Endlich bewiesen: Gehirntraining wirkt gegen Demenz

geistig-fit-IQ-Senioren1marcel liechti, Dipl. Gehirntrainer GfG

Endlich… Wir haben schon oft darüber gesprochen und geschrieben, wie gesund Gehirntraining für unser Oberstübchen ist. Genauso oft haben wir behauptet, dass Gehirntraining das Demenzrisiko senken kann und wir bis ins hohe Alter hinein kognitiv fit bleiben können. Unzählige Indizien und Rückschlüsse aus anderen Studien lagen vor.

Nun ist es endlich soweit, aus Indizien wurden Beweise:

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Arbeitsgedächtnis-Training für’s Gehirn stoppt und verringert – neben einer ausgewogenen Ernährung und aerober körperlicher Betätigung – die geistigen Abbauprozesse, die bei uns Menschen bereits um das 20. Lebensjahr beginnen!

Dies konnte nun in einer wissenschaftlichen Studie belegt werden, an der über 1200 Probandinnen und Probanden teilgenommen haben.

Hintergrundwissen zur Demenz

Die GfG Deutschland, unter Dr. Lehrl und Peter Sturm, postuliert diese Haltung bereits seit über 20 Jahren. Wissenschaftlich haltbar konnten die erzeugten Studienresultate jedoch nicht gehalten werden. Auch die populistisch orientierten Studien von Neuronalfit.ch, wie die Bellicon Trampolin-Studie und die Altersstudie, können durch die nun vorliegende Studie endlich als bestätigt angesehen werden.

Bildschirmfoto 2015-01-18 um 22.36.30Steigende Lebenserwartung

Bevor explizit auf die Studie eingegangen wird, noch kurz ein paar Hintergrundinformationen zur Ausgangslage und zur Demenz an sich. Die Menschen werden immer älter, die Lebenserwartung ist im letzten Jahrhundert enorm gestiegen (von etwa 45 Jahren auf etwa 80 Jahre), was unter anderem der gesunden Lebensweise und der immer bessere werdenden medizinischen Betreuung zu verdanken ist. Das ist zwar schön, denn wer möchte nicht möglichst lange auf diesem Planeten weilen und das möglichst auch mit allen Verwandten, Freunden und Bekannten.

Jedoch hat die hohe Lebenserwartung – wie so ziemlich alles im Leben – auch eine Kehrseite der Medaille. Je älter wir werden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, an (alterstypischen) Beschwerden zu erkranken. Hierzu zählen Herz-Kreislauf-Probleme, aber auch Diabetes und Alzheimer, eine spezielle Form der Demenz.

Alzheimer – Keine Heilung in Sicht

Während man bei Herzproblemen und Diabetes sehr gut mit Medikamenten gegensteuern kann, sieht das bei Demenz bzw. Alzheimer leider ganz anders aus. Zwar laufen viele Studien zur Alzheimererkrankung und etwa 200 Wirkstoffe und Wirkstoffzusammensetzungen wurden in den letzten drei Jahrzehnten auf eine mögliche Heilung oder Verbesserung von Alzheimer untersucht, aber leider ohne einen wirklichen Erfolg. Es lässt sich einfach kein Medikament finden, dass die Hirnerkrankung – die dafür sorgt, dass immer mehr Erinnerungen verschwinden und auch die Persönlichkeit der Betroffenen sich stark verändert – heilen kann. Deshalb musste der Fokus einer Heilung durch Medikamente nun erst einmal verlassen werden, um andere Wege zu finden, Alzheimer aufzuhalten oder zu stoppen.

Fakten: Demenzvorbeugung auf einen Blick

1. Eine Heilung durch Medikamente ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft NICHT möglich! In den letzten drei Jahrzehnten wurden über 200 Wirkstoffe getestet, leider ohne sichtbaren Erfolg.

2. In einer Studie mit mehr als 1200 Probandinnen und Probanden konnte nun nachgewiesen werden, dass dem geistigen Abbauprozess im Alter (der schon im frühen Erwachsenalter – biologisch bedingt – beginnt) entgegengewirkt werden kann, sofern die betroffenen Personen bereit sind, ihre Lebensweise zu ändern.

3. Langfristig gesehen konnten innerhalb von zwei Jahren sogar signifikante Leistungssteigerungen des Gehirnes nachgewiesen werden, wenn der Lebensstil eine ausgewogene Ernährung, ein intensives und regelmäßiges Sportprogramm sowie das regelmäßige Durchführen von Gehirntraining beinhaltet.

Aktuelle Demenz-Statistiken

Um die Wichtigkeit solcher Demenzstudien und der Suche nach einer geeigneten Therapiemethode zu unterstreichen, noch ein paar Fakten zur Demenz. In Deutschland leben etwa 1,6 Millionen Menschen mit der Demenzdiagnose. Da wir immer älter werden und die Bevölkerung kontinuierlich wächst, ist davon auszugehen, dass immer mehr – gerade ältere – Menschen an einer Demenz erkranken werden. Schätzungen zufolge könnte die Zahl der Demenzerkrankten im Jahr 2050 bereits bei etwa drei Millionen liegen. Die Ursachen einer Demenz können unterschiedlicher Natur sein.

Während etwa bei zwei Drittel der Erkrankten eine Alzheimer-Erkrankung zugrunde liegt, ist die sogenannte „vaskuläre Demenz“, bei der die Blutgefäße im Gehirn Beschädigungen aufweisen, die zweithäufigste Ursache. Sehr oft sind jedoch auch Mischformen ursächlich. Die Geschlechterverteilung ist für die Damenwelt leider nicht so berauschend, denn etwa 70% aller Betroffenen sind Frauen. Dies liegt aber daran, dass Frauen generell eine etwas höhere Lebenserwartung haben und somit auch einem höheren Risiko unterliegen, an Demenz zu erkranken.

Korrelationsstudien zur Alzheimer-ForschungBildschirmfoto 2014-12-20 um 18.17.13

Die Idee zur aktuellen Studie entsprang auf Grund bereits durchgeführter Korrelationsstudien zur Alzheimer-Forschung. In Korrelationsstudien werden bestimmte Variablen auf den Zusammenhang mit dem Forschungsgegenstand – in unserem Fall hier der Demenz bzw. der Alzheimer-Erkrankung – untersucht. Solche Variablen können vorhanden Krankheiten (z. B. Bluthochdruck), die Lebensweise (z. B. Nikotinkonsum, sportliche Betätigung, allgemeine Ernährungsweise) oder äußere Lebensumstände (z. B. berufliche Situation und Höhe des Einkommens) sein. Nach einigen Jahren werden die Probandinnen und Probanden dann erneut untersucht. Es wird festgestellt, ob sich bestimmte Krankheiten entwickelt haben und ob Rückschlüsse auf bestimmte Gewohnheiten oder Lebensumstände, die zum Ausbruch der Erkrankung geführt haben können, zogen werden können.

Viele Indizien, aber keine Beweise

In den letzten Jahren ging man durch die Ergebnisse solcher Korrelationsstudien davon aus, dass ein gesunder Lebensstil, ein gut funktionierendes Herz-Kreislauf-System, die aktive Gestaltung des Soziallebens und gute Bildung Variablen dafür sind, das Demenzrisiko möglichst gering zu halten – selbst dann, wenn genetische Veranlagungen für Demenzerkrankungen vorhanden waren. Das Problem an solchen Korrelationsstudien ist jedoch, dass zwar viele Indizien, aber keine Beweise geschaffen werden können.

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Stellen Sie sich vor, Sie treiben regelmäßig Sport und ernähren sich weitestgehend gesund und erkranken NICHT an Alzheimer (was ich Ihnen übrigens von ganzem Herzen wünsche!). Natürlich könnte der Grund Ihre gesunde Lebensweise sein. Aber vielleicht ist er auch ganz wo anders zu finden. Vielleicht lieben Sie ja das Lösen von kniffligen Rätseln am Frühstückstisch und entgegnen somit dem geistigen Abbau? Genau das lässt sich durch Korrelationsstudien nicht eindeutig herausfinden. Rückschlüsse können gezogen werden, häufig auftretende Zusammenhänge können gefunden werden, es können Vermutungen angestellt werden. Aber als Beweis reicht all das noch lange nicht.

Eine Möglichkeit, etwas mehr Beweislast zu erreichen, sind sogenannte randomisiert-kontrollierte Studien. Es gilt dasselbe Prinzip wie bei den Korrelationsstudien und möglichst viele unterschiedliche Variablen sollen beobachtet und berücksichtigt werden. Der Unterschied: ein Teil der Testpersonen verändert sein alltägliches Verhalten, um gezielt Vergleiche anstellen zu können.

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