die Langzeiteffekte dieses Arbeitsgedächtnis-Trainings deutlich macht. (Forscherteam aus Schweden)
  • Arbeitsgedächtnis-Training bringt auch Transfereffekte mit sich. So führte ein über zwei Wochen dauerndes Arbeitsgedächtnis-Training nicht nur zu einer Leistungsverbesserung in den direkt trainierten Aufgaben, sondern auch in untrainierten Bereichen. Auch hier konnten Langzeiteffekte nach acht Monaten nachgewiesen werden. (Forscherteam aus Italien)
  • Nach frei bis sechs Wochen Arbeitsgedächtnis-Training konnten ältere Menschen ähnliche mentale Leistungen bringen wie untrainierte junge Personen. (Forscherteam aus Deutschland)

Bitte wundern Sie sich nicht über die leicht abweichenden Ergebnisse. Bei Studien kommt es immer auf die zentrale Untersuchungsfrage und die Untersuchungsmethoden an, sodass Ergebnisse (zeitliche Angaben o.ä.) voneinander abweichen können.

Gehirntraining im Alter

Jedoch zeigen diese und viele andere Ergebnisse, dass es mit regelmäßigem Gehirntraining auch im höheren Alter noch möglich ist, geistig fit und beweglich zu sein. Wissenschaftler erklären dies mit der sogenannten „Puffer-Theorie“. Man geht davon aus, dass das Gehirn wie ein Muskel bei regelmäßiger Beanspruchung wachsen kann. Das Gehirn bildet neue Synapsen die Muskeln neue Fasern. Klingt doch logisch, oder?

Um den Denkmuskel bzw. working memory zu trainieren und aufzubauen, eignen sich die Arbeitsgedächtnis-Übungen von Neuronalfit, NeuroNation oder der GfG (diese Aufzählung ist keinesfalls vollständig).

Die positiven Effekte dieser verschiedenen Arbeitsgedächtnis-Trainings wurden von NeuroNation in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin bereits nachgewiesen. Worauf warten Sie also noch?

 

Übungen

Mit diesen Aufgaben können Sie Ihre Ausdauer und Ihr Kombinationsvermögen verbessern.

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