Arbeitsgedächtnistrainings – Was leisten sie? Drei Erfahrungsberichte

An vielarbeitsgedaechtnistraininge Sachen denken und dann vergessen, wo man das Moped geparkt hat? Um dies zu verhindern benötigen man ein leistungsfähiges Arbeitsgedächtnis. Seine Leistungsfähigkeit ist leider begrenzt und nimmt mit dem Alter ab. Diese Frage stellt sich unmittelbar: Können wir das Arbeitsgedächtnis trainieren (Arbeitsgedächtnistraining) und diesem unvermeidlichen Abfall im Laufe des Alters entgegenwirken? Die Ergebnisse der jüngsten Kognitionspsychologie-Forschung geben echte Hoffnung. Dem „Weshalb“ ist Marcel Liechti von Neuronalfit nachgegangen.

Trend: Gehirnjogging

Ein neuer Trend ist zweifelsohne das sogenannte Gehirnjogging oder Arbeitsgedächtnistraining. Die Idee, unser Gedächtnis wie unsere Muskeln zu trainieren, um geistig fitter zu werden. Können wir überhaupt unser Gedächtnis in der Art trainieren? Können Menschen mit dem Training einiger weniger spezialisierter Gehirnaufgaben dafür sorgen, dass die gesamte Gedächtnisleistung des Gehirns gefördert und leistungsfähiger wird und nicht nur in den trainierten Aufgaben?  Die Antwort ist Ja, aber. Lassen Sie mich etwas ausholen.

Arbeitsgedächtnistraining im Überblick

Wenn wir hier von Gedächtnis sprechen, meinen wir das sogenannte Arbeitsgedächtnis. Das Arbeitsgedächtnis oder working memory ermöglicht ein kurzzeitiges Speichern von Informationen unter Einbezug bereits vorhandener Informationen und gleichzeitiger Verarbeitung all dieser Informationen. Es ist also viel mehr als nur ein Speicher wie das Kurzzeitgedächtnis. Unter Arbeitsgedächtnistraining versteht man das gezielte Training dieser Gedächtnisleistung.Druck

Ein Beispiel soll das erläutern:
Merken Sie sich die Ziffern 4, 7, 5, 9 und 7 und wiederholen Sie diese aus dem Gedächtnis. Subtrahieren Sie nun aber 4 von der letzten Ziffer und ersetzen Sie mit diesem Ergebnis die letzte Ziffer. Können Sie anschließend noch alle Ziffern korrekt wiedergeben? Solange Sie nur Informationen speichern, wird Ihr Kurzzeitgedächtnis belastet, wenn Sie aber zusätzlich andere Information verarbeiten, dann wird Ihr Arbeitsgedächtnis involviert.

Forschungsergebnisse im Gebiet Arbeitsgedächtnis

Die Forschung zeigt, dass nur die individuelle Leistung im Arbeitsgedächtnis mit einer Vielzahl von weiteren Fähigkeiten und Fertigkeiten des Gehirns in Verbindung steht. Zum Beispiel zeigte sich klar, dass Menschen mit einer hohen Arbeitsgedächtnisleistung tendenziell ein besseres Sprach- und Leseverständnis besitzen, erfolgreicher in der Schule sind wie Alloway, Gathercole, Willis & Adams, 2004 experimentell nachgewiesen haben und sogar intelligenter sind.

Ein Training zur Steigerung der Informationsverarbeitung im Arbeitsgedächtnis (kurz Arbeitsgedächtnistraining) wäre extrem wünschenswert. Da unser Arbeitsgedächtnis bei fast allen Denkprozessen eine so große Rolle spielt müsste ein nachhaltiges geeignetes Gedächtnistraining nicht nur die Merkfähigkeit und die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit verbessern, sondern auch den erhofften Transfer auf andere kognitive Gebiete unterstützen. Genau das haben einige jüngere Forschungsresultate geliefert. Es ist nicht zu verheimlichen, dass diese Forschungsresultate von kritischen Forschern genau unter die Lupe genommen werden. Es wurde dadurch einige Fehlinterpretationen aufgedeckt. Trotzdem ist der Transfer in vielen Fällen hieb und stichfest.

Erfahrungen mit bekannten Gehirntraining Anbietern

Neuronalfit hat für Sie drei namhafte und bekannte Gehirntrainings-Anbieter untersucht und in den folgenden drei Erfahrungsberichten festgehalten.

Die drei untersuchten Programmgruppen von Neuronation, Lumosity und Memorado variieren stark in der Qualität. Machen Sie sich ein eigenes Bild durch das Studieren der drei recherchierten Gehirntrainings-Anbieter. Der klare Favorit des Autors ist Neuronation. Ich trainiere regelmäßig selber mit den über 60 Programmen und habe deutlich spürbar diverse Transfers ins praktische Leben erfahren.

Gedächtnis richtig trainieren

Was Sie als kritischer Leser bzw. kritische Leserin aus den bisherigen Forschungsergebnissen lernen können ist, bei Angeboten darauf zu achten, dass die zu trainierende Gedächtnisaufgabe nicht nur das reine Speichern von Informationen verlangt, sondern das gleichzeitige Speichern und Verarbeiten. Die drei gemachten Erfahrungsstudien zu dem Marktangebot zeigen, dass die Benutzer nicht nur in der trainierten Gedächtnisaufgabe, sondern auch in anderen ähnlichen Gedächtnisaufgaben besser werden, und zwar besser als eine (möglichst aktive) Kontrollgruppe. Genau das nennt man Transfer.

 

Bilder: Stephan N. / pixelio.de (Image-276337), bschpic / pixelio.de (Image-ID: 722180)