Mit adaptivem Gehirntraining nachhaltig gegen resignative und korrosive Energie in Betrieben kämpfen, Teil II

Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG und Unternehmensberater

Was kann aus den Erkenntnissen aus Teil I nun im Umkehrschluss getan werden, um die so wichtigen produktiven und positiven Energien zu steigern? Hier gibt es im Wesentlichen zwei erfolgsversprechende Maßnahmen. Einerseits ist das ein gutes Energiemanagement. Hierzu zählen die Mobilisierung, die Fokussierung und die Förderung von Energie. Zweitens gezielter Einsatz von adaptivem Arbeitsgedächtnistraining, wovon gerade die 50Plus-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stark profitieren können und erstaunliche Energien und Qualitäten neu gewinnen.

Bei der Mobilisierung der Energie kommt es stark auf die Fähigkeiten der Führungskräfte an. Entsprechend der momentanen Unternehmenssituation müssen sie entscheiden, ob sie entstehende Bedrohungen beseitigen wollen oder sich innovativen Zukunftsvisionen widmen sollen. Durch diese Entscheidung können sie die Energien des Unternehmens und der MitarbeiterInnen steuern. Die Fokussierung der Energie ist quasi ein Überprüfen des Status-Quo. Wo und in welchem Ausmaß sind die Energien vorhanden und wie werden sie genutzt? Dadurch können die vorhandenen Energien umgeleitet werden. Die Förderung der Energie zielt darauf ab, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und am Leben zu erhalten, z Bsp. dadurch, dass Energiefallen vermieden werden. Anderseits kann adaptives Arbeitsgedächtnistraining genutzt werden, um die Energien in eine produktive Richtung zu lenken. Dadurch können die oben genannten Maßnahmen perfekt unterstützt und intensiviert werden, wie die moderne Forschung feststellen konnte.

Durch adaptives Arbeitsgedächtnistraining können gerade die 50Plus-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stark profitieren und folgende wichtige Qualitäten neu gewinnen:
• Schnellere Auffassungsgabe beim Lernen von Neuem
• Positivere Lebenseinstellung, die definitiv gegen korrosive und resignative Energien wirkt
• Größere persönliche Zufriedenheit

Aussagen eines Managers eines Staatsbetriebes:

– Die Personalzufriedenheit wird regelmäßig gemessen. Sie ist gleichbleibend hoch, allerdings gibt es resignative und korrosive Energien. Diese müssten dringend abgebaut werden. Diese Wichtigkeit sieht das Management leider meistens nicht!
– Es sollten nicht mehr als 25% resignative Energie vorhanden sein, um Unternehmensziele erreichen zu können. In unserem Unternehmen sind es jedoch leider über 30%. Es wird vermutet, dass 50Plus-MitarbeiterInnen sich oft an die guten alten Zeiten zurücksehnen und für ihre Arbeit einfach zu wenig Anerkennung erhalten.
– Durch Gehirntraining könnten diese Mitarbeiter, die oft einfach aufgegeben haben, wieder für den Betrieb mobilisiert werden und sich wieder aktiv im Unternehmen einbringen. Dies wäre ein enormer Gewinn!
– Ca. 30% der älteren MitarbeiterInnen gehen innerhalb der nächsten 5 Jahre bei uns in Rente. Es muss sichergestellt sein, dass sie ihr Wissen nutzbringend weitergeben.

Vor allem die Steigerung der kognitiven Fähigkeiten bzw. der flüssigen Intelligenz, die für das Erlernen neuer Fähigkeiten – basierend auf großer Erfahrung -, ist für Betriebe von immenser Wichtigkeit. Wie die Grafik Abb. 1 im Teil I zeigt, ist durch die Steigerung der fluiden Intelligenz durch adaptives Gehirntraining ein kognitiver Zustand erreichbar, der mit der Fitness vor 10 – 15 Jahren vergleichbar ist. Ist es nicht genau das, was Unternehmen von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünschen?

Die Erhaltung und Aktivierung von älteren MitarbeiterInnen kann für eine Firma bzw. die Volkswirtschaft der Schweiz finanziell locker in den Milliarden-Franken-Bereich gehen. Der Autor ist davon überzeugt, dass genau das der Zukunftstrend in den kommenden Jahren sein wird. Was das für große Unternehmen bedeuten kann, ist selbstredend.

Wie aber sollen nun konkret solche Interventionen in die Firmen eingebracht werden? Das Grob-Konzept von Neuronalfit hat folgende Struktur:

1. Tages-Seminar für die Firmen-Manager: Was ist adaptives Gehirntraining? Wie wirkt es sich im Betrieb aus? Konkrete vorbereitende Maßnahmen für den nächsten Schritt, inklusive einer Ausarbeitung eines Bonus-Systems für erfolgreiche Mitarbeiter des Gehirntrainings.
2. Seminare und Gehirntrainings für 50Plus-MitarbeiterInnen. Trainings in Zehnergruppen, wöchentliche und objektive Messungen des Gehirnfortschritts mittels LIE-KAI-Test, zeitlicher Aufwand von insgesamt 12-14 Halbtagen.
3. Begleitende Interviews, um die subjektiven Verbesserungen durch adaptives Gehirntraining zu „messen“.
4. Planung der permanenten Trainingsphase und deren Überwachung mit einem zeitlichen Aufwand von 15-20 Minuten pro Tag der 50Plus-MitarbeiterIn.
5. Unterstützende Maßnahmen berufsbegleitend, wie Brainwalking, in Gruppen, einmal wöchentlich.
6. Vierteiljährliche ERFA-Treffs.

Um die Erfolge dieses Systems noch einmal deutlich zu machen, sollen an dieser Stelle ein paar Erfolgsgeschichten bereits erfolgten Interventionen vorgestellt werden.

Rundum fit – auch im Kopf:
Ein Programm zur Steigerung der mentalen Fitness, entwickelt von der AOK Bayern. Es wurde entwickelt, weil sich in Befragungen vermehrt herausstellte, dass gerade älteren Menschen die psychische Gesundheit sehr wichtig ist. Die mentale Gesundheit und geistige Fitness kann diesem Bereich zugeordnet werden. Die Zufriedenheit war schon bei der Durchführung des Programms sehr hoch, es kam zu wenigen Abbrüchen. Im Ergebnis steigerte sich die mentale Leistungsfähigkeit signifikant, sowohl objektiv, als auch subjektiv. Gerade der subjektive Erfolg führte zu einer positiveren Lebenseinstellung und „neuem Schwung“ bei älteren Menschen.

Brainfitness auf dem Bellicon-Trampolin:
Auf dem Trampolin schwingen und sowohl Körper als auch Geist trainieren. Ja, das funktioniert, wie in der Trampolinstudie der Firma Bellicon und Neuronalfit herausgefunden wurde. Über mehrere Wochen erhielten die TeilnehmerInnen Aufgaben, welche sie auf dem Trampolin durchführen sollten. Die Leistungssteigerung der flüssigen Intelligenz war besser als erwartet und betrug bis zu 50%. Die subjektive Wahrnehmung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war ebenfalls außerordentlich gut. Für den genauen Versuchsaufbau und die erzielten Resultate folgen Sie bitte einfach folgendem Link: http://www.neuronalfit.ch/studie-trampolin-schwingen-macht-schlau/

Fallstudie in einem Altersheim:
In Rümlang, Schweiz, wurde den BewohnerInnen die Möglichkeit gegeben, täglich für eine Stunde ihr Arbeitsgedächtnis zu trainieren. Viele nahmen das Angebot dankend an und konnten die Leistungsfähigkeit ihrer flüssigen Intelligenz enorm steigern. Für den Erfolg dieser Studie werden drei Faktoren als enorm wichtig angesehen: Die TeilnehmerInnen waren betagt und untrainiert, das Training war sehr intensiv und die Motivation extrem hoch.
Außerdem wirkt Arbeitsgedächtnistraining gegen Demenz, wie Sie hier ausführlicher nachlesen können: http://www.neuronalfit.ch/bewiesen-gehirntraining-gegen-demenz/

Abb 3: Anstieg der flüssigen Intelligenz nach 6 Wochen (Studie Altersheim)

Für Betriebe mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der 50Plus-Generation sind vor allem folgende Beobachtungen sehr aufschlussreich, die neben den bereits genannten Erfolgen deutlich ersichtlich waren.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Altersheimstudie:
• hatten anschliessend eine bessere Grundstimmung
• kommunizierten ausdauernder und ausführlicher
• wollten wieder öfter diskutieren
• zogen sich weniger zurück

Wünschen  sich nicht auch Manager diese Eigenschaften von Ihren Mitarbeitern?

Nach all diesen Erfolgsgeschichten und den deutlichen Vorteilen dürften auch Sie überzeugt sein, oder ? Der Autor ist es jedenfalls. Regelmäßiges und nachhaltiges Arbeitsgedächtnistraining bringt für große Betriebe enorme Vorteile!

Die vieldiskutierte und oft kritisch betrachtete Mitarbeitergruppe der 50Plus könnte für den Betrieb neu gewonnen werden. Und das ohne großen Aufwand! Die Wertschätzung dieser so erfahrenen und wichtigen Mitarbeitergruppe könnte von Seiten des Managements eindrücklich gezeigt werden. Somit würde auch ihr Wert im Interesse aller massiv gesteigert werden. Volkswirtschaftlich und soziologisch könnte ein immenser Nutzen erzeugt werden. Resignative und korrosive Energien wären mit fitten Mitarbeitern, die sich wieder ins Unternehmen einbringen wollen, machbare Gegner, vor denen niemand Angst zu haben bräuchte. Und wer weiß, vielleicht sehnen sich dann nicht alle älteren Mitarbeiter nach dem (vorzeitigen) Ruhestand, sondern sie fühlen sich so wieder wohl und wertgeschätzt, dass die Rente ruhig noch ein paar Jahre warten kann. Das wäre doch eine absolut WIN-WIN-Situation, oder finden Sie nicht?

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Mit adaptivem Gehirntraining nachhaltig gegen resignative und korrosive Energie in Betrieben kämpfen, Teil I

Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG und Unternehmensberater

Resignative bzw. korrosive Energie ist für viele Großbetriebe ein gravierendes Problem. Man kann es sich kaum vorstellen, aber Schätzungen zufolge sind etwa 25 – 30% der vorhandenen Energien bei langjährigen Mitarbeitern in Gross-Unternehmen oder Staatsbetrieben, wie SBB oder POST, negativ gewichtet. Dass sich solch ein Ausmaß negativ auf die Produktivität und das Arbeitsklima auswirkt, scheint dann wiederum offensichtlich.Vor allem findet man diese Energien bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das 50. Lebensjahr bereits erreicht haben, sogen. 50Plus. Bedenkt man nun, wie viele Ressourcen und Gelder durch Unproduktivität verschwendet werden, scheint es offensichtlich, dass hier eine Lösung gefunden werden muss. Und das ganz dringend! Zum einen für die großen Konzerne wie die POST, SBB, Großbanken, Krankenkassen und Versicherungen, aber auch für die einzelnen MitarbeiterInnen. Denn wer nicht motiviert und produktiv arbeitet, wird früher oder später von Unzufriedenheit eingeholt und schadet dem Betrieb mehr als er nützt.

Marcel Liechti, zertifizierter Gehirntrainer der GfG und Unternehmensberater, zeigt in diesem 2-teiligen Artikel einen erfolgsversprechenden Ansatz auf Gehirntrainingsbasis, der bereits respektable Erfolge vorweisen kann.

Gehirntraining, präziser Arbeitsgedächtnistraining, ist heutzutage in aller Munde. Aber Gehirntraining ist nicht gleich Gehirntraining. Denn Gehirntraining hat rein gar nichts mit Gedächtnistraining zu tun. Für einen nachhaltigen Effekt müssen wissenschaftliche Erkenntnisse einfließen und es muss eine progressive Steigerung der Leistungen zu verzeichnen sein, die sich bestenfalls auch noch auf andere Bereiche des Denkens auswirken. Das Zauberwort heißt Arbeitsgedächtnis. Die Verbesserung bzw. Steigerung des Arbeitsgedächtnis, die sogen. fluide Intelligenz muss messbar sein. Ein bekannter Gehirn-Fortschrittstest ist der LIEKAI-Test. Mit einem gut trainierten und leistungsstarken Arbeitsgedächtnis werden alle anderen Denkleistungen beschleunigt und verbessert. Die Wirksamkeit von adaptiven Arbeitsgedächtnistraining, was hier auch im Folgenden immer gemeint ist, wenn von Gehirntraining die Rede ist, wurde bereits in unzähligen Studien eindeutig nachgewiesen. Folgende Effekte konnten jeweils einzeln oder kombiniert nachgewiesen werden:

• Steigerung der kognitiven Fitness
• Zunahme der allgemeinen Zufriedenheit
• Wachstum der flüssigen Intelligenz, welche sehr wichtig für das Erlernen neuer Fähigkeiten ist
• Entstehung einer positiveren Lebenseinstellung
• Möglichkeit, Trainingserfolge in andere Bereiche zu transferieren
• Steigerung der körperlichen Fitness (z. B. durch Brainwalking)
• Seit kurzem eindeutig belegt: Gehirntraining kann Alzheimer vorbeugen!

Verlauf Lebensspanne

 

Abb 1: Beeinflusster Intelligenzverlauf über die Lebensspanne durch Gehirntraining

Einige dieser Effekte des nachhaltigen Gehirntrainings wurden auch bereits in großen Firmen wie AOK (Krankenkasse) oder Bosch BRD nachgewiesen.

Daher ist folgende Arbeitshypothese von Marcel Liechti evident:

Durch gezieltes, nachhaltiges Arbeitsgedächtnis-Training bei 50Plus MitarbeiterInnen kann aktiv gegen resignative und korrosive Energien in Betrieben angekämpft und mit zusätzlichen – und den richtigen – körperlichen Aktivitäten die neu gewonnene Energie in produktive Energie umgewandelt werden. Der Gewinn an neu motivierten Mitarbeitern wird so groß und „ansteckend“ sein, dass es nicht vermessen ist, zu behaupten, dass der Gewinn einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erreichen wird!

Die Frage aller Fragen ist nun, wie sich diese Arbeitshypothese in die tägliche Arbeit und die Unternehmensabläufe integrieren lässt. Um diese genauer zu beantworten, sollen an dieser Stelle noch kurz die theoretischen Hintergründe geklärt werden.

Resignative und korrosive Energien verstecken sich hinter dem Begriff der organisationalen Energie. Dieses Konzept wurde im Jahr 2001 an der Universität St. Gallen von Frau Prof. Dr. Bruch erstellt.
Organisationale Energie beschreibt die zielgerichtete Beweglichkeit in Unternehmen. Hierbei wird in zwei Dimensionen(Achsen) unterschieden:
• Qualität der Energie: Wie werden die vorhandenen (emotionalen und verhaltenstechnischen) Ressourcen zur Erreichung der Unternehmensziele genutzt?
• Intensität der Energie: Wie hoch ist der Grad der Aktivierung, ein Unternehmensziel zu verfolgen und es zu erreichen?

Innerhalb der organisationalen Energien gibt es vier Zustände, die wie folgt prägnant beschrieben werden können (sa. Bild):

1. angenehme Energie: Zufriedenheit mit dem momentanen Stand der Dinge, Anspannung ist nicht vorhanden oder sehr gering.
2. produktive Energie: hohe Aktivität, positive Emotionen, Potentiale werden zur Zielerreichung mobilisiert.
3. Resignative Trägheit: Unternehmensziele haben wenig Bedeutung, Aktivität gering, emotionaler Zustand von Gleichgültigkeit
4. Korrosive Energie: Zwar hohes Maß an Aktivität und hohes Maß an Anspannung, die Energien werden jedoch nicht zur Zielerreichung, sondern eher zu internen „Machtkämpfen“ genutzt.

positive negative Energie

 

Abb 2: positive versus negative Energie im Betrieb

Ziel eines jeden Unternehmens muss also sein, die ersten beiden Energie-Zustände zu erreichen. Bekämpfen müssen dringend die negativen Energien. Woher kommen aber diese negativen Energien?

Zum einen durch die sogen.Trägheitsfalle. Diese entsteht oft in Unternehmen, die lange Zeit sehr erfolgreich sind. Alle gewöhnen sich sozusagen an den Erfolg, haben über Jahre eingefahrene Verhaltensweisen und arbeiten weit unter den vorhandenen Möglichkeiten. Zum anderen gibt es die Korrosionsfalle. Hier ist zwar ein hohes Maß an Energie und Handlungsbereitschaft vorhanden, allerdings wird diese Energie nicht dazu genutzt, die Unternehmensziele zu erreichen. Vielmehr geht es darum, innerbetriebliche Diskrepanzen zu „bearbeiten“. Sehr oft tappen Unternehmen in die Korrosionsfalle, wenn Führungskräfte sich nicht integrieren oder es an allgemeiner Unterstützungsbereitschaft fehlt. Zuletzt ist noch die Beschleunigungsfalle zu nennen. Hier muss aufgrund hohen Drucks ständig an der Grenze der Belastbarkeit gearbeitet werden. Dass das nicht gesund ist und die Produktivität auf Dauer eher verringert als gesteigert wird, ist leider logisch und sehr verbreitet.

Wie sich adaptives Gehirntraining zur Verbesserung der resignativen bzw. korrosiven Energie auswirkt erfährt der interessierte Leser in Teil II.

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Interview mit Marcel Liechti anlässlich der Helsana Gesundheitstagung

Offizielle Ausschreibung des Seminars am Helsana Gesundheitsforum 2017 vom 1.7 im Kursaal Bern

Geistige Fitness als Jungbrunnen: Ausgleich durch Gedächtnistraining und Bewegung
Marcel Liechti, Master of Mathematics, dipl. Gehirntrainer GfG
Genau wie der Körper lässt sich auch das Gehirn trainieren. Wer geistig fit ist, hat ein schnelleres Aufnahmevermögen, erbringt höhere Lernleistungen und kann Wissen und Erfahrungen für längere Zeit im Gedächtnis verankern. Gehirntraining ist auch das beste Mittel gegen Vergesslichkeit. In diesem Praxisreferat verrät Ihnen der Experte für geistige Fitness, wie Gehirntraining funktioniert und wie sich die Gedächtnisleistung gezielt steigern lässt.

Sehr geehrter Herr Liechti, wir freuen uns Ihnen einige weitere Fragen zu Ihrem interessanten Vortrag

„Geistige Fitness als Jungbrunnen: Ausgleich durch Gedächtnistraining und Bewegung“

stellen zu dürfen.

Helsana: Sie haben empfohlen, dass optimales Gehirntraining per Computer oder auf Papier erfolgen kann. Was ist erfolgsversprechender?

Marcel Liechti: Beide Methoden haben ihre Vorteile. Nicht alle Leute wollen Training am Computer absolvieren. Deshalb haben wir auf unserer Seite Gratisübungen zur Verfügung gestellt. Der Link lautet: http://www.neuronalfit.ch/kostenlose-gehirntraining-uebungen/
Training am Computer sind meistens etwas intensiver. Wichtig ist, dass die Übungen adaptiv sind!

Helsana: Was können Menschen durch kognitives Training erreichen und wer sollte sich damit beschäftigen?

Marcel Liechti: Viele Menschen können durch ein gezieltes kognitives Training bestimmte mentale Funktionen verbessern. Besonders gut trainierbar ist die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, Konzentration, Aufmerksamkeit und räumliches Denken. Vor allem Ältere, die schon leichte Einbußen in diesen Funktionen haben, profitieren vom Training.

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Helsana: Welche Übung am Computer halten Sie aus wissenschaftlicher Sicht als besonders wertvoll?

Marcel Liechti: Die Übung muss gezielt wichtige kognitive Funktionen trainieren, und dabei möglichst mehrere zugleich, es muss adaptiv sein, d.h. sich stetig an die Leistung des Probanden anpassen, und es muss Spaß machen. Als besonders positives Beispiel will ich die Übung Blitzblick hervorheben , welches visuelle Suche, Flexibilität, Verarbeitungsgeschwindigkeit und psychomotorische Koordination trainiert. Der Leser kann diese Übung so oft wie er will auf unserer Website trainieren: http://www.neuronalfit.ch/blitzblick/

Helsana: Kennen Sie Leute die das regelmässig tun?

Marcel Liechti: Hie zu kenn ich ein ganz schönes Beispiel. Anlässlich unserer Studie, die wir im Altersheim Rümlang mit beachtlichem Erfolg durchgeführt hatten ( kann hier runtergeladen werden: http://www.neuronalfit.ch/fallstudie1/ ) Gab es eine tüchtige 87-jährige Frau, die die Übung Blitzlicht täglich durchführt

Helsana: Können Sie das noch bitte etwas ausführen.

Marcel Liechti: Gerne. Diese Probandin musste ich zuerst motivieren überhaupt an den Computer zu gehen. Alle Übungen, die wir praktizierten waren auf Papier. Ich zeigte ihr die Übung am Computer sehr behutsam und geduldig. Ich musste ihre Hand zuerst richtig führen. Sie hatte noch nie an einem Computer gearbeitet. Bis sie die Mausbewegung und Cursor im Griff hatte dauerte es recht lang…es gelang schliesslich. Das erste erreichte Score von ihr war 4 Punkte. Sie können es ja selber auf unserer Website durchführen.

Helsana:….wie ging es weiter?

Marcel Liechti: Überraschend gut. Sie erreichte bald mal 6-10 Punkte, was schon beachtlich. war. Dann ging es immer besser. Sie schaltete wirklich den „Turbo“ ein, kein Witz. Es kam dazu, dass ihre Tochter ihr einen Occasions-MAC besorgen konnte. Von Woche zu Woche steigerte sie sich, bis sie mal 25….dann 30 Punkte schaffte. Am Ende der Studie erreichte Sie 43 Punkte. Versuchen sie es selber mal; es ist alles andere als leicht diese Punktzahl zu erreichen. Im direkten Vergleich hatte sie mich ab und zu geschlagen.

Helsana: Gabe es auch einen erkennbaren Effekt?

Marcel Liechti: Natürlich, die Messung mit unserem LIE-KAI-Test ergab klar höhere Punktezahlen. Sie können im oben erwähnten Artikel einiges nachlesen. Die fluide Intelligenz der Frau stieg somit um >45 % . Natürlich waren auch die anderen Übungen dafür verantwortlich. Ihre Tochter sagte zu mir: „ Ihre Mutter sei echt aufgestellt, fast etwas übereifrig geworden, sie sei viel fröhlicher und zufriedener, zeige kaum noch Anzeichen von Depression. Vor allem redet sie wieder mehr mit uns und auch mit anderen Leuten und liest auch wieder viel intensiver. Das ist wirkliche ein Erfolgsgeschichte, in ihrer Tendenz jedoch typisch! Diese Beobachtungen nennt man in der Kognitionspsychologie auch Transfer.

Helsana: Sehr schön. Ist dies ein Einzelfall?

Marcel Liechti: Ganz und gar nicht. Alle Senioren hatten positive Effekte! Lesen Sie die Studie und sie wissen es.

Helsana: Woran forscht die Wissenschaft aktuell bezüglich Gehirntraining?

Marcel Liechti: Es wird zum Beispiel erforscht, welche Funktionen sich insbesondere durch kognitives Training verändern und welche kaum. In Zukunft sollte erforscht werden, welche Trainingskenngrößen, z.B. Art, Intensität und Dauer des Trainings den Erfolg beeinflussen. Speziell von Interesse ist, inwieweit eine Kombination von körperlichem und mentalem Training stärkere Verbesserungen mentaler Funktionen erbringt als nur mentales Training. Das war ja auch Inhalt meines Vortrages und stiess ja auf grosses Interesse.

Helsana: Wo stehen wir in 10 Jahren aus Ihrer Sicht?

Marcel Liechti: Kognitives Training wird weiter verbreitet sein als heute, und v.a. Ältere werden sich mehr PC-basiertem Training zuwenden. Man könnte sich vorstellen, dass Menschen in Seniorenheimen mehr zu vielschichtigem kognitivem Training angeleitet werden, welches über reines Gedächtnistraining hinaus geht. Zugleich würden die Menschen dadurch Erfahrungen mit PCs machen.

Helsana: Was sind die Vorteile für die Gesellschaft?

Marcel Liechti: Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine erwiesenen Methoden, die uns von Anfang an eindeutig sagen können, wie stark ein konkreter Mensch vom Gehirntraining profitieren wird. Die individuellen Unterschiede in der Entwicklung geistiger Fähigkeiten können gewaltig sein und hängen von vielen Variablen ab, sei es die Motivation oder die ursprünglichen kognitiven Fähigkeiten. Obwohl wir wissen, dass Menschen besser in trainierten Aufgaben werden, ist es nicht immer klar, wie viel besser sie dadurch in Aufgaben und Bereichen werden, die sich vom Training unterscheiden.

Helsana: Können Sie das etwas präzisieren?

Marcel Liechti: Es gibt immer noch viele Dinge, die wir über das Gehirntraining nicht wissen, – beispielsweise muss noch untersucht werden, welche Aufgaben zu welchen Transfereffekten führen, wie die ideale Trainingsdauer ist und wie genau die Transfereffekte im realen Leben gemessen werden können. Obwohl immer mehr Studien vielversprechende Ergebnisse liefern, gibt es auch Fälle, die weniger erfolgreich sind. Aus diesem Grund ist es noch schwierig zu sagen, wie die Gesellschaft im Allgemeinen vom Gehirntraining profitieren kann.

Helsana: Wie sehen Sie die Zukunft des Gehirntrainings?

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Marcel Liechti: Hoffentlich interessieren sich immer mehr Wissenschaftler für die grundlegenden Mechanismen und die individuellen Unterschiede, um zu verstehen, welches Training für wen am effektivsten ist, und welche Gründe es hierfür gibt. Im Großen und Ganzen sehe ich Gehirntraining als eine Möglichkeit, die Plastizität unseres Gehirns zu erforschen und den Einfluss, den wir darauf haben, auszubauen und zu vertiefen.

Helsana: Herzlichen Dank für das Interview, Herr Marcel Liechti.

Marcel Liechti: Danke, gerne geschehen

 

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Gehirntraining und Bewegung wirken gegen Alzheimer

Die FINGER-Studie. Mit gutem Recht werden Sie sich nun fragen, was FINGER nun mit Demenz oder Alzheimer zu tun haben soll. Wie so oft in der Wissenschaft ist es einfach nur eine Abkürzung.

Wofür steht FINGER?

FINGER steht für: Finnisch Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability. Frei übersetzt bedeutet das in etwa so viel bedeutet wie: Finnische geriatrische Interventionsstudie zur Vermeidung von kognitiver Beeinträchtigung und Behinderung. Klingt zunächst kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht.

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Demenzrisiko berechnen mit der CAIDE-Skala

Alle der etwas über 1200 Probandinnen und Probanden wiesen bei Studienbeginn ein etwas erhöhtes Risiko zur Erkrankung an Demenz auf der CAIDE-Skala auf. Mit der CAIDE-Skala kann das Risiko einer Demenzerkrankung in den nächsten 20 Jahren eingestuft werden, indem bestimmte Variablen – wie etwa das Verhältnis der Körpergröße zum Gewicht (der sogenannte Body-Mass-Index, kurz BMI) oder Blutdruck – berücksichtigt werden. Die FINGER-Studie erstreckte sich insgesamt über zwei Jahre. Das Alter der Testpersonen lag zwischen 60 und 77 Jahren.

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, wurden die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt: eine Behandlungsgruppe und eine Kontrollgruppe. Die Behandlungsgruppe erhielt neben gesundheitlichen Beratungen, regelmäßigen Überprüfungen des Herz-Kreislauf-Systems und notwendigen medizinischen Behandlungen eine Reihe von zusätzlichen Angeboten bzw. Aufgaben.

Diese beinhalteten körperliche Trainingseinheiten, eine durchgängige Durchführung von Denkaufgaben, eine umfassende Ernährungsberatung mit speziellen Vorgaben sowie eine sehr häufige Kontrolle des Herz-Kreislauf-Systems. Die Kontrollgruppe erhielt diese Sonderangebote nicht, sondern der Fokus lag hier auf der gesundheitlichen Beratung sowie notwendigen Behandlungen.

Ernährung, Sport und kognitives Training

Wie wirken sich eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige sportliche Betätigung, kognitives Training und eine regelmäßige Kontrolle des Herz-Kreislauf-Systems auf die mentale Leistungsfähigkeit aus?bildschirmfoto-2016-09-28-um-19-41-44

Damit Sie sich ein genaueres Bild von den Angeboten und Aufgaben der Behandlungsgruppe machen können, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten haben, hier noch ein paar inhaltliche Aspekte der Ausgestaltung:

Körperliches Training:

Die Sporteinheiten wurden zu Beginn von einem erfahrenen Physiotherapeuten angeleitet und begleitet. Es bestand aus Übungen zum Muskelaufbau, aerobem Training (mittlere Belastungsintensität mit 60-75% der maximalen Herzfrequenz) und Übungen, die die Körperbalance verbessern sollten. Anfänglich sollte das Trainingsprogramm aus ein bis zwei Besuchen im Fitnessstudio (à 30-45 Minuten) und zwei Einheiten aerobem Training pro Woche bestehen. Für das aerobe Training standen verschiedene Sportarten zur Auswahl, etwa rhythmische Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Jogging, Wassergymnastik oder Nordic Walking. Im Laufe der zweijährigen Studiendauer sollten die Intensität und die Häufigkeit der Sportprogramme langsam aber stetig gesteigert werden.

Denkaufgaben:

Bildschirmfoto 2014-08-03 um 22.25.09Für das mentale Training wurde ein Computerprogramm genutzt. Zu Beginn standen einige gemeinsame Unterrichtseinheiten an, in denen es größtenteils um das Training von kognitiven Fähigkeiten ging, die als Strategien im Alltag nützlich sein können. Danach nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Programm selbstständig und absolvierten zwei bis drei Mal wöchentlich eine Trainingseinheit von etwa 15 Minuten. Inhaltlich war das Programm auf verschiedene Trainingsbereiche aufgebaut: Denkschnelligkeit, Gedächtnisleistung und Verbesserung der exekutiven Funktionen, welche dafür sorgen, dass wir schnell auf unbekannte Situationen reagieren können.

Ernährungsberatung:

Die Probandinnen und Probanden sollten sich an festgelegte Ernährungsvorgaben halten. Sie sollten wenig bis keine Transfettsäuren, raffinierten Zucker und Alkohol zu sich nehmen. Stattdessen lag der Fokus auf Obst und Gemüse, Rapsöl, zwei Mal wöchentlich Fisch und Vollkornprodukten. Vitamin D sollte in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

Obwohl diese Vorgaben einen gewaltigen Einschnitt in das Leben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeuteten, hielt der Großteil von ihnen die zweijährige Versuchszeit bis zum Ende durch. Lediglich 12% brachen ihre Teilnahme an der Studie ab, meist begründet in gesundheitlichen Problemen. Diese Tatsache ist ein Hinweis darauf, dass solch ein Programm realistisch in den Alltag von älteren Menschen integriert werden kann.

Ergebnisse der FINGER-Studie

Aber welche Ergebnisse konnten nun nach den zwei Jahren FINGER-Studie erzielt werden?

  1. Beide Gruppen konnten ihre kognitiven Leistungen verbessern.
  2. Die Behandlungsgruppe steigerte ihre mentale Fitness jedoch um 25% mehr als die Kontrollgruppe.
  3. Die Behandlungsgruppe hatte ein 30% geringeres Risiko, geistige Fähigkeiten abzubauen.

Dass auch die Kontrollgruppe ihre Fähigkeiten verbesserte, obwohl sie kein explizites Trainingsprogramm erhielt, klingt zunächst merkwürdig. Deshalb sei an dieser Stelle gesagt, dass Personen bei der zweiten Durchführung eines Tests meist besser abschneiden, einfach allein deswegen, weil der Test nicht mehr unbekannt ist. Außerdem hatte die Kontrollgruppe auch regelmäßige Termine beim Arzt, sodass hier vielleicht die eine oder andere Verhaltensänderung ganz freiwillig erfolgte.

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Wie sah nun aber die konkrete Leistungssteigerung der Behandlungsgruppe aus?

  • Lösen von komplexen Aufgaben (z. B. Auswendiglernen): 40% höhere Fähigkeiten als die Kontrollgruppe
  • Exekutive Funktionen: 83% besser als die Kontrollgruppe
  • Mentale Verarbeitungsgeschwindigkeit: 150% schneller im Lösen von Aufgaben als die Kontrollgruppe

Diese Ergebnisse zeigen, dass ein gesunder Lebensstil (mit ausgewogener Ernährung, Sport, Gehirntraining und regelmäßigen medizinischen Kontrollen) die mentale Leistungsfähigkeit enorm steigern kann.

Können die Alzheimer-Symptome verrringert werden?

Allerdings bleiben auch bei der FINGER-Studie Fragen offen. Welchen Einfluss haben die einzelnen Aspekte auf das Risiko einer Demenzerkrankung? Also kann das Risiko auch bspw. nur durch Sport oder nur durch gesunde Nahrung gesenkt werden? Und was ist mit denjenigen, die bereits Symptome einer Alzheimer-Erkrankung zeigen? Können die Symptome durch die Kombination der Studieninhalte verringert oder beseitigt werden?

Um diese Fragen zu beantworten, wurde die Studie um weitere sieben Jahre verlängert. Denn Demenz bzw. Alzheimer sind heimtückische Krankheiten, die nicht von heute auf morgen zu starken Symptomen führen. Vielmehr ist es ein schleichender Prozess, der sich übe viele Jahre hinstrecken kann. Im nächsten Forschungsabschnitt sollen neben Hirnscans auch regelmäßige Blutproben analysiert werden, um bspw. herauszufinden, ob durch das Trainingsprogramm auch alzheimertypische organische Prozesse – wie die Verringerung von Nervenzellverbindungen (Synapsen) – aufgehalten oder verändert werden können.

Was lernen wir daraus?

Schon viele Jahre ist die GfG Deutschland genau von den Tatsachen ausgegangen, die nun durch die FINGER-Studie endlich belegt werden konnten. Durch die randomisiert-kontrollierte Studie konnte bewiesen werden, dass ein gesunder Lebensstil, der sowohl Körper und auch Geist des Menschen berücksichtigt und beide immer wieder fordert und fördert, dazu führen kann, dass die kognitive Leistungsfähigkeit auch bis ins hohe Alter erhalten bleiben oder sogar noch verbessert werden kann.geistig-fit-IQ-Senioren1

Sie wissen, dass es im Laufe der Demenz bzw. der Alzheimer-Erkrankung zu Abbauprozessen kommt. Genau diesen müssen wir entgegen wirken. Die Forschung ist schon seit vielen Jahren ergebnislos damit beschäftigt, ein Medikament gegen Alzheimer zu finden. Also musste ein neuer Ansatz her, der nun in der FINGER-Studie seinen Platz gefunden hat. Wenn man schon nicht heilen kann, muss man doch wenigstens präventiv vorbeugen können!

Wir wissen schon lange, dass eine gesunde Ernährung unserem Körper sehr gut tut. Genauso lange wissen wir, dass auch körperliche Aktivität sehr gesund ist. Und explizites Gehirntraining hält – wie der Name schon sagt – unser Köpfchen auf Trab. In der FINGER-Studie konnten die positiven Effekte einer Kombination aus allen Aspekten nun eindeutig belegt werden.

Und nun frage ich Sie: wann beginnen Sie damit, einer eventuellen Demenzerkrankung den Kampf anzusagen? Ich wünsche Ihnen natürlich, dass Sie niemals mit solch einer Erkrankung zu tun haben werden. Aber Sie wissen nun auch, wie einfach es eigentlich ist, sich davor zu schützen. Hierbei ist es auch völlig egal, wie alt Sie sind. Es ist niemals zu früh. Und auch niemals zu spät. Nehmen Sie ihre Gesundheit einfach selber in die Hand!

Endlich bewiesen: Gehirntraining wirkt gegen Demenz

geistig-fit-IQ-Senioren1marcel liechti, Dipl. Gehirntrainer GfG

Endlich… Wir haben schon oft darüber gesprochen und geschrieben, wie gesund Gehirntraining für unser Oberstübchen ist. Genauso oft haben wir behauptet, dass Gehirntraining das Demenzrisiko senken kann und wir bis ins hohe Alter hinein kognitiv fit bleiben können. Unzählige Indizien und Rückschlüsse aus anderen Studien lagen vor.

Nun ist es endlich soweit, aus Indizien wurden Beweise:

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Arbeitsgedächtnis-Training für’s Gehirn stoppt und verringert – neben einer ausgewogenen Ernährung und aerober körperlicher Betätigung – die geistigen Abbauprozesse, die bei uns Menschen bereits um das 20. Lebensjahr beginnen!

Dies konnte nun in einer wissenschaftlichen Studie belegt werden, an der über 1200 Probandinnen und Probanden teilgenommen haben.

Hintergrundwissen zur Demenz

Die GfG Deutschland, unter Dr. Lehrl und Peter Sturm, postuliert diese Haltung bereits seit über 20 Jahren. Wissenschaftlich haltbar konnten die erzeugten Studienresultate jedoch nicht gehalten werden. Auch die populistisch orientierten Studien von Neuronalfit.ch, wie die Bellicon Trampolin-Studie und die Altersstudie, können durch die nun vorliegende Studie endlich als bestätigt angesehen werden.

Bildschirmfoto 2015-01-18 um 22.36.30Steigende Lebenserwartung

Bevor explizit auf die Studie eingegangen wird, noch kurz ein paar Hintergrundinformationen zur Ausgangslage und zur Demenz an sich. Die Menschen werden immer älter, die Lebenserwartung ist im letzten Jahrhundert enorm gestiegen (von etwa 45 Jahren auf etwa 80 Jahre), was unter anderem der gesunden Lebensweise und der immer bessere werdenden medizinischen Betreuung zu verdanken ist. Das ist zwar schön, denn wer möchte nicht möglichst lange auf diesem Planeten weilen und das möglichst auch mit allen Verwandten, Freunden und Bekannten.

Jedoch hat die hohe Lebenserwartung – wie so ziemlich alles im Leben – auch eine Kehrseite der Medaille. Je älter wir werden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, an (alterstypischen) Beschwerden zu erkranken. Hierzu zählen Herz-Kreislauf-Probleme, aber auch Diabetes und Alzheimer, eine spezielle Form der Demenz.

Alzheimer – Keine Heilung in Sicht

Während man bei Herzproblemen und Diabetes sehr gut mit Medikamenten gegensteuern kann, sieht das bei Demenz bzw. Alzheimer leider ganz anders aus. Zwar laufen viele Studien zur Alzheimererkrankung und etwa 200 Wirkstoffe und Wirkstoffzusammensetzungen wurden in den letzten drei Jahrzehnten auf eine mögliche Heilung oder Verbesserung von Alzheimer untersucht, aber leider ohne einen wirklichen Erfolg. Es lässt sich einfach kein Medikament finden, dass die Hirnerkrankung – die dafür sorgt, dass immer mehr Erinnerungen verschwinden und auch die Persönlichkeit der Betroffenen sich stark verändert – heilen kann. Deshalb musste der Fokus einer Heilung durch Medikamente nun erst einmal verlassen werden, um andere Wege zu finden, Alzheimer aufzuhalten oder zu stoppen.

Fakten: Demenzvorbeugung auf einen Blick

1. Eine Heilung durch Medikamente ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft NICHT möglich! In den letzten drei Jahrzehnten wurden über 200 Wirkstoffe getestet, leider ohne sichtbaren Erfolg.

2. In einer Studie mit mehr als 1200 Probandinnen und Probanden konnte nun nachgewiesen werden, dass dem geistigen Abbauprozess im Alter (der schon im frühen Erwachsenalter – biologisch bedingt – beginnt) entgegengewirkt werden kann, sofern die betroffenen Personen bereit sind, ihre Lebensweise zu ändern.

3. Langfristig gesehen konnten innerhalb von zwei Jahren sogar signifikante Leistungssteigerungen des Gehirnes nachgewiesen werden, wenn der Lebensstil eine ausgewogene Ernährung, ein intensives und regelmäßiges Sportprogramm sowie das regelmäßige Durchführen von Gehirntraining beinhaltet.

Aktuelle Demenz-Statistiken

Um die Wichtigkeit solcher Demenzstudien und der Suche nach einer geeigneten Therapiemethode zu unterstreichen, noch ein paar Fakten zur Demenz. In Deutschland leben etwa 1,6 Millionen Menschen mit der Demenzdiagnose. Da wir immer älter werden und die Bevölkerung kontinuierlich wächst, ist davon auszugehen, dass immer mehr – gerade ältere – Menschen an einer Demenz erkranken werden. Schätzungen zufolge könnte die Zahl der Demenzerkrankten im Jahr 2050 bereits bei etwa drei Millionen liegen. Die Ursachen einer Demenz können unterschiedlicher Natur sein.

Während etwa bei zwei Drittel der Erkrankten eine Alzheimer-Erkrankung zugrunde liegt, ist die sogenannte „vaskuläre Demenz“, bei der die Blutgefäße im Gehirn Beschädigungen aufweisen, die zweithäufigste Ursache. Sehr oft sind jedoch auch Mischformen ursächlich. Die Geschlechterverteilung ist für die Damenwelt leider nicht so berauschend, denn etwa 70% aller Betroffenen sind Frauen. Dies liegt aber daran, dass Frauen generell eine etwas höhere Lebenserwartung haben und somit auch einem höheren Risiko unterliegen, an Demenz zu erkranken.

Korrelationsstudien zur Alzheimer-ForschungBildschirmfoto 2014-12-20 um 18.17.13

Die Idee zur aktuellen Studie entsprang auf Grund bereits durchgeführter Korrelationsstudien zur Alzheimer-Forschung. In Korrelationsstudien werden bestimmte Variablen auf den Zusammenhang mit dem Forschungsgegenstand – in unserem Fall hier der Demenz bzw. der Alzheimer-Erkrankung – untersucht. Solche Variablen können vorhanden Krankheiten (z. B. Bluthochdruck), die Lebensweise (z. B. Nikotinkonsum, sportliche Betätigung, allgemeine Ernährungsweise) oder äußere Lebensumstände (z. B. berufliche Situation und Höhe des Einkommens) sein. Nach einigen Jahren werden die Probandinnen und Probanden dann erneut untersucht. Es wird festgestellt, ob sich bestimmte Krankheiten entwickelt haben und ob Rückschlüsse auf bestimmte Gewohnheiten oder Lebensumstände, die zum Ausbruch der Erkrankung geführt haben können, zogen werden können.

Viele Indizien, aber keine Beweise

In den letzten Jahren ging man durch die Ergebnisse solcher Korrelationsstudien davon aus, dass ein gesunder Lebensstil, ein gut funktionierendes Herz-Kreislauf-System, die aktive Gestaltung des Soziallebens und gute Bildung Variablen dafür sind, das Demenzrisiko möglichst gering zu halten – selbst dann, wenn genetische Veranlagungen für Demenzerkrankungen vorhanden waren. Das Problem an solchen Korrelationsstudien ist jedoch, dass zwar viele Indizien, aber keine Beweise geschaffen werden können.

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Stellen Sie sich vor, Sie treiben regelmäßig Sport und ernähren sich weitestgehend gesund und erkranken NICHT an Alzheimer (was ich Ihnen übrigens von ganzem Herzen wünsche!). Natürlich könnte der Grund Ihre gesunde Lebensweise sein. Aber vielleicht ist er auch ganz wo anders zu finden. Vielleicht lieben Sie ja das Lösen von kniffligen Rätseln am Frühstückstisch und entgegnen somit dem geistigen Abbau? Genau das lässt sich durch Korrelationsstudien nicht eindeutig herausfinden. Rückschlüsse können gezogen werden, häufig auftretende Zusammenhänge können gefunden werden, es können Vermutungen angestellt werden. Aber als Beweis reicht all das noch lange nicht.

Eine Möglichkeit, etwas mehr Beweislast zu erreichen, sind sogenannte randomisiert-kontrollierte Studien. Es gilt dasselbe Prinzip wie bei den Korrelationsstudien und möglichst viele unterschiedliche Variablen sollen beobachtet und berücksichtigt werden. Der Unterschied: ein Teil der Testpersonen verändert sein alltägliches Verhalten, um gezielt Vergleiche anstellen zu können.

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Multitasking ist Gift für das Arbeitsgedächtnis

multitaskingEs ist eine Fähigkeit, die eher dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben wird: Multitasking. Das heißt sinngemäß übersetzt, dass man mehrere Dinge gleichzeitig erledigt bzw. erledigen will oder erledigen kann. Und wir alle, egal ob Männlein oder Weiblein, „multitasken“ ständig bzw. versuchen es.

Während wir mit Freunden telefonieren, bereiten wir schon mal das Abendessen zu. Während wir duschen, putzen wir uns die Zähne und versuchen dann auch noch den tollen Song mitzusingen, der gerade im Radio läuft. Während wir versuchen, beim Wocheneinkauf an alles zu denken, müssen wir noch den quengelnden Nachwuchs beruhigen, der unbedingt ein Überraschungs-Ei haben möchte.

Ja, wir tun es wirklich ständig und überall. Leider auch oft im Straßenverkehr, wenn wir „nur schnell“ auf eine Nachricht antworten wollen, während wir Autofahren. Hier weiß jeder, dass diese Art des Multitaskings höchst gefährlich ist. Doch wie sieht das für unser Gehirn bzw. unser Arbeitsgedächtnis aus? Natürlich muss es auf Hochtouren arbeiten, wenn wir mehrere Sachen gleichzeitig von ihm verlangen. Aber ist das gut? Oder tun wir unserem Gehirn damit überhaupt keinen Gefallen?

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Multitasking vs. komplexen Aufgaben

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst das Multitasking vom Ausführen von komplexen Aufgaben unterscheiden. Bei komplexen Aufgaben benötigt es mehrere Schritte bzw. Handlungsabläufe, um EIN bestimmtes Ziel zu erreichen. Autofahren zählt zu den komplexen Aufgaben. Sie wollen ein Ziel erreichen und haben unterwegs verschiedene Aufgaben zu „lösen“ (blinken, bremsen, schalten, auf die Umgebung und andere Verkehrsteilnehmer achten etc.). Wenn Sie nun aber während des Fahrens noch ein Telefonat erledigen, handelt es sich um Multitasking. Denn das Telefonat verfolgt ein ganz anderes Ziel, z. B. das nächste Treffen mit Freunden zu planen.

Ich denke, Sie gehen davon aus, dass Sie beides gleichzeitig mit voller Aufmerksamkeit erledigen können, da sowohl Autofahren als auch Telefonieren in Ihrem Alltag Routinetätigkeiten geworden sind, über die Sie kaum noch aktiv nachdenken. Aber ist das wirklich so? Können wir wirklich zwei Dinge gleichzeitig erledigen und beiden Dingen volle Konzentration widmen?

Auch interessant ist Dual Tasking, das gleichzeitige Ausführen von kognitiven und körperlichen Tätigkeiten beschreibt. Mehr dazu hier.

Stress für das Arbeitsgedächtnis

Unser Arbeitsgedächtnis (engl.: „working memory“) ist dafür zuständig, Informationen von außen aufzunehmen und diese zu verarbeiten. Sehen wir z. B. eine rote Ampel, entscheidet das Arbeitsgedächtnis, dass diese Information wichtig ist. Also greift es auf Erfahrungswerte zurück, weiß aus der Vergangenheit, dass wir nun bremsen müssen, und sendet den entsprechenden Brems-Befehl an unser „motorisches Hirn“. Wir bremsen.

Bildschirmfoto 2014-06-22 um 23.21.58Fällt jedoch nur ein Blatt auf unsere Windschutzscheibe, ist die Information nicht von Bedeutung und wird somit von unserem Arbeitsgedächtnis sofort wieder gelöscht. Diese Entscheidungen geschehen in einem Bruchteil einer Sekunde oder maximal in Sekunden. Denn die Aufnahmefähigkeit unseres Arbeitsgedächtnisses ist begrenzt. Die Informationen können nämlich nur wenige Sekunden im Arbeitsgedächtnis zwischengespeichert werden. Vielleicht können Sie sich langsam selber ausmalen, dass Multitasking purer Stress für das Arbeitsgedächtnis ist? Unser Gehirn ist zwar sehr, sehr leistungsfähig, aber es hat auch seine Grenzen.

Kommen wir noch mal zurück in den Straßenverkehr. Vielleicht beschleicht einen ja manchmal doch das leise Gefühl, dass man abgelenkt ist, wenn man unterwegs mal kurz telefoniert. Aber ganz ehrlich, so handlungsweisend kann dieses Gefühl ja nicht sein, denn viele Auto-Telefonierer sind wahre Wiederholungstäter. Jedoch ist das Telefonieren während der Fahrt nicht umsonst verboten und mit hohen Strafen belegt.

Multitasking Umfrageergebnisse

An dieser Stelle möchte ich Ihnen ein paar ganz interessante Umfrageergebnisse nicht vorenthalten:

  • 11% der Befragten geben an, dass durch Handynutzung am Steuer bereits Fahrfehler stattgefunden hätten.
  • 5% seien durch die Handynutzung in eine kritische Situation geraten.
  • 25% geben zu, schon mal eine grüne Ampel zu spät gesehen zu haben.
  • 12% seien schon mal von der Fahrbahn abgekommen.
  • 10% bemerkten Bremsvorgänge des Wagens vor ihnen (zu) spät.
  • 10% hätten Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht wahrgenommen.

Schaut man sich die Prozentzahlen an, scheinen sie zunächst gar nicht so hoch. Bedenkt man nun aber, dass für jeden zehnten Verkehrsunfall ein abgelenkter Fahrer verantwortlich ist, wendet sich das Blatt.

Formen der Ablenkung beim Multitasking

Die Ablenkung wird im Straßenverkehr in drei Formen unterteilt:

  1. Mentale Ablenkung: zwar blickt der Fahrer geradeaus auf die Fahrbahn und bei aufkommenden Gefahren werden diese auch visuell erkannt, jedoch nicht verarbeitet, sodass keine Reaktion auf das Gesehene folgt. Diese Form der Ablenkung tritt bei Telefonaten auf, aber auch bei starken Gefühlen oder wenn sich der Fahrer in seinen Gedanken verliert.
  2. Visuelle Ablenkung: der Fahrer blickt nicht auf die Straße, sondern bspw. ein interessantes Gebäude am Straßenrand oder das Smartphone.
  3. Motorische Ablenkung: zwar sind Blick und Konzentration auf der Fahrbahn, jedoch ist der Fahrer in Gefahrensituationen nicht in der Lage, rechtzeitig zu reagieren, da er motorisch gerade mit etwas anderem beschäftigt ist (z. B. essen).

Bildschirmfoto 2014-03-31 um 09.49.40Diese drei Formen der Ablenkung haben eines gemeinsam: dadurch, dass unser Arbeitsgedächtnis verschiedene Informationen gleichzeitig verarbeiten muss, sind wir nicht mehr voll und ganz bei der Sache. Wir sind halt AB-gelenkt von unserer momentanen Hauptaufgabe, in unserem Fall hier, uns sicher ans Ziel zu bringen. Trotz dass unser Gehirn in solchen Momenten gestresst und überfordert ist, muss es Entscheidungen treffen. Und die erste Entscheidung ist die, welche Informationen es überhaupt aufnimmt, um sie schließlich zu verarbeiten. Wir bekommen davon bewusst nichts mit. Wir denken, wir haben alles unter Kontrolle. Jedoch nur so lange, bis es zu einer höchst kritischen Situation oder sogar einem Unfall kommt.

Das Problem an der Sache mit dem Multitasking ist, dass unser Gehirn nicht in der Lage ist, gleichzeitig mehrere Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Zugegeben, manches Arbeitsgedächtnis ist ziemlich schnell darin, unterschiedliche Tätigkeiten nacheinander auszuführen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Nacheinander, nicht gleichzeitig. Probieren Sie es doch beim nächsten Kochen des Abendessens mal aus: versuchen Sie, Ihr Gericht zu würzen und gleichzeitig den Wetterbericht auf Ihrem Smartphone abzurufen. Wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind und nicht schummeln, werden Sie folgendes feststellen: Ihre volle Aufmerksamkeit können Sie nur einer Sache widmen. Vielleicht landet einiges des Gewürzes neben dem Topf oder Sie benutzen einfach zu viel. Oder aber Sie wissen nun, wie das Wetter in Timbuktu ist, anstatt an Ihrem Wohnort. Dafür schmeckt dann aber wenigstens das Essen.

Wie das Gehirn überfordert wird

Multitasking gibt es also im eigentlichen Sinne überhaupt nicht. Sondern nur etwas sehr ähnliches. Ist unser Arbeitsgedächtnis gut im Training, ist es in der Lage, ziemlich schnell nacheinander verschiedene Dinge zu tun. Es ist quasi sehr flexibel und kann sich schnell auf neue und andere Informationen umstellen. Das Problem an der Sache ist jedoch, dass beim Multitasken eigentlich das genaue Gegenteil von dem eintritt, was wir erreichen wollen. In der schnelllebigen Zeit von heute wollen wir möglichst viele Dinge möglichst schnell erledigen. Damit ist unser Gehirn jedoch überfordert, da das „umdenken“ an ein anderes Ziel ja auch wieder Zeit frisst. Es handelt sich zwar nur um kurze Augenblicke, aber die Zeit, die für das Aufnehmen und Verarbeiten von Informationen benötigt wird, verlängert sich dadurch. Oder aber es geschehen Fehler, die nicht passieren würden, wenn wir uns konzentriert einer Sache widmen.

Warum gönnen wir uns und unserem Gehirn nicht also die Gelassenheit, eins nach dem anderen abzuarbeiten? Um Ihnen auf dem Weg zur inneren Ruhe zu helfen, hier nochmal ein paar Aspekte zum Multitasking, an die Sie denken können, wenn Sie mal zu viel von sich und Ihrem Arbeitsgedächtnis erwarten sollten:

  • das Unfallrisiko wird enorm gesteigert
  • wir machen Fehler oder erbringen schlechtere Leistungen
  • es ist unmöglich, mehrere Entscheidungen gleichzeitig zu treffen
  • Multitasking ist Ablenkung, nicht mehr und nicht weniger
  • wir geraten in Stress
  • wir werden unzufrieden
  • wir erleben seltener Erfolgs-Erlebnisse
  • Multitasking ist nicht effektiv

Und wenn es – wie so oft – eher die anderen Menschen sind, die zu viel von Ihnen erwarten: zeigen Sie ihnen doch einfach mal diesen Artikel.

Geistig fit durch Fasten?

fastenEinerseits geht es immer wieder um Brainfood, das dem Gehirn wichtige – und vor allem richtige – Nährstoffe bringen soll, um die bestmöglichen Leistungen aus ihm heraus zu kitzeln. Heute wollen wir uns aber mal mit dem genauen Gegenteil beschäftigen: dem Fasten!

Auf den ersten Blick erscheint es ja so, dass unser Gehirn ohne Nahrung nicht funktionieren dürfte. Denn woher sollte der Treibstoff kommen, wenn nicht aus von außen zugeführter Energie, also Nahrung? Natürlich können Menschen nicht auf Dauer fasten. Aber ein vorübergehender Verzicht kann – genau wie eine gesunde Ernährungsweise – einige Vorteile mit sich bringen. Unser Stoffwechsel gerät auf Sparflamme, die eine reinigende Wirkung haben kann. Denn durch die Stoffwechselveränderung werden Regenerierungsprozesse in Gang gesetzt und eine antidepressive Wirkung tritt ein. Vielleicht könnte Fasten sogar eine präventive Wirkung auf den Ausbruch einer Demenzerkrankung haben.

Zumindest in der Tierwelt scheint das Modell des Fastens bereits seit unzähligen Jahren zu funktionieren. Denken Sie z. B. an den Königspinguin. Fast die Hälfte des Jahres verzichtet er lebensweltbedingt komplett auf Nahrung. In dieser Zeit lebt sein Körper von den angefressenen Fettpolstern – und das bei -60° Celsius. So schlecht kann Fasten ja also nicht sein, oder?

Ich möchte Ihnen in diesem Artikel drei zentrale Thesen vorstellen, die die Vorteile einer regelmäßigen Fastenkur unterstreichen.

These 1: Was viele machen, kann nicht so falsch sein!

Unzählige Menschen entscheiden sich in regelmäßigen Abständen für das Fasten. Manche aus religiösen Gründen, manche aus gesundheitlichen. Andere wiederum wollen einfach ihren Körper entgiften. Und unserem Königspinguin schadet die fünfmonatige Fastenzeit ja auch nicht. Auch in der Natur sind Zeiten von Fülle und Mangel eingerichtet. Im Winter wachsen kein Gemüse und kein Getreide und auch keine Kartoffeln. Irgendwas wird sich Mutter Natur schon dabei gedacht haben, oder? Dass Fasten gesund ist, wusste schon Paracelsus (Arzt und Philosoph) vor hunderten von Jahren. Und was dem Körper gut tut, kann für das Gehirn ja nicht schlecht sein. Schließlich ist es auch ein Teil unseres Körpers.

Wie Zucker und Co im Körper wirken

Aber wie sieht es mit einer wissenschaftlichen Erklärung aus? Ich können Ihnen ja schließlich hier auch einen absoluten Bären aufbinden… Fest steht, dass wir in einem absoluten Überschuss leben. Nahrung ist immer vorhanden und wir müssen nicht viel tun, um sie zu erhalten. Wir gehen in den nächsten Supermarkt und kaufen Produkte, denen unnötiger Zucker und unnötiges Fett zugesetzt sind – und das auch noch in rauen Mengen. Viele Volkskrankheiten kommen ja nicht von ungefähr. Diabetes, Übergewicht und zugelagerte Arterien, die zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen. Sehr oft ist dafür eine ungesunde Ernährung – und davon zu viel – verantwortlich. Nach drei Tagen Fasten stellzuckeren sich der Körper und der Stoffwechsel auf den Mangel an Lebensmitteln ein und bei etwa zwei Drittel aller „Faster“ steigt die Stimmung.

Das führt zu Aktivität. Für den Körper und den Geist! Auch das ist biologisch zu erklären. Unsere Leber speichert überschüssigen Zucker (Glykogen) quasi ein, solange wir im Überschuss leben. Dieser wird etwa nach 24 Stunden des Fastens abgebaut. Im Gehirn entsteht dann sozusagen ein Zucker-Entzug und der Körper muss sich anderweitig helfen. Zucker wird dann aus anderen Quellen hergestellt, Energie wird aus den gespeicherten Körperfetten gewonnen. Bei gesunden Menschen ist so ein Nahrungsverzicht für einen Zeitraum von bis zu 30 Tagen durchaus möglich und gesundheitlich unbedenklich. Nach der Umstellung des Gehirnstoffwechsels folgen durch entsprechende Botenstoffe auch der Verdauungstrakt, das Herz-Kreislauf-System sowie die Blutgefäße, sodass alles im Körper darauf ausgerichtet ist, ohne Nahrung zu funktionieren.

These 2: Fasten ist gesund & senkt das Risiko für Depressionen!

Durch den veränderten Stoffwechsel beim Fasten werden schädliche Substanzen im Körper abgebaut, wie z. B. Entzündungsmarker. Nerven hingegen beginnen (wieder) zu wachsen. Durch die Veränderungen im Gehirn kommt es zum Aufbau von euphorischen Glücksgefühlen, was wiederum das Risiko von Depressionen verringert. Klingt doch alles ganz gut, oder? Die Ausschüttung von Glückshormonen beim Fasten ließ sich evolutionstechnisch auch gar nicht anders lösen. Denken Sie mal an die Steinzeitmenschen.

Gehirntraining für Senioren

Dort war das Nahrungsangebot alles andere als regelmäßig. Hätte der Körper nach ein paar Tagen ohne Nahrung einfach kapituliert, wäre die Rasse Mensch wohl schon ausgestorben. Durch die Euphorie beim Hungern konnten die Höhlenmenschen aktiv bleiben, auf Nahrungssuche gehen und somit ihr Überleben sichern. Natürlich gibt es auch hierfür medizinische Erklärungen, die jedoch an dieser Stelle zu weit führen würden.

Was ist aber nun genau so gesund am Fasten?

Und wie genau ist unser Gehirn daran beteiligt? Bei den neuronalen Veränderungen, die beim Fasten schon nach kurzer Zeit eintreten, sind vor allem vier Hirnregionen beteiligt: Hippocampus, Striatum, Hypothalamus und Hirnstamm. Im Hippocampus sitzt unser Gedächtnis, im Striatum werden die Körperbewegungen, im Hypothalamus die Nahrungsaufnahme und die Körpertemperatur kontrolliert. Der Hirnstamm ist zuständig für die Kontrolle des Verdauungs- und Herz-Kreislauf-Systems. Wie bereits beschrieben, folgen dann auch andere Organe mit Veränderungen, damit der gesamte Organismus ohne Nahrung funktionieren kann (Nervensystem, Verdauungssystem, Herz-Kreislauf-System).

Die Leber- und Muskelzelle werden empfindlicher, was Insulin betrifft, welches ein Hormon zur Regulierung des Blutzuckerspiegels ist. Entzündliche Vorgänge im Gehirn werden ebenfalls beseitigt. Und im Gehirn werden durch den Verzicht auf Nahrung noch weitere positive Vorgänge gestartet: Nervenwachstumsfaktoren werden vermehrt produziert, mehr neue Nervenzellen werden gebildet (inklusive neuer Verknüpfungen) und die Resistenz gegen oxidativen Stress wird erhöht. Na wenn das alles nicht gesund ist, was dann?

These 3: Fasten kann Demenz vorbeugen!

Leider ist es bisher nur in Tierversuchen belegt worden: durch den Verzicht auf Nahrung werden die biologischen Abbauprozesse im Gehirn, die bei Menschen etwa mit Erreichen des 20. Lebensjahres beginnen, aufgehalten. Dies deutet darauf hin, dass neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz durch Fasten verhindert oder zumindest gelindert werden könnten.

Erfolge aus den TierversuchenBildschirmfoto 2014-06-19 um 00.07.53

In den Tierversuchen lebten Mäuse zunächst mit einem andauernd überschüssigen Nahrungsangebot. Der Napf war immer gefüllt. Die Mäuse wurden träge und waren immer weniger aktiv. Als ihnen dann Nahrung entzogen wurde, blieben sie gesünder und lebten länger als ihre „überfüllten“ Artgenossen. Die fastenden Tiere hatten einen stabileren Zuckerstoffwechsel und niedrigere Entzündungsmarker. Aus diesen Experimenten leiten die Wissenschaftler zwei zentrale Ergebnisse ab:

  • Schädliche Abläufe, die z. B. durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel resultieren, werden verringert, was sich positiv auf das Nervenzellwachstum auswirkt.
  • Durch den Verzicht auf Nahrung gerät der gesamte Organismus zunächst in Stress. Daraus entsteht dann aber z. B. eine vermehrte Produktion von bestimmten Enzymen, die bspw. in der Lage sind, die DNA zu reparieren.

Doch lassen sich diese Ergebnisse nun auch auf den Menschen übertragen? Nicht ganz, denn wir Menschen unterscheiden und nun doch sehr deutlich von Mäusen. So sind die Abbauprozesse im Gehirn von Mäusen wesentlich stärker ausgeprägt als bei uns Menschen und einige Stoffwechselvorgänge unterscheiden sich auch enorm. Auch wenn die Ergebnisse aus den Tierversuchen vielversprechend sind, was die positiven Auswirkungen des Fastens auf das Gehirn angeht, wird die Welt der Wissenschaft nicht darum herum kommen, diese Effekte auch beim Menschen zu untersuchen. Hier müssen Studien durchgeführt werden, die Hirnvolumen, synaptische Plastizität, Hirnleistung und Hirnflüssigkeit analysieren. Und zwar vor, während und nach einer Fastenkur.

Trotzdem ist es in wissenschaftlichen Kreisen unbestritten, dass das Fasten einen positiven Einfluss auf unseren Körper, also auch unser Gehirn hat. Oder haben Sie schon mal davon gehört, dass ein Königspinguin an Diabetes oder Demenz erkrankt ist? Wohl eher nicht. Auch in einigen Völkern, die im Einklang mit der Natur leben, sind diese Erkrankungen bisher nicht aufgetreten.

Was gehört zum gesunden Fasten?

Geraten wird immer eine Begleitung durch erfahrene Experten (Ärzte oder Ernährungsberater). Außerdem sollte jeder Fastenwillige für sich die passende Form des Fastens herausfinden. Während bei den einen Formen die Ernährung nur aus Gemüsesäften und Tees besteht, setzen andere Formen auf intervallhaftes Verzichten auf Nahrung (z. B. fünf Tage normal essen und zwei Tage fasten). Also, es liegt an Ihnen, Ihren persönlichen Weg zu finden und ihn auch zu gehen.

5 wirksame Tipps für ein besseres Arbeitsgedächtnis

Bildschirmfoto 2014-06-19 um 00.07.53Es ist schon faszinierend, was unser Gehirn alles leisten kann. Oder andersherum: Was wären wir Menschen ohne unser Gehirn? Irgendwie gar nichts. Weil nicht einmal unsere lebenserhaltenden Funktionen wie Atmung oder Herzschlag präsent wären und wir gar nicht existieren würden.

Aber zum Glück haben wir ihn ja. Unseren Denkapparat. Der zu bewundernswerten Dingen im Stande ist. Wir können Bilder malen (na gut, der eine besser, der andere eher nicht so), wir können lesen und schreiben, wir können uns Dinge merken, mal mehr oder mal weniger logisch denken und für fast jedes Problem eine Lösung finden. Dass diese Aufzählung nicht mal annähernd das vollständige Leistungsspektrum unseres Oberstübchens beschreibt, dürfte jedem von uns klar sein.

Zwei zentralen Fähigkeiten des Gehirns

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Die zwei zentralen Fähigkeiten, die unser Gehirn tagtäglich zu seiner Leistungsfähigkeit bringt, sind unser Gedächtnis (das unzählige Informationen abspeichert und sie uns auf Abruf zur Verfügung stellt) und die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken, die uns ermöglichst, flexibel auf äußere Umstände zu reagieren und Lösungen zu finden. Ohne diese Fertigkeiten könnten wir weder in der Schule, noch später im Beruf erfolgreich sein. Was tun wir aber, wenn unser Gehirn mal nicht so funktioniert, wie wir es von ihm gewohnt sind? Für diesen Fall habe ich hier fünf vielversprechende und hilfreiche Tipps für Sie.

Tipp 1: Gefühle

Sicherlich sind Sie gerade etwas erstaunt und fragen sich, was Gefühle mit dem Gedächtnis oder dem Gehirn zu tun haben. Lassen Sie es mich erklären.

Erinnern Sie sich noch daran, welches Menü es bei Ihrer Hochzeit gegeben hat? Oder welche Ihrer Lieblings-Torten auf ihrem letzten Geburtstag, den Sie mit allen Ihren Freunden gefeiert haben? Wissen Sie noch, welches Wetter am Tag Ihres 18. Geburtstages war? Oder von welchem Flughafen Sie in den letzten, lang ersparten und ersehnten Urlaub gestartet sind, auf den Sie sich so lange gefreut haben? Ich denke, die Chancen, dass Sie das noch wissen, sind relativ hoch. Aber können Sie sich auch noch daran erinnern, was es am Samstag vor sieben Wochen zu Mittag bei Ihnen gab? Oder von welchem Gleis Ihr Zug vor drei Jahren abgefahren ist, als Sie auf Klassenfahrt oder eine langweilige Geschäftsreise aufgebrochen sind? Wahrscheinlich eher nicht.

Emotionen und Glückshormone

Gehirn-AktivierungUnd genau dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung. Denn die Merkfähigkeit unseres Gehirns ist höher, sobald Emotionen im Spiel sind. Fühlen wir, egal ob es sich um positive oder negative Empfindungen handelt, werden unsere körperlichen Funktionen aktiviert. Dies geschieht durch unser Hormonsystem. Das detailliert zu erklären, würde an dieser Stelle zu weit führen, aber Sie haben z. B. bestimmt schon mal von unseren Glückshormonen (Serotonin, Dopamin etc.) gehört. Und Sie kennen mit Sicherheit auch das Schlafhormon Melatonin, das uns jeden Tag mehr oder weniger friedlich einschlafen lässt. Auch unser Gehirn wird durch Hormone gesteuert. Und werden diese – in unserem Fall hier durch Emotionen – aktiviert, aktiviert sich unser gesamter Organismus. Wir sind wacher und leistungsfähiger.

Tipp 1: Versuchen Sie, neue Inhalte aus Schule oder Beruf mit emotionalen, persönlichen Dingen zu verknüpfen. Dies können z. B. auch emotionale Erinnerungen sein. Außerdem sollten Sie lernen, wenn Sie sich wach und aktiv fühlen.


Tipp 2: Achtsamkeit

Im ersten Moment mag man denken, dass man doch immer achtsam mit sich umgeht. Aber erstens tun wir das nicht immer, wir essen z. B. oft sehr viel Ungesundes und schaden damit manchmal sogar nachhaltig unserem Körper. Und zweitens geht es bei unserer Achtsamkeit hier um etwas anderes.

Beobachten Sie mal ein paar Minuten Ihre Gedanken. Versuchen Sie nicht, sie zu beeinflussen, sondern lassen Sie ihnen einfach mal freien Lauf. Woran denken Sie? Höchstwahrscheinlich an sehr viel Vergangenes und sehr viel Zukünftiges. Im Hier und Jetzt befinden wir uns gedanklich nur sehr, sehr selten.

Achtsamkeitstraining

Im Achtsamkeitstraining geht es genau darum. Die Aufmerksamkeit soll auf die Atmung, den eigenen Körper und die eigenen Gedanken gerichtet werden, um im aktuellen Moment zu sein, nicht im Gestern und nicht im Morgen. Wichtig ist jedoch, dass alle Gedanken akzeptiert werden sollen. Keine Verdrängung von „schlechten“ Gedanken, aber auch keine persönliche Bewertung. Jeder Gedanke hat das Recht, da zu sein. Es ist wie es ist. Punkt.

In Studien konnte belegt werden, dass Achtsamkeitstraining zu besserer Konzentrationsfähigkeit führt. Und auch andere kognitive Funktionen können davon profitieren.

Tipp 2: Führen Sie regelmäßig Achtsamkeitstraining durch. Sie werden merken, dass Ihre Gedanken seltener abschweifen und Sie in Schule und Beruf konzentrierter arbeiten können.

Tipp 3: Brainfood

bildschirmfoto-2016-09-28-um-19-41-44Zwar gibt es keine Superfrucht, die Ihr Gehirn in zwei Minuten zu Höchstleistungen verhilft, aber es gibt einige Lebensmittel, die die biologischen Prozesse in Ihrem Oberstübchen positiv beeinflussen können.

Die Datenübertragung zwischen Ihren einzelnen Nervenzellen geschieht durch sogenannte Neurotransmitter. Um diese Neurotransmitter zu bilden, benötigt unser Körper bestimmte Aminosäuren. Diese wiederum entstehen aus Proteinen (Eiweißen), die wir über die Nahrung zuführen können.

Sehr viel Eiweiß steckt bspw. in Fisch und in Milchprodukten. Auch Nüsse und Hülsenfrüchte sind wichtige Lieferanten. Nüsse und Fisch haben außerdem noch einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, die unser Gehirn ebenfalls benötigt, um optimal funktionieren zu können.

Tipp 3: Essen Sie Eiweißhaltiges und Lebensmittel mit einem hohen Omega-3-Fettsäure-Gehalt. Ihr Gehirn wird es Ihnen mit besseren Leistungen danken!


Tipp 4: Arbeitsgedächtnis-Training

Unser Arbeitsgedächtnis ist dafür zuständig, von außen kommende Reize aufzunehmen und sie dann zu verarbeiten. Es entscheidet, was mit den Informationen geschieht. Werden sie als wichtig eingestuft, werden sie ins Gedächtnis weitergeleitet. Erscheinen sie unwichtig, werden sie umgehend wieder gelöscht.

Durch ein gezieltes Training können die eh schon enormen Leistungen des Arbeitsgedächtnisses sogar noch gesteigert werden. Und nicht nur die Menge von Informationen, die das Arbeitsgedächtnis zwischenspeichert, kann durch das Arbeitsgedächtnis-Training gesteigert werden, sondern es zeigen sich auch positive Effekte auf die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denen.

Tipp 4: Führen Sie regelmäßig Arbeitsgedächtnis-Training durch und profitieren Sie von den wissenschaftlich erwiesenen positiven Auswirkungen.

Tipp 5: Aufwärmen ist alles

Gehirntraining auf Laufband

Unser Gehirn funktioniert wie ein Muskel. Und genau wie bei körperlicher bzw. sportlicher Betätigung die Muskeln vorher aufgewärmt werden sollten, sollten wir unseren Denkmuskel ebenfalls aufwärmen, bevor wir Höchstleistungen von ihm erwarten.

Forscher der Yale University haben die Auswirkungen eines fünfminütigen Aufwärm-Programms auf die kognitive Leistungsfähigkeit untersucht. Durch das Aufwärmen konnten die dann gestellten Aufgaben schneller und effektiver gelöst werden.

Außerdem wurden Schüler untersucht, die regelmäßig an Gehirntraining teilnahmen und somit ihre Leistungen in der Schule verbessern konnten. Die Ergebnisse deuten sogar darauf hin, dass regelmäßiges Gehirntraining erfolgsversprechender als die persönliche Betreuung und Nachhilfe durch einen Tutor sein könnte.

Tipp 5: Wärmen Sie Ihr Gehirn mit einem fünfminütigen Gehirntraining auf, bevor Sie die volle Leistungsfähigkeit abverlangen.

Sie sehen nun, dass es auch in Ihrer Hand liegt, zu welchen Leistungen Ihr Gehirn in der Lage ist. Versuchen Sie, die fünf genannten Tipps zu beherzigen:

  1. Verknüpfung mit Emotionen
  2. Achtsamkeit
  3. Brainfood
  4. Arbeitsgedächtnis-Training
  5. Warm-Up

Sie werden überrascht sein, wie leistungsfähig Sie in Schule und Beruf sein können!

Gehirntraining erhöht die Selbstständigkeit und verringert das Demenzrisiko

Gehirn-AktivierungDass Gehirntraining auf keinen Fall schadet, wissen Sie bestimmt bereits. Außerdem dürfte Ihnen längst bekannt sein, dass es sich bei Ihrem Gehirn um einen „Muskel“ handelt, den Sie genau wie jeden anderen Muskel Ihres Körpers trainieren können.

Denkmuskel Gehirn

Mit jeder Trainingseinheit wachsen Ihre Muskeln, sie werden leistungsfähiger und ausdauernder. Genau dieser Effekt tritt auch bei regelmäßigem Gehirntraining ein. Ihr „Denkmuskel bzw. working memory“ wird leistungsfähiger. Aber was hat ein gut trainiertes Oberstübchen nun mit Ihrer Selbstständigkeit – und zwar bezogen auf alle Lebensbereiche – und mit dem Risiko einer Demenzerkrankung zu tun? Hierauf möchte ich in diesem Artikel eingehen.

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Dazu überqueren wir nun gedanklich mal einen Ozean – wir sind ja schließlich geistig flexibel – und bedienen uns einer Studie aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Diese erschien im Jahr 2014 im renommierten Journal oft he American Geriatric Society. Inhalt war die Kernfrage, ob und in welchem Ausmaß sich Gehirntraining auf die Alltagsselbstständigkeit der Probandinnen und Probanden über einen Zeitraum von zehn Jahren auswirkt. Insgesamt nahmen 2832 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Studie teil. Ihr Durchschnittsalter betrug 74 Jahre und sie alle absolvierten im Zeitraum von 1998 bis 1999 Gehirntraining. Die genaue Durchführung der Studie sah folgendermaßen aus:

  • Zeitraum: 5 – 6 Wochen
  • Intensität: 10 Sitzungen à 60 – 75 min
  • alle Probandinnen und Probanden führten kognitives Training durch

Langzeiteffekte von Gehirntraining

Um detaillierte Ergebnisse der (Langzeit-) Effekte von Gehirntraining auf die Testpersonen zu erhalten, wurden die Studienteilnehmer und –innen in drei Gruppen eingeteilt, die jeweils andere Trainingsschwerpunkte hatten. In der ersten Gruppe ging es um das konkrete Training des Gedächtnisses. Die Personen erlernten sogenannte Mnemotechniken, die das Einprägen von Sachen aller Art erleichtern sollen. Die zweite Gruppe trainierte schlussfolgerndes Denken, wo es bspw. darum ging, bestimmte Muster bzw. Regeln in Zahlenreihen zu bemerken und diese fortzusetzen. Die dritte Gruppe sollte durch computergestütztes Training die Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit (kurz: IVG) erhöhen.

Etwas mehr als ein Drittel aller Probandinnen und Probanden (genau: 39%) erhielten ein erneutes Training innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre.

Mehr Selbstständigkeit im Alltag

Bildschirmfoto 2014-03-31 um 13.35.01Schließlich wollten die Wissenschaftler nach zehn Jahren herausfinden, ob sich bei den Trainierten Langzeit- und Transfereffekte nachwiesen lassen würden. Konkreter ging es um die Frage, ob das Gehirntraining später Effekte auf die Selbstständigkeit im Alltag mit sich bringen würde und wie deutlich die Effekte im Vergleich zu Personen sein würden, die nicht am Gehirntraining teilgenommen hatten. Außerdem war von Interesse, ob sich zwischen den drei Trainingsgruppen, die jeweils andere kognitive Fähigkeiten trainierten, auch unterschiedliche Effekte nachweisen lassen würden.

Merkspanne und Kurzzeitgedächtnis gesteigert

Die Ergebnisse waren sehr deutlich. Bei allen drei Trainingsgruppen (Merkspanne bzw. Kurzzeitgedächtnis, schlussfolgerndes Denken und Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit) konnten deutliche und positive Effekte auf die Alltagsselbstständigkeit nachgewiesen werden. Als klarer „Sieger“ ging dabei jene Gruppe hervor, die die Merkspanne bzw. das Kurzzeitgedächtnis trainiert hatte.

So weit, so gut. Wir wissen nun also, dass sich fundiertes Gehirntraining auch auf andere Lebensbereiche überträgt, wie im Fall dieser Studie auf die Alltagsselbstständigkeit. Wie aber hängt nun Gehirntraining mit dem Demenzrisiko zusammen?

Zusammenhang zwischen Gehirntraining und Demenzrisiko

Als Grundlage gilt eben vorgestellte Studie, die nun auch auf das demenzielle Risiko hin untersucht wurde. Auch die Unterteilung in die drei Trainingsgruppen und die Kontrollgruppe ohne Training wurde dabei berücksichtigt. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf einem Kongress dessen Veranstalter die International Alzheimer’s Association war.

Zwar gelten sie noch als vorläufig, da sie noch nicht von unabhängigen Gutachtern anerkannt und bestätigt wurden, aber sie sind trotzdem sehr vielversprechend. Bei den StudienteilnehmerInnen, die das Gedächtnis und das schlussfolgernde Denken trainiert hatten, konnte in Bezug auf das Demenzrisiko im Vergleich zu den untrainierten Personen kein Unterscheid festgestellt werden. Die große Überraschung hieß in diesem Fall „Training der Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit“. Die Gruppe die die IVG vor zehn Jahren trainiert hatte, wies ein 33% niedrigeres Risiko auf, an Demenz zu erkranken. Das klingt doch super, oder? Anstatt bitterer Pillen spaßbringendes Gehirntraining. Ein fairer Deal. Drücken wir also mal ganz fest die Daumen, dass die unabhängigen Gutachter diese Studienergebnisse unterstreichen. Hierdurch würden sich ganz neue Wege in der Alzheimer- bzw. Demenz-Prävention auftun.

Weitere Hoffnung gibt in diesem Fall ein Forscherteam aus Venezuela. Dieses untersuchte die Ergebnisse aus 17 bereits durchgeführten Studien, die den Effekt von computerbasierten Gehirntrainings auf Demenzpatienten und Patienten mit kognitiven Einschränkungen (zwar überdurchschnittlich, aber noch nicht krankhaft und die Selbstständigkeit im Alltag betreffend) untersuchten. Das zentrale Ergebnis dieser Studie war folgendes:

Computerbasierte Gehirntraining

Bildschirmfoto 2014-02-21 um 08.49.38Computergestütztes Gehirntraining kann den Ausbruch von Demenz stark verlangsamen und in einigen Fällen sogar verhindern.

Bewegen wir uns nun mal weg vom Altern und Demenzerkrankungen, weiß man in der Wissenschaft mittlerweile ziemlich genau, dass die biologischen Abbau-Prozesse in unserem Oberstübchen bereits etwa ab dem 20. Lebensjahr in Gang gesetzt werden. Unsere mentalen Fähigkeiten nehmen also fast ab dem Moment langsam und stetig ab in dem wir gerade mal erwachsen geworden sind. Das klingt im ersten Moment vielleicht erst einmal dramatischer, als es ist, da wir ja nicht auf einen Schlag all unsere kognitiven Ressourcen verlieren. Trotzdem hat sich die Wissenschaft in den letzten Jahren vermehrt mit dieser Thematik auseinandergesetzt, um Möglichkeiten zu finden diese kognitiven Abbau-Prozesse zu verlangsamen oder zu stoppen.

Vorteile und Effekte von Arbeitsgedächtnis-Training

Auch hier kommt wieder das computerbasierte Gehirntraining zum Zuge, denn in einigen Studien konnten positive Effekte auf die von der Natur vorgegebenen Abbau-Prozesse nachgewiesen werden. Um Ihnen ein paar Einblicke in die unzähligen Studien zu geben, hier ein paar beispielhafte Studienergebnisse:

  • Beim Trainieren von bestimmten Aufgaben im Bereich des Arbeitsgedächtnis-Trainings sind deutliche Verbesserungen in den Leistungen zu beobachten. Diese Verbesserungen beziehen sich zwar nur auf eben diese trainierten Aufgaben, jedoch waren sie auch nach 18 Monaten noch nachweisbar, was die Langzeiteffekte dieses Arbeitsgedächtnis-Trainings deutlich macht. (Forscherteam aus Schweden)
  • Arbeitsgedächtnis-Training bringt auch Transfereffekte mit sich. So führte ein über zwei Wochen dauerndes Arbeitsgedächtnis-Training nicht nur zu einer Leistungsverbesserung in den direkt trainierten Aufgaben, sondern auch in untrainierten Bereichen. Auch hier konnten Langzeiteffekte nach acht Monaten nachgewiesen werden. (Forscherteam aus Italien)
  • Nach frei bis sechs Wochen Arbeitsgedächtnis-Training konnten ältere Menschen ähnliche mentale Leistungen bringen wie untrainierte junge Personen. (Forscherteam aus Deutschland)

Bitte wundern Sie sich nicht über die leicht abweichenden Ergebnisse. Bei Studien kommt es immer auf die zentrale Untersuchungsfrage und die Untersuchungsmethoden an, sodass Ergebnisse (zeitliche Angaben o.ä.) voneinander abweichen können.

Gehirntraining im Alter

Jedoch zeigen diese und viele andere Ergebnisse, dass es mit regelmäßigem Gehirntraining auch im höheren Alter noch möglich ist, geistig fit und beweglich zu sein. Wissenschaftler erklären dies mit der sogenannten „Puffer-Theorie“. Man geht davon aus, dass das Gehirn wie ein Muskel bei regelmäßiger Beanspruchung wachsen kann. Das Gehirn bildet neue Synapsen die Muskeln neue Fasern. Klingt doch logisch, oder?

Um den Denkmuskel bzw. working memory zu trainieren und aufzubauen, eignen sich die Arbeitsgedächtnis-Übungen von Neuronalfit, NeuroNation oder der GfG (diese Aufzählung ist keinesfalls vollständig).

Die positiven Effekte dieser verschiedenen Arbeitsgedächtnis-Trainings wurden von NeuroNation in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin bereits nachgewiesen. Worauf warten Sie also noch?

 

Übungen

Mit diesen Aufgaben können Sie Ihre Ausdauer und Ihr Kombinationsvermögen verbessern.

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Transfereffekte von Gehirnjogging und Gedächtnistraining

Die unterschiedlicBildschirmfoto 2014-06-19 um 00.07.53hen Ergebnisse in Bezug auf Transfereffekte von den unzähligen Gehirnjogging-Anbietern wie z.B. Neuronation.de zeigen, dass es wohl auf die genaue Art der Übungen und Aufgabenstellungen ankommt wenn auch nahe oder ferne Transfereffekte entstehen sollen.

Im Jahr 2010 führte Florian Schmiedek mit einigen Kollegen eine Studie durch, um die Transfereffekte von Gedächtnistraining genauer zu untersuchen. Hierzu nahmen 204 Teilnehmer und Teilnehmerinnen drei Mal wöchentlich für eine Stunde an einem Übungsprogramm teil. Eine der Aufgaben ähnelte dem bereits erwähnten Merken einer Ziffernfolge. Doch nicht nur die Ziffernfolge sollte eingeprägt und wiedergegeben werden, sondern es sollten stets Additions- und Subtraktionsaufgaben gelöst werden, die die Ziffernfolge selbstredend veränderten.

Benchmark Tests zum Nachweis von Transfereffekten

Hierdurch sollte das Arbeitsgedächtnis aktiviert werden, um nicht nur Informationen abzuspeichern, sondern diese auch zu verarbeiten. Um im Anschluss an die Trainingseinheit fundierte Ergebnisse zu den Transfereffekten aufweisen zu können, wurden vor und nach dem Training Benchmark Tests durchgeführt. Diese sahen folgendermaßen aus: Den Probandinnen und Probanden wurden auf einem Bildschirm nacheinander Ziffern gezeigt. Diese sollten entscheiden, ob diese Ziffer identisch mit jeder Ziffer war, die drei „Runden“ zuvor gezeigt wurde. Allerdings können die Ergebnisse irreführend sein, da die Übung dem Benchmark Test natürlich bei jeder Wiederholung besser ausgeführt werden kann.

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Von daher könnte so nicht eindeutig nachgewiesen werden, ob eine Leistungsverbesserung im Benchmark Test nach der Trainingseinheit auf den Übungseffekt der Wiederholung oder auf das Gedächtnistraining zurückzuführen ist. Aus diesem Grund wurde eine zufällige Kontrollgruppe eingerichtet, die zwar an den Benchmark Tests teilnahm, aber kein Training erhielt. Nach der Auswertung stellte das Forscherteam fest, dass die TrainingsgruppBildschirmfoto 2014-06-10 um 15.30.31e ihre Leistungen im abschließenden Benchmark Test wesentlich deutlicher verbessern konnte als die Kontrollgruppe ohne Gehirntraining. Das Alter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielte bei diesem Ergebnis übrigens keine Rolle, die Verbesserungen betrafen alle Altersgruppen.

Ergebnis: Das Arbeitsgedächtnis kann trainiert werden

Außerdem wurde herausgefunden, dass gerade bei Jüngeren aus der Trainingsgruppe auch verbesserte Leistungen im Vergleich zur Kontrollgruppe in Bereichen, die mit dem Arbeitsgedächtnis in Verbindung stehen, zu beobachten waren.

Als Hauptergebnis dieser Studie ging hervor, dass unabhängig vom Alter mit effektiven Aufgaben das Arbeitsgedächtnis trainiert werden kann und Hinweise auf Transfereffekte auf „benachbarte“ geistige Fähigkeiten vorliegen.

Funktionen des Arbeitsgedächtnisses und deren Training

In einer weiteren Studie wurde nun von Forschern der Universität Zürich untersucht, welche Funktionen des Arbeitsgedächtnisses trainiert werden müssen, um positive Effekte auf das Arbeitsgedächtnis herbeizuführen. Die Funktionen des Arbeitsgedächtnisses wurden auf Grundlage eines Modells eines beteiligten Forschers in drei Kategorien unterteilt:

  • Paralleles Speichern und verarbeiten (etwas merken, während gerade eine andere Aufgabe durchgeführt wird)
  • Verbindende Vervollständigung (einzelne Gedächtnisinhalte miteinander verknüpfen)
  • Überwachungsfunktion (auf Wichtiges konzentrieren, Unwichtiges ausblenden)

Alle Studienteilnehmerinnen und –teilnehmer wurden nun in vier Gruppen eingeteilt, drei dieser Gruppen trainierten vier Wochen lang eine der eben genannten Funktionsbereiche des Arbeitsgedächtnisses, während die vierte Kontrollgruppe Aufgaben zu visuellen Vergleichen trainierte, die nicht auf das Training vom (Arbeits-) Gedächtnis abzielte. Dass die Kontrollgruppe aktiv an der Studie teilnahm, also auch trainierte und nicht nur passiv als Vergleich diente, ist positiv zu bewerten, da Erwartungen und das soziale Miteinander in solchen Studie zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit führen können.Bildschirmfoto 2014-06-09 um 23.19.12

Bei allen Gruppen konnte die Leistungsfähigkeit in den trainierten Bereichen gesteigert werden. Bezogen auf die Transfereffekte konnten jedoch nur zwei Gruppen – nämlich die Überwachungsfunktion sowie Speichern & Verarbeiten) eine Leistungssteigerung bei neuen, untrainierten Aufgaben zeigen. Aber es kam noch ein weiterer Effekt zum Vorschein: Je höher der Trainingserfolg in diesen beiden Gruppen, desto höher war der Zuwachs an Intelligenz! Und diese Intelligenz konnte auch noch – zwar in geringerem Maße – ein halbes Jahr nach dem Studienende nachgewiesen werden. Mehr zur Wirkung von Gehirntraining auch hier.

Die Art der Übung ist wichtig

Wir wissen nun, dass es auf die Art der Übungen ankommt, um unser Gehirn bzw. unser Arbeitsgedächtnis zu trainieren. Jedoch ist auch die Dauer des Trainings zu berücksichtigen. Das erscheint auch mehr als logisch, den auch beim körperlichen Muskeltraining steigen die Erfolge, wenn wir lange am Ball bleiben und das Training kontinuierlich durchführen.

Um Ihnen die Unterschiede zwischen Strategietrainings und Prozesstrainings noch einmal zu veranschaulichen, möchte ich Ihnen abschließend noch ein kleines Beispiel nennen. Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, Sie liegen an einem schönen Sommertag an einem See. Der See ist ruhig, ziemlich in der Mitte befindet sich eine kleine Insel. Genau zu dieser Insel möchte Sie. Sie haben die Wahl: Sie können dort hin schwimmen, der Weg ist nicht weit, oder Sie leihen sich das motorisierte Schlauchboot, dass am Ufer liegt.

Das Schlauchboot steht im übertragenen Sinne für die Strategietrainings, denn in beiden Fällen haben Sie ein Hilfsmittel zur Hand, das Ihnen das Erreichen Ihres Ziels einfacher erscheinen lässt. Allerdings fehlt bei der Benutzung von Hilfsmitteln der persönliche Entwicklungsprozess. Schwimmen Sie, tun Sie etwas für Ihre Gesundheit und Kondition, und zwar nachhaltig. Das Schwimmen steht hierbei für die Prozesstrainings, die für eine nachhaltige Weiterentwicklung sorgen.

Also, Sie haben immer die Wahl. Den bequemen Weg können Sie immer wählen. Aber bringt er Sie persönlich auch weiter? In den meisten Fällen leider nicht. Bezogen auf ein effektives Training heißt das: Achten Sie darauf, dass es nicht um reines Abspeichern von Informationen geht (auch wenn es vielleicht Spaß macht). Von zentraler Bedeutung ist das Zusammenspiel von Speicherung und Verarbeitung!